TBB Trier: Auswärtsfahrt mit Handicaps

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TRIER. Mit dem unsichtbaren Rucksack des Insolvenzantrags im Gepäck sind die Trierer Bundesliga-Basketballer nach Oldenburg aufgebrochen. Im Spiel Eins nach dem Finanzschock muss die TBB am morgigen Samstag (20.30 Uhr, EWE-Arena) bei den EWE Baskets Oldenburg antreten, gegen die im Hinspiel noch ein viel bejubelter 71:65-Überraschungserfolg gelang.

Es ist müßig, darüber spekulieren zu wollen, inwieweit die Geschehnisse der letzten Tage, die im Insolvenzantrag am Freitag ihren vorläufigen negativen Höhepunkt gefunden haben, Trainer, Spieler und Administration im Auswärtsspiel beim klaren Favoriten beeinflussen werden. Alle, die die Farben der TBB in Oldenburg vertreten werden, haben sich einmütig und eindeutig dafür ausgesprochen, die Saison zu Ende spielen zu wollen – wenn man sie lässt. Das verdient Respekt. Und wenn sie das tun, dann sicher nicht, weil es ihnen egal ist, ob sie sich in den nun noch ausstehenden Spielen blamieren oder nicht. Sie werden sicher ihr Bestes geben.


Das wird unter den Voraussetzungen, die jetzt gegeben sind, schwer genug. Zumal die Gastgeber die Blamage aus dem Hinspiel sicherlich nicht vergessen haben und im Kampf um eine noch möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs jeden Punkt benötigen. Und Trier muss noch mit einem weiteren Handicap fertig werden: Spielmacher Jermaine Anderson steht nicht zur Verfügung. Er ist wegen eines Trauerfalls in der Familie in sein Heimatland Kanada gereist. Außerdem fehlt sein Backup, der verletzte Guard Tony Canty.

Die Baskets belegen derzeit mit 30:22 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Mit vier Punkten Luft auf den ersten Platz im Niemandsland, den die Löwen aus Braunschweig belegen. Die Teilnahme am Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft scheint also nicht gefährdet, aber die Ausgangslage lässt sich noch verbessern. Und das wird das Team von Headcoach Sebastian Machowski und seinem Assistenten, dem langjährigen Trierer Co-Trainer Ralph Held auch versuchen.

Im Kader des deutschen Meisters von 2009 ist sehr viel Klasse versammelt – die aktuelle Bilanz ist gemessen an den Voraussetzungen und den eigenen Ansprüchen sicherlich unbefriedigend. Es sagt viel aus, dass ein Mann wie Philipp Zwiener, unter Henrik Rödl in Trier zu einem der herausragenden deutschen Spieler der Liga gereift, in Oldenburg gerade mal auf knapp 12 Minuten Einsatzzeit und 4,1 Punkte im Schnitt kommt. Die Stars des Teams sind andere. Wie die Guard-Legenden Julius Jenkins und Ricky Paulding, die immer noch mit zum Besten gehören, was die Liga zu bieten hat. Zusammen sind sie immer noch für mehr als 20 Punkte gut und beide haben nach wie vor die Fähigkeit, Spiele, falls erforderlich, im Alleingang zu drehen.

Topscorer des Teams ist Point Guard Casper Ware, ein Mann mit NBA-Erfahrung, der auf 14,5 Punkte kommt. Ein weiterer Point Guard, Tywain McKee, ist der kompletteste Akteur in Machowskis Ensemble: 12,33 Punkte, 4,17 Rebounds und 3,33 Assists steuert der weitgereiste US-Boy bei, der einen lange Zeit seiner Karriere in Russland und Weißrussland verbracht hat. Herr im Frontcourt ist Adam Chubb. Der 208 cm große, sehr bewegliche Center kann auf die Erfahrung von fast 300 Bundesliga-Spielen zurückgreifen. 13,37 Punkte und 5,27 Rebounds sprechen für sich.

Für Oldenburg spricht außerdem der deutlich tiefer und auch qualitativ besser besetzte Kader, der auch den Topspielern immer genügend Regenerationsphasen ermöglicht. Die TBB steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Das weiß natürlich auch Headcoach Henrik Rödl: „Wir spielen gegen ein Team, das sich das Halbfinale vorgenommen hat. Sie spielen zwar in letzter Zeit nicht immer solide, sind aber zuhause eine Macht. Aber ehrlich gesagt ist der Gegner in der aktuellen Situation nicht besonders wichtig für uns. Wir haben im Moment einen schweren Rucksack zu tragen, besonders ohne Anderson und Canty. Aber wir werden zusammenhalten und alles versuchen. Die Mannschaft hat ein starkes Zeichen gesetzt, im Team ist großer Wille vorhanden.“

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