Ebling: Neues Lagezentrum soll “Herzstück” des Katastrophenschutzes werden

Egal ob Flut, Brand oder Unglück: Im neuen Lagezentrum sollen alle Katastrophen im Land im Blick behalten werden. Bisher ist es noch eine Baustelle - und auch beim Personal noch nicht alles geklärt.

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Michael Ebling (SPD) stellt die laufenden Maßnahmen zur Errichtung des künftigen Lagezentrums Bevölkerungsschutz vor. Foto: Thomas Frey/dpa

KOBLENZ. Noch hängen die Kabel aus der Wand und der Decke, doch schon in rund einem Jahr sollen hier die großen Katastrophen des Landes gemanagt werden. Innenminister Michael Ebling freut sich am Freitag über den Anblick der Baustelle des neuen Lagezentrums für Bevölkerungsschutz in Koblenz.

«Ich freue mich über jedes Kabel, das von der Decke hängt, über jeden Schlitz, den ich geklopft sehe, über jede Einrichtung, die herausgebrochen ist, denn hier wird mit dem Herzstück letztlich eine der Kernaufgaben des neuen Landesamtes entstehen», sagte der SPD-Politiker. «Nämlich der Raum, in dem wir auch Lagen- und Krisenmanagement wahrnehmen können.»

Ziel sei es, dass das neue Lagezentrum für Bevölkerungsschutz im zweiten Quartal 2024 voll funktionsfähig und damit rund um die Uhr im Einsatz sei, sagte Ebling. «Es geht darum, dass wir in Zukunft hier an diesem Standort 24/7 – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – eine Lagebeobachtung haben wollen», sagte der SPD-Politiker. «Wenn man so will, ein tägliches Monitoring.»

Die Flutkatastrophe im Ahrtal, der Klimawandel und der russische Angriffskrieg in der Ukraine – drei Themen die laut Ebling eine Neuaufstellung des Katastrophenschutzes im Land notwendig machen. Das neue Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz soll am 1. Januar 2025 an den Start gehen. Schon vorher soll sein «Herzstück» – also das Lagezentrum – fertig sein.

Auf rund 200 Quadratmeter entstehen dafür in Koblenz drei Disponentenplätze für die Koordinierung von Lagen sowie Büros und ein Besprechungsraum. «Da werden wir dann in der Lage sein, mit dem Kernteam erstmal im Ereignisfall an einem Lagetisch zu sitzen und die koordinierenden Maßnahmen zu besprechen», sagte Landesbrand- und Katastrophenschutzinspekteurin Kirstin Eisenhauer.

Auf einer großen Bildschirmwand könnte die aktuelle Situation beobachtet werden. Die Disponenten können Infos wie Karten, Pegelstände, Nachrichten oder Wettervorhersagen abrufen. «Wir werden eine direkte Anbindung an unser Einsatzleitsystem haben, um da dann zum Beispiel Notrufaufkommen und auch die einzelnen Einsätze landesweit verfolgen zu können», sagte Eisenhauer. «Eine Besonderheit wird auch noch sein, dass wir nicht nur die Medien insgesamt nachverfolgen, sondern wir werden auch noch einen besonderen Fokus darauf legen, die sozialen Medien stärker im Blick zu behalten.» Dadurch würden sie schneller an Informationen gelangen.

Der Kernbereich des Lagezentrums auf dem Gelände der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie (LFKA) Rheinland-Pfalz werde baulich speziell gesichert, sagte Innenminister Ebling. «Im Kern geht es natürlich darum, auch bei widrigen Umständen arbeiten zu können. Er bekommt eine umfassende Notstromversorgung und speziell verstärkte Fenster und Türen und Wände.»

Zwei Millionen Euro würden investiert, sagte Ebling. Demnach sind elf Personen nötig, um den Betrieb rund um die Uhr zu gewährleisten. In Krisenfällen gebe es dann noch weiteres Personal. Einige Stellen seien schon besetzt, aber das Verfahren laufe noch. «Man darf sich auch noch bewerben», sagte Ebling und fügte mit Blick auf den Fachkräftebedarf hinzu: «Bei uns ist es nicht anders als anderswo.» (Quelle: Mona Wenisch, dpa)

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