TRIER – Ein ehemaliger Pfarrer aus der Eifel hat das Bistum Trier finanziell deutlich schwerer geschädigt als bislang angenommen.
Nach neuesten Untersuchungen der Diözese beläuft sich der Gesamtschaden auf rund 579.000 Euro. Der bereits 2024 wegen Untreue verurteilte Geistliche hatte Zugriff auf zahlreiche Konten, die bis in das Jahr 2001 zurückreichen. Dabei wurden nicht nur reguläre Gemeindemittel, sondern gezielt auch Spenden für gemeinnützige Hilfswerke unterschlagen.
Details zur Verwendung der veruntreuten Mittel
Die polizeilichen Ermittlungen zeichnen das Bild eines aufwendigen Lebensstils. Der Priester finanzierte mit den entfremdeten Geldern unter anderem Luxus-Urlaubsreisen und hochmotorisierte Fahrzeuge. Bereits bei seinem Amtsantritt in der Region Bitburg im Jahr 2014 thematisierte er öffentlich seine Leidenschaft für leistungsstarke Autos. Trotz der Erdrückenden Beweislast wurden die neuen Fälle juristisch nicht weiter verfolgt. Die Staatsanwaltschaft sah sich aufgrund eingetretener Verjährung zur Einstellung der Ermittlungen gezwungen.
Aktueller Status und kirchenrechtliche Aufarbeitung
Der betroffene Mann ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe von seinen priesterlichen Aufgaben entbunden. Er ist jedoch weiterhin im Verwaltungsbereich des Bistums tätig. Parallel dazu läuft eine kirchenrechtliche Voruntersuchung, die über seinen weiteren Verbleib im Klerus entscheiden wird. Da der Priester kürzlich Privatinsolvenz angemeldet hat, bleibt die vollständige Rückzahlung der veruntreuten 579.000 Euro zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Das Bistum Trier bemüht sich um eine lückenlose Aufarbeitung der internen Kontrollmechanismen.













