Neuer Einbruch auf dem Hahn – Cargo-Airline geht nach Brüssel

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Ende März ist Schluss auf dem Hahn für Yangtze River Express.

FLUGHAFEN HAHN. Der Frachtverkehr ist ein wichtiges Standbein für den Flughafen Hahn. Der Frachtbereich soll eigentlich eine große Einnahmequelle sein. Aber jetzt bricht schon wieder ein wichtiger Kunde in diesem Bereich weg. Nachdem Air China Cargo im Dezember 2014 seinen Rückzug aus dem Hunsrück bekannt gegeben hatte, sieht es jetzt ganz danach aus, dass auch Yangtse River Express Ende März seine Flüge zum Hahn einstellen wird.

Mit diesem chinesischen Frachtunternehmen verliert der Hahn wieder einen Großkunden, der immerhin ein Drittel des gesamten Frachtvolumens des Airports bewegt. Verhandlungen, die der Hahn aktuell noch geführt hatte, waren offensichtlich nicht von Erfolg gekrönt. Vielmehr will die in Shanghai beheimatete Airline künftig, wie es in belgischen Fachmedien heißt,  sein Geschäft nach München und nach Brüssel verlagern.


Insgesamt ist das seit 2011 jetzt schon der vierte Großkunde im Frachtbereich, der dem Hunsrück den Rücken kehrt, wodurch das Frachtaufkommen um 50 Prozent eingebrochen ist. Von den Problemen betroffen sein dürfte auch ein Arbeitgeber im Umfeld des Airports. Wie der SWR meldet, wird die Firma VG Cargo einen Teil seiner 140 Arbeitsplätze abbauen. VG Cargo sammelt und verpackt die Fracht, die von den Airlines dann transportiert wird. Erst im Herbst hatte das Unternehmen eine neue Halle in Betrieb genommen. Hierfür war eine Investition von 21 Millionen Euro fällig gewesen.

Seit Jahren ist der Flughafen im strukturschwachen Hunsrück angeschlagen. Das Land Rheinland-Pfalz hält 82,5 Prozent der Anteile am Flughafen Frankfurt-Hahn, dem Land Hessen gehören 17,5 Prozent. Für das Jahr 2014 wird mit einem Verlust in Millionenhöhe gerechnet. Die prognostizierten Zahlen an Fracht- und Passagieraufkommen, mit denen bei der Eröffnung des Hahns jongliert wurde, haben sich nie erfüllt. Auch das angekündigte große Engagement des Frankfurter Flughafens ist nicht wirklich zustande gekommen. Wirtschaftlich gesehen wäre die momentane Situation längst der Todesstoß für ein Unternehmen. Aber die Landesregierung hält am Hahn fest. Kurz vor den Landtagswahlen wäre ein Aus nur schwer verdaubar.

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