Militärübung im Trierer Burgunderviertel erzeugt Kritik an der Bundeswehr

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Die Diskussion um den Einsatz von Diensthunden hat ein sehr unterschiedliches Echo gehabt.

TRIER. Die Meldung hatte schon für einigen Wirbel gesorgt. Im Februar soll die Bundeswehr im Trierer Burgunderviertel eine militärische Übung abgehalten haben. Im Einsatz waren dabei neben den Soldaten auch abgerichtete Hunde. Das Pikante daran war, dass die Übung auf einem Gelände zwischen einem Kindergarten und einer Kindertagesstätte durchgeführt wurde.

Bei der Stadtratssitzung im März hatte die Fraktion Die Linke schon einige Anfragen zu diesem Thema an die Verwaltung der Stadt gestellt. Bei den Antworten wurde dann bekannt, dass die Verwaltung über die Übungen nicht unterrichtet war und es von Seiten der Bundeswehr auch keine Mitteilungspflicht gibt, da das fragliche Gelände sich im Besitz des Bundes befindet.

Aus militärischen Gründen notwendig?

Nach der Bewertung dieser Übung gefragt, hieß es, dass die Stadt über ausreichende Flächen verfüge, auf denen militärische Übungen stattfinden könnten, ohne sensible Bereiche in Zivilgebieten zu berühren. Es hieß aber auch: „Ob die Wahl der Örtlichkeit aus militärischen Gründen allerdings notwendig ist, kann von Seiten der Stadtverwaltung nicht bewertet werden.“


Kritisiert wurde von den Linken auch die Tatsache, dass bei der Übung als einzige Warnung einige Schilder mit der Aufschrift „Achtung, freilaufende Diensthunde“ aufgestellt waren und die Verwaltung wurde zu einer Stellungnahme zu diesem Fakt gebeten. Diese schloss sich, wenn auch zurückhaltend, der Kritik an. Insbesondere wurde angemerkt, dass eine Information sowohl der Dienststellen der Stadt, als auch der Kindergärten sinnvoll gewesen wäre.

Manöver zwischen KiTas

Wie nun heute bekannt wurde, hat es diese Übungen tatsächlich gegeben. Licht ins Dunkle brachte eine Anfrage brachte eine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Von dort kam die Bestätigung, dass tatsächlich Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 261 aus Lebach in den Häusern der Burgunderstraße, also in der Nachbarschaft zum dortigen Kindergarten und zur Kindertagesstätte Louis-Pasteur-Straße, ein Manöver abgehalten haben.

Klare Stellung dazu bezieht Corinna Rüffer, Bundestagsabgeordnete der Grünen. In einer Pressemitteilung sagt sie: „Das Vorgehen des Bataillons ist nicht zu rechtfertigen, so Rüffer weiter, „die Übung war weder bei Stadt noch bei den Anwohnerinnen und Anwohnern angemeldet. Zudem gab es keine ausreichende Sicherung: für spielende Kinder und Spaziergänger kann das schnell lebensbedrohlich werden. Die Bundeswehr hat deswegen in Wohnvierteln nichts verloren.“

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17 KOMMENTARE

  1. die Bundeswehr hat in Wohnvierteln nicht verloren. aha bis mal etwas passiert zb. Geiselnahme in einer Kindertagesstätte dann wird der Ruf laut nach der staatlichen Ordnungsmacht

    Vorschlag: ein Wohnviertel nachbauen , Statisten engagieren oder Abgeordnete der Grünen aus Landtagen sowie Bundestag und darin üben ^^^^^^^^

  2. Ich kann den Aufwasch nicht nachvollziehen: 1: Die Polizei hat im letzten Jahr wöchentlich geübt. In Zivil ohne Warnschilder, aber mit Waffen. Die meisten Kinder in den dortigen Kitas sind Fahrkinder,
    2. Sind Diensthunde , nach Beschluss des Stadtrates, von der Leinenpflicht ausgenommen.
    3. Die Stadt hatte Info, Immerhin wird das gelände , nach deren Aussage, täglich mehrmals vom Ordnungsamt bestreift und die Stadtreinigung geht da auch durch. Alsp kann die Stadt nicht sagen, sie hätte von nix gewusst.
    Ist es evt. nur ein Ablenkungsmaöver, um davon abzulenken, das man hat hier Millionenwerte hat vergammeln lassen?

  3. Auf jeden Fall werden in dieser Zeit keine Einbrecher versucht haben irgendwo in dieser Gegend einzusteigen.
    So langsam sollten wir uns gegen dieses Gesocks selbst wehren…die Gesetzeshüter sind mit Ihrer dünnen Personaldecke total überfordert.
    Hauptsache wir schrauben die Diäten für die Sesselpupser immer weiter nach oben und integrieren noch 5 Millonen Einwanderer in unser System.
    Wen interessiert es warum Deutschland so erfolgreich ist…die Früchte dieser Arbeit haben die Schlipsträger in Berlin auf jeden Fall nicht zu verantworten.

  4. Meine Güte, man kann sich auch ins Hemd machen – ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Was soll jetzt der plötzliche Aufstand wegen eines längst vergangenen Manövers, welches in seiner Abhandlung berechtigt war? Außerdem sind es Diensthunde – besonders die sollten außerordentlich gut erzogen sein!
    Liebe Grüne und Linke – hört auf, die ohnehin viel zu teure Zeit mit solch völlig sinnfreien Debatten zu verschwenden und kümmert euch um die wesentlichen Dinge des Lebens!

  5. Was ist nun genau dort geschehen? Gab es einen Zwischenfall ? Gar eine Beißattacke ? Welche Art von Übung wurde überhaupt durchgeführt ? Häuserkampf ??? Personensuche ? Kampfmittelsuche ?
    Verstehe die Aufregung nicht. Was bitte soll an einem hervorragend ausgebildeten Diensthund der Bundeswehr oder auch der Polizei oder des Zolls gefährlich sein – im Sinne einer unkontrollierten Attacke auf einen Kindergarten bzw dessen Besucher ?????
    Auch Diensthunde müssen – wie andere staatliche „Exekutiv“-mitarbeiter unter möglichst realistischen Bedingungen üben – da bietet sich das unbewohnte Viertel einfach gut an.
    Die Aufregung erscheint mir etwas herbeigeredet.
    Auch frag ich mich was diese billig-tendenzielle Bildunterschrift soll – natürlich wollen auch Diensthunde in Ihrer Freizeit spielen…. 😉

    • So wie ich die Sache sehe, geht es nur um Hetze gegen die “ Kriegsmaschine“ Bundeswehr. Anders kann ich es mir nicht erklären Als die Polizei und Katastrophenschutz in den letzten 2 Jahren dort regelmäßig geübt haben , fanden das alle OK und putzig. Jetzt, wo es Soldaten waren, nicht mehr. Obwohl die dasselbe üben: Suche von Personen und Gegenständen. Äußerst nützliche Dinge in meinen Augen.
      Zur Erinnerung: Ein ranghohes Mitglied der Linken wohnt direkt nebenan, in Sichtweise. Und der kann mir nicht erzählen, er hätte das in den letzten Jahren nicht mitbekommen.

  6. Wer das Burgunderviertel zuletzt gesehen hat, der käme doch niemals auf die Idee, dass dort jemand wohnt oder gar Kitas sind. Da stehen haufenweise marode Häuser, deren Betreten aus Sicherheitsgründen verboten ist, alles heruntergekommen, dreckig und unansehnlich.
    Vielleicht wäre es gar nicht so verkehrt, die Straßenzüge dort zu nem Paintball-Gelände zu machen, um Geld damit zu generieren.

  7. Ich halte weder was von Bundeswehr- noch Polizeiübungen in der Nähe von Kindergärten. Und ja ich habe besonders was gegen Übungen der Bundeswehr. Und dies zu sagen ist nicht Hetze sondern eine berechtigte Position, man könnte auch sagen grundgesetzkonform.

    Die Zuwege für Eltern und Kinder sowie Anwohner führen direkt an den Übungen vorbei, dies ist nicht nur eine Frage der Gefährdung sondern auch der Verunsicherung und Verängstigung von Kindern. Nein Herr Overath zum Glück ist noch nichts passiert und genau dass ist auch Ziel der Aufregung. Denn in Zukunft sollten dort am besten überhaupt keine militäischen Übungen mehr mit Waffen und Hunden stattfinden, es gibt ausreichend vom Steurzahler finanzierte und gesicherte Übungsgelände. Übrigens schon zur Zeit der Wohnnutzung durch französische Militärangehörige gab es dort beide Kinderbetreuungs-Einrichtungen.

    Entgegen der Behauptung von Herrn Hau ist die Bundeswehr nicht für ”Geiselnahmen in einer Kindertagesstätte“ zuständig. Auch wenn es die ersten Einsätz der Bundeswehr im Innern gibt1, sollten sie nicht unnötig weiter herbeigeredet werden. Deswegen halte ich solche Manöver nicht automatisch für gerechtfertigt und gut erzogene Hunde heisst ja wohl, dass sie erzogen wurden zu bedrohen und zuzubeißen, bestimmt auch erzieherisch besonders einprägsam, wenn das ein kleines Kind live miterlebt?
    Spannend dass Herr Clemens weiß, dass die Polizei im letzten Jahr wöchentlich dort geübt hat, eigene Beobachtung? Oder wo erfährt man das? Und macht dass irgendwas besser oder weniger bedenklich? Auch Herr Fischer weiß scheinbar mehr – ich kenne übrigens niemanden der das putzig und ok fand. Und dem Kommentar der Polizei nach über oder untertreibt dann jemand gewaltig.
    Und wer will anonym bleiben bei seiner gewagten These die Bundeswehr schütze vor Einbrechern? Hauptsache einen Anlaß für Bürgerwehrgefasel und Selbstjustiz gefunden?

    Ich finde es jedenfalls abstrus: in Trier wird dringend neuer Wohnraum benötigt, Schulen, Jugend- und Kindereinrichtung sowie Sporthallen warten dringend auf ihre Sanierung – und die Bundeswehr übt mittendrin Krieg und Aufstandsbekämpfung. Damit wären wir auch bei den wesentlichen Fragen des Herrn Merlins. Wozu und wem dienen solche Übungen eigentlich?

    • Ja, da ich ein Kind in einer der Einrichtungen habe, habe ich die Übungen dort regelmäßig beobachten können.
      Und ich begrüße sie sogar ausdrücklich. Immerhin ist dort in dem Gelände eine sehr hohe Zahl von Einbrüchen und Vandalismus zu beobachten.
      Für mich sind die eigentlichen Skandale: Warum hat die Stadt , eben bei der ganzen Wohnungsnot, nicht unternommen das hier Familien einziehen können? Warum lässt man die BIMA (als Verwalter ) hier gewähren, sprich setzt denen keine Fristen zur Behebung der Schäden wie zerbrochenes Glas auf den Wegen und Grünflächen? Und warum wird das Gelände nicht regelmäßig in dichten Abständen von Ordnungskräften(Polizei/ Ordnungsamt) bestreift ? Jeder Anlieger weis, wann sich hier die halbstarken rumtreiben und alles zerschlagen.
      Ach übrigens: das Gelände gehört dem Bund.

    • Stimmt, Bundeswehr kommt bei Geiselnahmen nicht zum Einsatz (auch KSK nicht).
      Also freuen Sie sich doch, dass es nicht die GSG9 oder ein SEK war, denn dann hätten die Kids mal ein wenig echte Action erlebt und nicht nur diese müde Langweilertruppe.

    • Beim besten Willen – ich halte auch nicht besonders viel von der Truppe, was aber unter anderem auch an teils sinnbefreiter Befehlsdurchführung liegt. Dennoch finde ich es auch wichtig, dass – wie bereits erwähnt wurde – auch die Hunde unter realen Bedingungen üben, um im entscheidenden Moment nicht irritiert zu sein. Und um ehrlich zu sein, finde ich es weitaus gescheiter, unsere eigene Bundeswehr hier im Lande zu nutzen, als sie in Krisengebiete zu schicken, in denen wir überhaupt nichts verloren haben.
      Und was den Kostenpunkt angeht: Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Übung einen derartigen Rahmen erreicht hat, dass man es mit fälligen Sanierungen etc. vergleichen könnte. Da würde ich eher mal überlegen, wie die Entscheidung der Sanierungspunkte getroffen wird. Mir fallen da -zig Beispiele ein, in denen es sinnvoll wäre, obwohl an einer anderen Stelle auf sinnloseste Weise saniert und damit Geld verbrannt wird, was an anderer Stelle hilfreich wäre. Aber davon mal ab – das läuft mit Sicherheit nicht über dasselbe Konto!

    • Für unsere Sicherheit müssen wir Opfer bringen, auch mal ein paar Kinder. Wie soll denn sonst der Straßenkampf im Inland unter authentischen Bedingungen trainiert werden? Ein bei der ganzen Diskussion übersehener positiver Effekt ist die Entlastung der öffentlichen Finanzen, die seit Einführung des Betreuungsgeldes bedeutend ist: 150 € Betreuungsgeld + 184 € Kindergeld + das ganze sonstige Geld, und das pro Kind! Die Lücken können ja aus den zahlreichen Zuwanderern wieder aufgefüllt werden, vorausgesetzt die werden nicht an anderer Stelle dringender benötigt.

      Die Inlandseinsätze des Bundeswehr stellen ebensowenig einen Verstoß gegen das Grundgesetz dar wie deren kriegerische Auslandseinsätze, wie die Gründung der Bundespolizei, die Umformung des BND in eine Geheime Bundespolizei (GeBuPo), die Abschaffung des Rechtsstaates usw. Denn das Grundgesetz hat sich ja schließlich am 3. Oktober 1990 selbst durch seine Präambel außer Kraft gesetzt. Man kann also gar nicht mehr dagegen verstoßen.

      Nur wenn wir Opfer zu bringen bereit sind, schaffen wir es, dass unsere Staatsdiener endlich leistungsgerecht bezahlt und wirksam von dem renitenten Nazipack auf deutschen Straßen geschützt werden können.

  8. Zeitverschwendung mit bescheuerten Anfragen, nur um auf sich aufmerksam zu machen. Damit wird leider zu oft Personal in Verwaltungen mit Müll belastet. Und was soll dabei raus kommen? Nichts! Wer ist denn zu Schaden gekommen? Hier geht es doch nur darum, sich negativ gegen die BW zu äußern.

  9. Sogenannte HelicopterEltern regen sich gegen unsere gute Bundeswehr auf. Liebe Grün/ Links orientierten Mitbürger, auch sie wurden von 1945 – 1990 von der Bundeswehr als Mitglied der Nato beschützt und werden es heute noch. Kinder unter der beschützenden Käseglocke aufzuziehen das könnt ihr und später?????

    • Als Vater eines Kindes in einer der dortigen Kitas: Mir ist nicht bekannt, das es dort viel Aufregung um die Übungen gegeben hat. Eher das Gegenteil, weil , nach Gesprächen, die beamten dort sehr offen zu den Leuten gewesen seien. Zum Thema “ HelicopterEltern“ : Sollen 1-6 Jährige Kinder etwa zu Fuß da hin gehen? Der Einzugsbereich der dortigen Kita erstreckt sich m.W. bis nach Ayl.

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