TRIER – In einem Festakt haben Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Feuerwehrdezernent Ralf Britten am Donnerstagabend symbolisch die Schlüssel für das neue, gemeinsame Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehren Euren und Zewen übergeben.
Die beiden Wehrführer Dirk Molitor (Euren) und Stefan Bach (Zewen) sowie Michael Benedum, Leiter der ebenfalls jetzt dort stationierten Facheinheit Rettungshunde Ortungstechnik (RHOT), nahmen gemeinsam mit den Ortsvorstehern Hans Alwin Schmitz (Euren) und Ralf Pässler (Zewen) die Schlüssel für das neue, multifunktionale Gerätehaus in Empfang, das mitten im neuen Gewerbegebiet ParQ54 liegt.
„Wir haben in Trier erstklassige freiwillige Feuerwehren mit top ausgebildeten und engagierten Leuten, die brauchen für ihren Dienst auch entsprechende Gerätehäuser“, sagte der Oberbürgermeister. Leibe dankte allen Projektbeteiligten und vor allem auch Eurens Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz, der immer einer der „Promotoren“ des Projekts gewesen sei. Der Bau des neuen Gerätehauses und die Entwicklung des ParQ54 sei ein Erfolgsprojekt.
Feuerwehrdezernent Britten wies darauf hin, dass das neue Gerätehaus mehr als Beton, Stahl und Technik sei. „Wir übergeben hier einen Ort der Einsatzbereitschaft, einen Ort der Kameradschaft und einen Ort, der ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt ist.“ Dass die Feuerwehren aus den Nachbarorten Euren und Zewen heute gemeinsam unter einem Dach stehen, sei mit Blick auf die Geschichte alles andere als selbstverständlich. Gerade deshalb sei das gemeinsame Gerätehaus weit mehr als ein Bauprojekt. „Es ist ein starkes Symbol dafür, dass Tradition und Zukunft kein Widerspruch sind, sondern sich ergänzen.“
Das neue Gerätehaus ersetzt die bisherigen Gerätehäuser in den Ortskernen von Euren und Zewen. Auf einem Grundstück von rund 3800 Quadratmetern steht das komplett umgebaute Gebäude, das im Kern die ehemalige Kfz-Werkstatt aus der Zeit der Nutzung des Geländes als Kasernenstandort war. Es bietet im Erdgeschoss 445 Quadratmeter und im Obergeschoss 195 Quadratmeter Platz. Die Fahrzeuge und Technik stehen in einer neu gebauten Halle, die auf 405 Quadratmetern acht Stellplätze für die Feuerwehr bietet, davon drei Containerstellplätze. Dazu kommen auf der Gebäuderückseite zwei Stellplätze für die Rettungshundestaffel. Im barrierefreien Gebäude gibt es Umkleiden und Sanitärbereiche für Männer und Frauen, einen Lehrmittelraum, ein Büro für die Wehrführer, zwei Besprechungsräume, einen Schulungsraum, eine Küche und einen Jugendfeuerwehrraum. Spatenstich für das Gerätehaus war im Juli 2024, erstmals wurde das Gebäude an Silvester 2025 durch die Freiwilligen Feuerwehren genutzt.
Nötig ist das neue Gebäude vor allem deswegen, weil das aus dem Jahr 1956 stammende alte Zewener Gerätehaus nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. „Als die Feuerwehren vor mehr als hundert Jahren gegründet wurden, waren sie mit ihrer bescheidenen Technik in Spritzenhäusern untergebracht“, erklärte Triers Feuerwehrchef Andreas Kirchartz. Heute reiche aber eine Tragkraftspritze nicht mehr aus. Technik sei komplexer geworden, das Klima ändere sich und auch die Bevölkerung. „Darauf muss die Feuerwehr reagieren. Und deswegen haben wir zwei Spritzenhäusern durch ein Gefahrenabwehrzentrum ersetzt“, erklärte Kirchartz. Von dem gemeinsamen Standort profitierten auch beide Jugendfeuerwehren und die Einsatzbereitschaft. Für eine Tagesalarmsicherheit können bei Bedarf beide Feuerwehren zusammengeschlossen werden.
Genau so neu wie das Gerätehaus ist auch die Adresse: Hans-Proppe-Straße 20 lautet die Anschrift, unter der der neue Feuerwehr-Standort firmiert. Eine Adresse in einer Straße, die es so bisher gar nicht gab. Eurens Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz enthüllte im Rahmen des Festakts im Beisein von Verwandten und Nachfahren der Namensgeber die Straßenschilder für die drei neuen Straßen, die das Gelände des ParQ54 erschließen. Benannt sind die neuen Straßen auf Beschluss des Ortsbeirates nach den Künstlern Hans Proppe, Heinrich Hamm und Werner Persy, die alle einen Bezug zu Euren haben.
Weitere Informationen:
- Die Freiwillige Feuerwehr Euren wurde 1896 gegründet und hat derzeit 20 aktive Mitglieder und eine sechsköpfige Jugendfeuerwehr. Sie rückt zu Einsätzen in Euren, Trier-West, Markusberg und Teilen von Pallien aus und hat als Sonderaufgabe den Hochwasserschutz. Ausgerüstet ist die Wehr mit einem Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS) und einem Mannschaftstransportwagen (MTF).
- Die Freiwillige Feuerwehr Zewen, die am 9. und 10. Mai ihr 125. Jubiläum mit einem großen Fest in der Zewener Turnhalle feiert, wurde 1901 gegründet. 24 Feuerwehrleute rücken zu Einsätzen nach Zewen und ins angrenzende Industriegebiet aus, 18 Kinder und Jugendliche aus Zewen und Herresthal bilden die Jugendfeuerwehr. Ausgerüstet sind die Zewener mit einem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6), einem Rüstwagen (RW1) und einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF).
- Die Facheinheit Rettungshunde und Ortungstechnik (RHOT) setzt Rettungshunde und technische Ortungsgeräte zum Aufspüren von vermissten, eingeschlossenen oder verschütteten Menschen ein und kann über die Grenzen der Stadt hinaus und sogar weltweit eingesetzt werden, wie beispielsweise beim Hoteleinsturz in Kröv, wo diese Einheit die Verschütteten lokalisiert hat. Neben dem Einheitenführer sind acht Einsatzkräfte zur biologischen Ortung (Hundeführer mit Rettungshunden) und sechs Einsatzkräfte zur technischen Ortung (Drohnenpiloten) Teil der Einheit.














