Trierer Basketballer vergeben Sieg gegen Ulm

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An Einsatz mangelte es wahrlich nicht. Hier geht Marko Lukovic zwischen Maarten Leunen (links) und Will Clyburn zum Korb.

TRIER. Die Trierer Basketballer haben einen möglichen Sieg gegen den Favoriten aus Ulm verpasst. In einer über weite Strecken hektischen Partie blieben die Gastgeber bis zum Schlusspfiff auf Tuchfühlung mit den Gästen, gaben die Chance zum Sieg aber selbst aus der Hand. Nach der 78:83 (36:44)-Niederlage vor 3843 Zuschauern steht die TBB als zweiter Absteiger nach den Crailsheim Merlins fest.

Trier brauchte eine Zeit lang um ins Spiel zu finden. Nur Laurynas Samenas war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht schon im ersten Viertel einer Katastrophe ähnelte. Im zweiten Viertel verbissen sich die Gastgeber allmählich in den Gegner, bei dem die Souveränität des ersten Abschnitts schnell dahin war.

Wie gewonnen, so zerronnen
Spätestens nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber endgültig ins Spiel gefunden, erkämpften sich in der Defensive viele Bälle, die ihnen die Möglichkeit zu Fastbreaks eröffneten. Aber, kaum war der Ball in Trierer Händen, war er oft auch schon wieder weg. Fehler im Ballhandling, unkonzentrierte Pässe oder eine zu sorglose Spielweise brachten den Gegner wieder ins Spiel. Deshalb wiederholte sich ein Szenario immer wieder: Trier kämpfte sich auf ein,zwei oder drei Punkte heran, bekam die Gelegenheit auszugleichen oder gar in Führung zu gehen und kassierte prompt Ulmer Gegenpunkte.


Deshalb liefen die Rödl-Schützlinge den Schwaben fast das gesamte Spiel hinterher. Dennoch sorgte der nimmermüde Kampfgeist für prächtige Stimmung auf den Rängen. Mehrfach wurde die Trierer Leistung mit Standing Ovations gefeiert – nicht nur nach der Schlusssirene, als es minutenlangen Beifall für den Verlierer gab.

Er machte am Ende den Unterschied: Nationalspieler Per Günther (Mitte) setzte sich hier gegen Jermaine Anderson durch.
Er machte am Ende den Unterschied: Nationalspieler Per Günther (Mitte) setzte sich hier gegen Jermaine Anderson durch.

Die Entscheidung fiel im Schlussviertel. Von der ersten Minute dieses Abschnitts an (60:61) stand die Begegnung auf der Kippe. Mehrfach wurden aber dann nach Ballgewinnen falsche Entscheidungen auf Trierer Seite getroffen. Dennoch gelang in der 35. Minute erstmals der Ausgleich durch Dennis Kramer (67:67). Es war klar, dass von nun an jedes einzelne Play vorentscheidend sein könnte. Ulm schwächelte, spielte vor allem immer dann, wenn Nationalspieler Per Günther nicht auf dem Feld war, ohne Ordnung, teilweise sogar konfus. Dennoch zog der Favorit wieder auf fünf Punkte weg, 90 Sekunden vor Schluss waren die Hausherren durch einen Dreier (!) von Dennis Kramer beim Stand von 72:74 wieder dran. Es folgten ein unnötiges Foul, dann ein Fehlpass – wieder lagen sechs Punkte zwischen den Kontrahenten. 30 Sekunden vor Schluss verkürzte Trier noch einmal auf 76:80, musste dann aber foulen um die Uhr zu stoppen. Per Günther entschied das Spiel dann an der Freiwurflinie.

[td_text_with_title custom_title=“Stimmen zum Spiel“] Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier):
„Ich bin natürlich sehr enttäuscht über diese Niederlage und damit den feststehenden Abstieg. Aber ich möchte betonen, dass die Mannschaft gekämpft hat, dass ich stolz darauf bin, wie sie sich präsentiert hat. Wir haben leider in der Anfangsphase nicht ins Spiel gekommen, das ging dann übe Leidenschaft und Kampf, so dass wir die Partie offen halten konnten. Ich blicke auf fünf Jahre zurück, in denen wir viele gute Sachen gemacht haben. Ich bin stolz auf das, was wir in vielen Bereichen auf die Beine gestellt haben. Und ich bin traurig, dass es zu Ende geht, aber das kann man nicht mehr ändern. Ich wünsche Thorsten und seiner Mannschaft viel Erfolg in den Playoffs.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm Ulm):
„Wie so oft ist es in Trier sehr schwer für uns gewesen. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben Wenn wir verloren hätten, hätten wir uns nicht beschweren dürfen, Trier hat aufopferungsvoll gekämpft, war in den meisten Bereichen ebenbürtig, in manchen vielleicht sogar besser. Das Rebounding hat den Ausschlag gegeben, da haben wir einen guten Job gemacht. Wir haben uns schon öfter nach einem guten Start zu sicher gefühlt und dabei den Gegner vergessen – einen Gegner der kämpft. Wir fangen dann an behäbig und arrogant zu spielen, und so passieren 21 Ballverluste. Triers Defense ist gut – aber das ist nicht ansatzweise unser Anspruch. Wir hatten am Schluss die richtigen Spieler auf dem Feld, Per ist eminent wichtig für uns. Insgesamt war das keine gute Leistung, wir sind froh, gegen eine gute Trierer Mannschaft gewonnen zu haben.“

Bereits am morgigen Sonntag steht für die TBB bei den Löwen in Braunschweig (17 Uhr, VW-Arena) das nächste Spiel an.

TBB Trier – ratiopharm Ulm 78:83 (36:44)
TBB Trier: Ricky Harris (12), Marian Dahlem (n.e.), Marko Lukovic (10), Stefan Schmidt (4),Johann Fritzen (n.e.), Mathis Mönninghoff (4), Laurynas Samenas (10), Benedikt Breiling (n.e.), Adin Vrabac (7), Jermaine Bucknor (14), Dennis Kramer (7), Jermaine Anderson (13)
ratiopharm Ulm: Tim Ohlbrecht (14), Per Günther (16), Deonte Burton (4), Maarten Leunen (10), Jonathan Maier (0), Ian Vougioukas (16), Brion Rush (0), Adam Hess (0), Will Clyburn (15), Jaka Klobucar (6), Isaiah Philmore (0), Philipp Schwethelm (2)
Spielverlauf: 0:7 (3.), 2:13 (6.), 8:18 (8.),14:27 (10.), 21:29 (13.) 28:32 (16.), 36:44 (Halbzeit); 40:50 (23.), 37:52 (25.), 53:56 (28.), 55:59 (30.) 60:61 (31.), 67:67 (35.), 72:74 (39.) 78:83 (Endstand)
Schiedsrichter: Clemens Fritz/Nicolas Brendel/Moritz Krüper – Zuschauer: 3843
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