[UPDATE] Grenzenloser Jubel im Salmtal – Die „Macht vom Dorf“ steht im Rheinlandpokal-Endspiel

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Eine verschworene Gemeinschaft: Der FSV Salmrohr im Jahr 2015.

SALMROHR. Fußball-Oberligist FSV Salmrohr steht im Finale des Bitburger Rheinlandpokals. Am heutigen Mittwoch besiegte die Elf von Trainer Paul Linz den Regionalligisten TuS Koblenz vor 1645 Zuschauern im Salmtalstadion mit 1:0 (0:0). Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil die Gastgeber insgesamt acht Stammspieler verletzungsbedingt ersetzen mussten. Im Finale am Mittwoch, 3. Juni treffen die Salmtaler in einem liga-internen Duell auf die Spvgg. Burgbrohl, die sich mit 2:1 beim Rheinlandligisten SV Morbach durchgesetzt hatte.

Wenn Salmrohrs Spieler vor der Hauptribüne im Kreis tanzen und sich selbstironisch mit „Schweinetruppe-Sprechchören“ feiern, dann muss ihnen etwas Besonderes gelungen sein. So wie beim Pokalerfolg über die Trierer Eintracht im vergangenen November. Am Mittwoch musste der zweite Regionalligist aus dem Rheinland dran glauben, die TuS Koblenz.


Das 1:0 über Koblenz war eine Blaupause des Erfolgs über die Eintracht. Wieder hatten die Hausherren in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor dem Favoriten und hätte deshalb fast das Spiel verloren. Wieder kamen sie wie ausgewechselt aus der Kabine und wieder leitete ein Schuss der Marke „Tor des Monats“ die Wende ein. Gegen die Eintracht hatte Timo Heinz getroffen, gegen Koblenz erzielte Sebastian Ting das „Goldene Tor“ mit einem Knaller aus über 30 m in den Winkel des Kastens von Torhüter Fabrice Vollborn.

Ausgerechnet Ting, der nicht einmal zwei Minuten zuvor die größte Chance des FSV vergeben hatte, als er nach einem Alleingang von Heinz den Abpraller genau vor die Füße bekam und den Ball aus fünf Metern über die Latte semmelte, ansonsten aber eine tadellose Leistung zeigte.

Dennoch: dieses 1:0 war die logische Folge der klaren Salmrohrer Steigerung nach dem Seitenwechsel und führte in der Folge oftmals zu heillosem Durcheinander in der Koblenzer Defensive. Nach vorne agierten die Gäste fast nur mit langen Bällen, die meist eine leichte Beute der FSV-Abwehr wurden, in der Daniel Schraps eine überragende Vorstellung lieferte. Das Umschaltspiel der Salmrohrer wurde immer besser und hätte einen höheren Sieg bringen müssen, wenn die Salmtaler die Nerven behalten hätten. Entweder schlossen sie zu früh ab, spielten einen ungenauen letzten Pass oder scheiterten an Vollborn. Und deshalb war Zittern bis zum Ende angesagt, weil der eine oder andere lange Ball eben doch seinen Adressaten erreichte.

Im Abschluss überboten sich die Gäste aber wie schon in der ersten Halbzeit an Harmlosigkeit. Wenn dann doch mal ein Koblenzer den Ball richtig traf, dann war der erneut überzeugende FSV-Schlussmann Daniel Ternes nicht zu überwinden. In der 9. Minute drehte er einen 30-m-Schuss von André Marx noch um den rechten Pfosten, dann rettete er bei einer Kopfballrückgabe von Daniel Braun (28.), kurz darauf gegen Stefan Hickl (30.) und noch einmal in der Sturm- und Drangphase der „Schängel“ gegen Anel Dzaka (76.).

„Wer keine Tore schießt, der kann nicht gewinnen“, pflegt Freiburgs Trainer Christian Streich gerne zu sagen. So sah es auch der Koblenzer Coach Petrik Sander, der sich erst gar nicht bemühte, seinen Ärger über die Leistung seiner Elf und das Resultat zu verbergen. „Wir gehen alle als Verlierer vom Platz und haben uns heute hier alle die Finger verbrannt. Wir haben fünf hundertprozentige Chancen vergeben und waren nicht in der Lage zu Null zu spielen. Gratulation an Salmrohr und Paul. Das Team mit der besseren Mentalität und dem größeren Herz hat die Mannschaft mit der etwas größeren Qualität geschlagen.“

„Ich war mit der ersten Halbzeit gar nicht zufrieden“, bilanzierte Linz. „Wir haben wieder viel zu ängstlich begonnen, zu viel Respekt gezeigt, richtig gehemmt gespielt. Es ist uns gelungen, das in der zweiten Halbzeit zu ändern. Mit dem Tor von Ting ging allen das Herz auf. Da haben die Jungs so gespielt, wie es von Beginn an sein sollte. Nur die Konter müssen wir noch besser ausspielen. Aber das lernen meine Spieler noch.“ Und dann hob Linz gleich warnend den Zeigefinger: „Ich sage das allen hier und habe das auch der Mannschaft schon gesagt: wir haben noch nichts gewonnen. Das Endspiel muss noch gespielt werden. Also immer schön auf dem Teppich bleiben.“

Im Rahmen der Pressekonferenz verkündete Vorstand Christian Rauen zwei weitere Personalien: Daniel Braun und Lars Schäfer haben zum Saisonende auslaufenden Verträge jeweils um zwei Jahre verlängert.“

Das Finale am 3. Juni wird vermutlich in Polch oder in Mayen ausgetragen. Der Gewinner ist automatisch für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert und kann sich auf mindestens 130 000 Euro Einnahmen aus diesem Wettbewerb freuen.
FSV Salmrohr – TuS Koblenz 1:0 (0:0)
FSV Salmrohr: Daniel Ternes – Michael Kohns, Marc Inhestern, Daniel Schraps, Daniel Braun – Daniel Bartsch, Timo Heinz – Julian Bidon (80. Daniel Petersch), Sebastian Ting (71. Tobias Bauer), Tim Hartmann – Fabian Helbig (46. Ricardo Couto Pinto)
TuS Koblenz: Fabrice Vollborn – Sven Wurm (88. Tobias Jakobs), André Marx, Oliver Laux, José Matuwila – Admir Softic, Felix Lietz – Stefan Hickl, Danko Boskovic (46. Akiyoshi Saito), Kevin Steuke (60. Anel Dzaka) – Angelo Hauk
Tor: 1:0 (52.) Sebastian Ting
Schiedsrichter: Jan Schönfeld (Hamm) – Zuschauer: 1645

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