Zwischen Nostalgie und Kult – Fensterplatz beim Pokalfinale sorgt für Gesprächsstoff

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Das Vereinshaus am/ im Moselstadion hatte einen besonderen Zuschauer; Quell: Screenshot swrsport via Instagram

TRIER. Das für die Trierer Eintracht erfolgreiche Rheinlandpokalfinale gegen TuS Koblenz im Moselstadion ist längst vorbei, doch das Netz spricht noch immer über einen ganz besonderen „Logenplatz“.

Ein Video des „swrsport“ auf Instagram, eigentlich wohl als charmige Würdigung der Trierer Fußball-Romantik gedacht, zeigt einen Mann, der das Spiel am vergangenen Samstag nicht von der Haupttribüne oder den Stehplätzen, sondern gemütlich aus einem Fenster des Stadiongebäudes verfolgt. Für echte Trierer Fans und dauerhafte Besucher der Eintracht-Spiele kein ungewöhnlicher Anblick, doch der Clip wurde gefeiert, kommentiert und belächelt. Ganz nach dem Motto: So etwas gibt es eben auch nur im Moselstadion.

 

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Und tatsächlich: Irgendwo zwischen Fußball-Nostalgie, improvisierter Stadionarchitektur und diesem ganz eigenen, altehrwürdigen Moselstadion-Charme hat die Szene auch etwas wunderbar Ehrliches.

Moselstadion-Charme statt Event-Charakter

Während andernorts der Sport längst nicht mehr nur vom Spiel, sondern ebenso vom Event-Charakter, vom erfolgreichen Investoren-Traum, vom Wohlfühl-Rahmen und von einer sorgfältig kuratierten Komfortlogik lebt, hält es der Fußball hier bisweilen deutlich schlichter, einfacher und ehrlicher: Fenster auf, Blick raus, Schatten mitnehmen, ein Kaltgetränk in der Hand – Spiel läuft! 

Das ist vielleicht nicht geschniegelt, nicht hochglänzend und meist auch nichts für teddybärwerfende Freunde klimatisierter Wohlfühlwelten mit Hang zur (aufgezwungenen) Animation durch einen Stadionsprecher. Aber genau diese bodenständige Improvisation macht den Reiz des Moselstadions eben oft stärker als jede durchvermarktete Premiumkulisse.

Ein Fensterplatz mit Nebengeräusch

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte allerdings nicht nur der ungewöhnliche Logenplatz selbst, sondern auch ein kleines Detail direkt unterhalb des Fensters. Dort war in dem Video ein Sticker des 1. FC Kaiserslautern zu sehen. Genau dieser ließ dann in den sozialen Netzwerken die Fantasie anlaufen. Wollte der Herr am Fenster damit ein Statement setzen? War das pure Provokation? Oder klebte der Aufkleber womöglich längst vorher dort und hatte mit dem Zuschauer am Fenster gar nichts zu tun?

Die ehrliche Antwort lautet: Man weiß es nicht. Bekannt ist nur, dass der Sticker im Video zu sehen war und dass genau das für viele mindestens genauso spannend war wie der Fensterplatz selbst.

Keine VIP-Loge – aber mindestens doch Kult

Nach Informationen von lokalo.de handelt es sich bei den Räumlichkeiten, aus denen der Mann das Spiel verfolgte, nicht um einen Raum des SVE’s, sondern um Räumlichkeiten der Stadt Trier. Die eigentlichen VIP-Plätze befanden sich – wie immer – natürlich auch beim Finale ganz klassisch auf der Haupttribüne. Der Mann am Fenster saß also keineswegs in einer offiziellen Lounge, auch wenn im Netz sein Platz trotzdem rasch zur „VIP-Lounge beim Landespokal“ umgetauft wurde.

Und ganz ehrlich: Ein bisschen versteht man den Charme dahinter schon. Denn genau solche Bilder sind es, die den Fußball in Trier eben vom durchgestylten Eventbetrieb unterscheiden. Kein Hochglanz, keine sterile Premiumwelt, sondern einfach Moselstadion pur: ein Gelände und Gebäude mit Geschichte, mit Ecken, Kanten und eben auch mit Fenstern, aus denen man offenbar ziemlich ordentlich Fußball schauen kann.

Das Netz feiert den Trierer Sonderweg

In den Kommentaren wurde die Szene entsprechend mit Humor aufgenommen. Da war von der „VIP-Lounge beim Landespokal“ die Rede, andere lobten die Aussicht, wieder andere nahmen den FCK-Sticker aufs Korn. Kurzum: Der Clip traf ziemlich genau das, was viele am Fußball lieben – dass er eben nicht immer nur „premium“ daherkommen muss, sondern manchmal – und das lieben seine Fans – eben gerade durch seine kleinen Kuriositäten besticht! (sz)

Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Kommentar. Er gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder.

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