Google und Glücksspiel: Wie die neuen Werberichtlinien deutsche Online Casinos beeinflussen

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Es ist gefühlt noch gar nicht so lange her, dass man mit einem Inserat in der Zeitung oder einem Poster an der Litfaßsäule geworben hat. Heute passiert all das im Netz, denn die meisten von uns halten sich schließlich täglich in digitalen und virtuellen Räumen auf.

Ob nun durch Google Ads oder auf Instagram, wer hier wirbt, muss ein paar Regeln einhalten. Denn gerade Google hat seine Werberichtlinien für Deutschland gerade aktualisiert und das betrifft nicht nur individuelle Influencer oder kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region.

Gerade Online Casinos müssen sich jetzt auf eine ganz neue Umgebung einlassen. Wer keine deutsche Lizenz hat, verliert an Sichtbarkeit und nur wer laut der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal ist, bekommt bei Google die gewünschte Aufmerksamkeit.

Aber was bedeutet das eigentlich für die Spieler und wie reagieren die Anbieter, also sowohl die in Deutschland lizenzierten als auch die ausländischen darauf? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Artikel mal genauer.

Was sich bei Google geändert hat

Sehen wir uns aber erst einmal an, was sich in der letzten Zeit bei Google getan hat. Seit dem Spätsommer 2024 gelten für den deutschen Markt verschärfte Werberichtlinien, die zu Anfang eher wie neue Anstöße wirkten, mittlerweile aber flächendeckend umgesetzt werden.

Die wohl wichtigste Änderung ist, dass Werbeanzeigen für Online-Glücksspielangebote nur noch dann erlaubt sind, wenn das Casino und sein Betreiber eine deutsche Lizenz haben. Wer also aus Malta heraus arbeitet, darf überhaupt nicht für sich werben, auch nicht auf YouTube.

Uns Spielern fällt das vielleicht überhaupt nicht auf, aber für die Anbieter sind die Folgen ziemlich dramatisch. Denn mit einem Schlag wurden zahlreiche bisher sichtbare Plattformen aus den bezahlten Suchergebnissen entfernt. Das hat auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder bestätigt, und zwar bereits im Frühjahr 2025.

Für die in Deutschland regulierten Online Casinos bedeutet die neue Google-Richtlinie einen regelrechten Aufwind. Denn wenn weniger ausländische Angebote auftauchen, steigt automatisch die Sichtbarkeit der deutschen Konkurrenz. Und das ist gerade in einem Markt, der so sehr auf Vertrauen basiert, entscheidend.

Spielerinnen und Spieler profitieren ebenfalls. Wer etwa nach einem Online Casino mit gutem Spielerschutz, fairen Einsatzlimits oder transparenter Lizenzierung sucht, hat es nun deutlich leichter, passende Anbieter zu finden. Die Regulierung ist so gesehen nicht nur eine technische Einschränkung, sondern ein aktiver Beitrag zum Verbraucherschutz, so zumindest die GGL.

Aber gibt es nicht auch im Ausland sichere, transparente und vor allem faire Anbieter? Ein bestes Casino ohne Oasis ist für viele Spieler eine wirklich vertrauenswürdige Alternative zu den deutschen Anbietern, bei denen es eben auch ziemlich einschränkende Aspekte wie gewisse Einzahlungslimits gibt. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, denn die GGL hat noch lange nicht die volle Kontrolle über den Markt.

Die Perspektive der ausländischen Anbieter

Und trotzdem sind die Auswirkungen für die ausländischen Online Casinos drastisch. Viele von ihnen verzichten ganz bewusst auf eine deutsche Lizenz, sei es aus Kostengründen oder wegen der strengen Anforderungen an Spielersperrsysteme wie OASIS. Sie sind nun plötzlich ausgeschlossen, obwohl sie doch oft Teil der EU sind.

Viele dieser Plattformen haben bisher oft auf Google-Werbung gesetzt, um Nutzer aus Deutschland zu erreichen. Ab sofort müssen sie sich aber etwas Neues überlegen.

Doch das tun sie auch. Ganz verschwunden sind diese Angebote nämlich natürlich nicht. Wer gezielt sucht, wird auch weiterhin Online Casinos ohne OASIS finden, also zum Beispiel über Foren, Telegram-Kanäle oder spezialisierte Vergleichsportale.

Dort werden dann Alternativen empfohlen, bei denen keine Anmeldung im Sperrsystem nötig ist und die oft mit hohen Boni locken. Ob das langfristig für viel Nachfrage sorgt oder sich die Anbieter womöglich ganz zurückziehen, steht auf einem anderen Blatt.

Übrigens, nicht nur die Anbieter selbst, auch die lokale Werbewirtschaft bekommt die neuen Vorgaben zu spüren. In Städten wie Trier, Bitburg oder Wittlich berichten kleinere Agenturen von Auftragsrückgängen im Bereich Glücksspielmarketing.

Wer früher für ein Casino mit Curaçao-Lizenz Social-Media-Kampagnen oder Google Ads gestaltet hat, muss nun umdenken oder sich neue Kundenkreise suchen. Gleichzeitig eröffnet sich aber auch Potenzial, denn regulierte Anbieter brauchen ebenfalls Unterstützung, also zum Beispiel in der regionalen Sichtbarkeit, im SEO-Bereich oder bei der Erstellung von Inhalten, die mit den neuen Werberichtlinien kompatibel sind.

Spielerzahlen und Marktverschiebung

Forschungsberichte geben an, dass der Zeitanteil auf legalen Websites bei nur etwa 53 % liegt, während 47 % der Online-Spielzeit auf unlizenzierten Plattformen verbracht wird. Das gefällt der GGL natürlich nicht.

Und 2022 war man davon ausgegangen, dass fast jeder zweite Euro im Online-Glücksspiel an nicht lizenzierte Anbieter ging. Inzwischen sinkt dieser Anteil stetig, auch weil Google, Meta & Co. stärker mit den deutschen Behörden kooperieren.

Gleichzeitig wird der Markt selektiver. Die großen Anbieter mit Lizenz setzen sich durch, kleinere internationale Plattformen verschwinden in Nischen oder verlagern ihr Angebot ins Ausland. Für Spielende bedeutet das mehr Klarheit, aber auch weniger Auswahl, zumindest auf den ersten Blick.

Onlineportale, regionale Nachrichtenseiten und digitale Magazine spielen bei der Regulierung aber natürlich auch eine wichtige Rolle. Denn sie entscheiden mit, welche Inhalte sichtbar sind, welche Anbieter vorgestellt werden und wie das Thema Glücksspiel überhaupt diskutiert wird. Auch die Medienkompetenz des Einzelnen wird in dieser Hinsicht immer wichtiger.

Gleichzeitig steigt die Verantwortung. Zwischen journalistischer Berichterstattung und möglicher Werbung muss klar unterschieden werden, damit Leserinnen und Leser die nötige Orientierung behalten. Gerade in einem komplexen Feld wie dem Glücksspiel sind klare Worte, seriöse Quellen und sachliche Inhalte wichtiger denn je.

Die europäische Perspektive

Auch wenn sich der Fokus hier auf Deutschland richtet, lohnt sich ein Blick über die Grenzen. Denn ähnlich wie die GGL in Deutschland agieren auch andere europäische Länder zunehmend strikt.

Die Niederlande, Spanien und Schweden haben ebenfalls strenge Werberichtlinien eingeführt. Ziel ist ein europaweit einheitlicher Umgang mit Glücksspielwerbung, insbesondere im digitalen Raum. Für große Plattformen wie Google bedeutet das, dass sie ihre Richtlinien künftig noch präziser regional anpassen müssen, ein technischer wie rechtlicher Kraftakt.

Die neuen Werberichtlinien von Google sind mehr als nur ein digitales Update, sie markieren einen echten Wendepunkt für den deutschen Glücksspielmarkt. Anbieter mit Lizenz werden gestärkt, illegale Plattformen verlieren an Sichtbarkeit, und Nutzerinnen und Nutzer profitieren von mehr Transparenz und Sicherheit.

Gleichzeitig zeigt sich, dass der Markt in Bewegung bleibt. Wer weiter außerhalb der OASIS-Sperrdatei spielen will, wird nach wie vor Wege finden, allerdings unter anderen Bedingungen. Für Medien, Plattformen und auch für regionale Unternehmen eröffnet sich damit ein neues Spannungsfeld, zwischen Regulierung, Aufklärung und freiem Zugang.

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