LUXEMBURG. Erneut haben Ermittler am Flughafen Luxemburg-Findel einen spektakulären Drogenfund gemacht. Im Cargo Center des Flughafens Luxemburg stellten Zoll und Polizei rund 500 Kilogramm Kokain sicher, die in einer als Industrieobjekt deklarierten Luftfrachtsendung versteckt waren. Die Drogen stammen nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Südamerika und waren für den niederländischen Markt bestimmt.
Kokain in Industrieobjekt versteckt
Wie die luxemburgische Staatsanwaltschaft mitteilte, war die Fracht bereits im Januar 2026 im Cargo Center eingetroffen. Die Sendung, offiziell als Industriegut mit einem Gesamtgewicht von rund 3,3 Tonnen deklariert, wies laut Ermittlern „bestimmte Besonderheiten“ auf, die das Misstrauen von Zoll und Polizei weckten.
Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten die Fahnder die rund halbe Tonne Kokain, die im Inneren des transportierten Objekts verborgen war. Die Drogen wurden umgehend beschlagnahmt.
Luxemburg als Transitland genutzt
Nach Angaben der Justizbehörden diente Luxemburg in diesem Fall ausschließlich als Transitland innerhalb der internationalen Lieferkette zwischen Südamerika und den Niederlanden. Das eigentliche Ziel der Lieferung lag demnach jenseits der Grenze.
Um weitere Hintermänner zu identifizieren, entschieden sich die Ermittler für eine kontrollierte Weiterlieferung. Das beschlagnahmte Objekt wurde unter Aufsicht eines luxemburgischen Untersuchungsrichters bis zu seinem endgültigen Bestimmungsort in die Niederlande ausgeliefert – im Rahmen eines Europäischen Rechtshilfeersuchens.
Zugriff in den Niederlanden – mehrere Festnahmen
Dort schlugen die niederländischen Behörden schließlich zu: Am 29. Januar 2026 griff die Polizei ein, als mehrere Personen versuchten, die Lieferung in Empfang zu nehmen. Dabei kam es zu mehreren Festnahmen. Die Operation wurde von den niederländischen Behörden als großer Erfolg bezeichnet, der nur durch die enge Zusammenarbeit mit Luxemburg möglich gewesen sei.
Die weiteren Ermittlungen werden inzwischen von den niederländischen Justizbehörden geführt. Aufgrund des frühen Ermittlungsstadiums gibt die luxemburgische Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Details bekannt.
Drogen-Hotspot Luxemburg?
Der aktuelle Fund reiht sich in eine Serie spektakulärer Sicherstellungen ein. Nach Angaben der luxemburgischen Justizbehörden wurden allein im vergangenen Jahr am Flughafen Findel unter anderem:
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rund 900 Kilogramm Kokain,
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etwa 2,3 Tonnen Marihuana,
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sowie mehrere hundert Kilogramm Haschisch, Methamphetamine und chemische Vorläuferstoffe
beschlagnahmt. Insgesamt summierten sich die sichergestellten Drogen auf rund 3,5 Tonnen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
Experten sehen darin ein Zeichen dafür, dass das Großherzogtum zunehmend von internationalen kriminellen Netzwerken als Logistik- und Transitstandort genutzt wird.














