TRIER. Wechselwerk – so lautet der Name des neuen Tufa-Anbaus, für den sich das Theater und die Tufa gemeinsam entschieden haben. Beide Kultureinrichtungen einigten sich auf den Begriff „Werk“, da er zum einen den industriellen Charakter des Standorts widerspiegelt, gleichzeitig aber modern und flexibel ist sowie eine begriffliche Abgrenzung zu den Sälen im Bestandsgebäude der Tufa darstellt.
Da die Tufa das Gebäude nach der Interimsnutzung durch das Theater übernimmt, wünschte sie sich einen Bezug zur Tuchfabrik. So entstand die Idee des Namens Wechselwerk – passend zur Lage der Tufa in der Wechselstraße. Dies wird auch die Anschrift des Neubaus sein. „Des Weiteren soll der Begriff ‚Wechsel‘ auch die flexible und vielseitige Nutzung sowohl durch das Theater und später durch die Tufa unterstreichen“, erläutern Theater-Intendant Lajos Wenzel und Tufa-Leiterin Jana Schröder gemeinsam.
Die feierliche Eröffnung findet am Sonntag, 18. Oktober, statt. Bei einem Tag der offenen Tür haben alle Interessierten die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen. Verschiedene Gruppen aus Tufa und Theater laden dabei zu kleinen Programmen für die ganze Familie ein. Jana Schröder und Lajos Wenzel freuen sich bereits auf die Eröffnung, die von beiden Institutionen gemeinsam gestaltet wird.
Auch Kulturdezernent Markus Nöhl fiebert der Eröffnung entgegen und sieht in dem Modell Vorbildcharakter: „Erst Interim für das Theater, dann neuer Raum für die freie Szene. Dieses gemeinsame Model ist beispielhaft und wir können zwei Raumbedarfe gut lösen, denn auch die Tufa braucht den Erweiterungsbau dringend.“
Das Wechselwerk dient dem Theater während dessen Sanierung, die 2027 beginnt, bereits ab Oktober 2026 als Ersatzspielstätte für den Tanz und das Schauspiel. Nach der Sanierung des Theatergebäudes steht er der Tufa und damit der freien Szene zur Verfügung. Die Erweiterung, die auf dem ehemaligen Tufatopolis-Gelände realisiert wurde, umfasst neben einem Foyer einen großen Veranstaltungssaal mit 380 Sitz- oder bis zu 600 Stehplätzen. (Quelle: Stadt Trier)















Hässlicher Klotz würde besser passen
Man gewinnt den Eindruck, dass in Trier die Kultur an oberster Stelle steht und die Bürger der Stadt, zumindest die kleinen Leute, keine anderen Bedürfnisse und Interessen haben. Jedenfalls machen Wohnungsbau, Gesundheitsversorgung, ERhaltung der Infrastruktur, die Lage der Menschen an den Tafeln oder die Belastungen durch ständig steigende städtische Gebühren, die hohen Kosten für den Busverkehr nicht so viel SChlagzeile wie alles rund um Theater und Kultur. Unglaubliche Summen werden nicht nur für die Renovierung des Theaters selbst aufgerufen. Weitere zig Millionen gehen in die Vorbereitung dieser Renovierung an anderer Stelle. Allein um den Spielbetrieb bis zum weiterhin zu sichern, werden andere Gebäude angemietet, Hallen umgebaut oder gar neue errichtet, wie das Wechselwerk, das als unverzichtbar auch für die Zeit danach dargestellt wird. Und all das für eine Kulturteinrichtung, die trotz ihrer angeblich so großen Bedeutung für die Zerstreuung der Trierer Bürger an diese in der Spielzeit 24/25 nur etwa 140.000 Karten verkaufen konnte. Das bedeutet, dass jeder Bürger dieser Stadt, das Haus nur wenig mehr als einmal in der ganzen Spielzeit besuchte. Dabei fanden viele Veranstaltungen gar nicht in dem Hause sondern außerhalb im Freien stattfanden.
Haben die verantwortlichen Parteien, die solche Beschlüsse fassen, überhaupt noch einen Bezug zu den sozialen Verhältnisse in der Bürgerschaft, dass sie am Ende vermutlich 100 Millionen mit allen Kostensteigerungen und Zusatzaufwendungen für eine Einrichtung ausgegeben haben, die für die Mehrheit der Bürger keinen wirklichen Bedarf erfüllt? Ist diesen Volksvertretern eigentlich klar, dass sie die drängenden und grundlegenden Bedürfnisse der einfachen Menschen in dieser Stadt vollkommen aus den Augen verloren haben? Nichts ist einzuwenden gegen die Förderung der Kultur, aber diese muss in einem angemessenen Verhältnis stehen zu den vorrangigen Anliegen der Menschen in dieser Stadt. Und das ist in Mehrheit sicherlich nicht ein modernes Theater.
Mit den am Ende sicherlich 100 Millionen plus X hätten viele Wohnungen gefördert werden können zu Linderung der Wohnungsnot gebaut werden zur Beeinflussung der Mieten in der Stadt. Gebühren und Abgaben wie Wasser, Müllabfuhr und Busverkehr hätten gesenkt werden können. Stattdessen werden diese ständig erhöht, um Entlastung zu schaffen für bei den Schulden der Stadt. Vielleicht hätten auch andere soziale Aufgaben wie die Altenbetreuung und Gesundheitsversorgung verbessert werden können. DAs hätte den Interessen der breiten Bevölkerung gedient, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat. So werden Millionen ausgegeben für einen Theaterbesuch, der im Jahresdurchschnitt von jedem Trierer nur einmal in Anspruch genommen wird, wobei der Betrieb des Theaters selbst noch zusätzlich subventioniert werden muss.
Ja ja! Nobel geht die Welt zu Grunde
vielen Dank für den ausgewogenen Kommentar! Ich interpretiere die Aktivitäten der Entscheider dahingehend, dass diese ihre Mitbürger hassen.
BSW Mann ….. vollkommen richtig. Ich bin von außerhalb und frage mich, weshalb kein Bürgerentscheid auf Weg gebracht wurde?!
Ich sprach vor 4 Jahren schon von 115 Mio …. Und das in der Hauptsache um maximal 5000 regelmäßige Theatergänger zu bespaßen…. ABM Maßnahmen für politisch in eine Richtung schauspielernde Schauspieler:Innen. Ein Drama in unzähligen Akten.
Wer zahlt letztlich ?! …. Zum Großteil der Malocher, der nachts durchmacht oder morgens in der Früh aufsteht und die Kohlen versucht aus dem Feuer zu nehmen. Wie lange noch? Es geht der Krug so lange zum Brunnen bis das er bricht. Ich könnte auch brechen. Gute N8
Ein wirklich sehr guter Beitrag,Compliment !!!
Offensichtlich entscheidet eben nicht die Rangfolge von Bedürftigkeit für die Bürger dieser Stadt…..Hier zwingt sich geradezu der Eindruck auf als solle hier ein protziges und vor allem sehr teueres Monument geschaffen werden,an dem viel Geld verteilt wird.Nur eben nicht an die Bedürftigen…
Wie mein Vater immer sagte: Jeder Bürgermeister schafft sich halt sein Denkmal!