Kultkneipen: Wo Trier früher am Tresen stand – Stadtmuseum lädt zu besonderem Spaziergang ein

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Blick in die Kneipe „Biertonne“ in Trier-West, 1950er-Jahre © Tilly Wollmann

TRIER. Trier und seine Kneipen – das ist ein Stück Stadtgeschichte. In den frühen 1970er-Jahren galt Trier als Großstadt mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands. Jetzt widmet sich das Stadtmuseum Simeonstift mit zwei Veranstaltungen den vergangenen und bestehenden Kultkneipen der Innenstadt – und der Frage, warum so viele Kneipen verschwunden sind.

Spaziergang zu Trierer Kultkneipen

Wo wurde früher diskutiert, gefeiert, geflirtet und der Alltag vergessen? Am Sonntag, 14. Juni, um 14 Uhr lädt das Stadtmuseum Simeonstift zu einem besonderen Spaziergang durch die Trierer Innenstadt ein.

Unter dem Titel „Kennen Sie die Trierer Kneipen?“ geht es auf die Spuren vergangener und bestehender Kultkneipen. Im Mittelpunkt stehen Orte, Erinnerungen und Anekdoten aus einer Zeit, in der Kneipen für viele Menschen weit mehr waren als nur Lokale.

Der Treffpunkt ist um 14 Uhr am Eingang des Stadtmuseums. Die Teilnahme kostet 8 Euro.

Als Trier noch Kneipen-Hauptstadt war

In den frühen 1970er-Jahren galt Trier als die Großstadt mit der höchsten Kneipendichte in Deutschland: Rund 600 Gaststätten kamen damals auf gut 100.000 Einwohner.

Kneipen hatten damals eine besondere Rolle im Alltag. Sie waren Treffpunkt, Kommunikationsort, soziale Bühne, Kennenlern-Börse und für manche sogar eine Art zweite Heimat.

Mit der Kabinettausstellung „Treffpunkt Tresen“ beleuchtet das Stadtmuseum aktuell diesen Teil der Trierer Stadtgeschichte.

Vortrag zum Kneipensterben

Nur zwei Tage später, am Dienstag, 16. Juni, um 19 Uhr, geht es im Stadtmuseum um ein Thema, das viele Städte und Dörfer betrifft: das Kneipensterben.

Prof. Dr. Martin Franz vom Institut für Geographie der Universität Osnabrück spricht über die Frage, warum sich die Gastronomie so stark verändert hat – und warum in den vergangenen 20 Jahren mehr als die Hälfte der Kneipen in Deutschland geschlossen wurde.

Der Vortrag trägt den Titel „Kneipensterben – wie Gastronomie sich verändert“.

Was mit den Kneipen verloren geht

Ob Eckkneipe, Szenekneipe oder Dorfkneipe: Mit dem Verschwinden vieler Gaststätten gehen auch soziale Orte verloren. Prof. Franz beleuchtet die Ursachen des Wandels und zeigt, welche Bedeutung Kneipen lange für das gesellschaftliche Zusammenleben hatten.

Der Vortrag versteht sich zugleich als Plädoyer an Kommunen, sich stärker für ihre Gastronomie einzusetzen und neue Ansätze zu entwickeln.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Treffpunkt Tresen. Trierer Kneipen im Wandel der Zeit“ statt. Der Eintritt beträgt 8 Euro, Studierende haben im Rahmen von DiMiDo freien Eintritt.

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