Ungewollte Kinderlosigkeit – die Leihmutterschaft als denkbare Lösung

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Symbolbild; pixabay


In Trier und Umgebung sind wie in vielen Teilen von Deutschland einige ungewollt kinderlose Paare anzutreffen, die nach einem Ausweg aus der Situation suchen und den Traum von dem eigenen Nachwuchs wahr werden lassen möchten. Immerhin soll in Deutschland fast jedes zehnte Paar von der Problematik betroffen sein. Eine künstliche Befruchtung wird sowohl von staatlicher Seite als auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, doch können gesundheitliche Gründe ein solches Verfahren von vornherein ausschließen. Spezielle Leihmutterschaftsprogramme können eine denkbare Lösung sein und sollten bei einem ausgeprägten Kinderwunsch in Erwägung gezogen werden.

Die rechtliche Situation in Deutschland

Das Embryonenschutzgesetz sorgt für stärkere Beschränkungen in der deutschen Reproduktionsmedizin und sieht seit der Verabschiedung im Jahre 1991 vor, dass eine Frau lediglich ein eigenes Kind gebären darf. Damit ist eine Leihmutterschaft in Deutschland grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es im Ausland spezielle Programme, die von kinderlosen Ehepaaren in Deutschland in Anspruch genommen werden können. Eine kommerzielle Leihmutterschaft ist unter anderem in den USA, in Indien und in der Ukraine rechtlich erlaubt. Angesichts der Tatsache, dass die Ukraine günstigere Konditionen bietet, die rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützend ausgelegt sind und die Anreisebedingungen als unkompliziert bezeichnet werden können, bevorzugen viele ungewollt kinderlose Paare die Leihmutterschaftsprogramme in der Ukraine. Bei der Organisation, Koordination und der Suche nach einer geeigneten Leihmutter können spezielle Agenturen unterstützen, die unter anderem bei rechtlichen und medizinischen Fragestellungen eine umfassende Hilfestellung leisten.

Die Kosten einer Leihmutterschaft in der Ukraine

Die Kosten einer Leihmutterschaft sind verhältnismäßig niedrig und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst ist zu berücksichtigen, dass eine künstliche Befruchtung in Deutschland in den meisten Fällen mit Kosten zwischen 10.000 € und 30.000 € verbunden ist. Durchaus helfen die Gelder der Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“ finanzielle Hürden zu überwinden, doch sind die Förderkriterien an mehrere Faktoren gebunden und der Umfang reicht nicht an die zu zahlenden Beträge heran. Für Frauen, die zum Beispiel über keine Gebärmutter verfügen oder unter einer unheilbaren Veränderung der Gebärmutterschleimhaut leiden, kommt eine künstliche Befruchtung ohnehin nicht infrage. Die Kosten einer Leihmutterschaft variieren von 36.000 bis 50.000 € und hängen von dem gewünschten Leistungsumfang ab. Bei den Kosten sind je nach Programm die Zahlungen an die Leihmutter, die medizinische Versorgung, eine juristische Unterstützung und sämtliche organisatorische Aspekte inbegriffen. Bei den umfangreichsten Programmangeboten ist eine unbegrenzte Anzahl von IVF-Versuchen mit Spendereizellen vorgesehen, womit dem ungewollt kinderlosen Paar regelrecht eine Garantie auf einen Erfolg gegeben wird.

Der typische Ablauf eines Leihmutterschaftsprogramms

Sobald die Dienstleistungen einer spezialisierten Agentur in Anspruch genommen werden, erfolgt der Ablauf eines Leihmutterschaftsprogramms nach einem bestimmten Schema. Nachdem seitens des Ehepaares die Reisepässe, eine beglaubigte Eheurkunde und eine ärztliche Bescheinigung zur diagnostizierten Unfruchtbarkeit vorgelegt wurden, erfolgt nach der Auswahl eines Programms ein Besuch in der Ukraine. Bei dem im Regelfall dreitägigen Aufenthalt wird eine ärztliche Untersuchung vollzogen, eine Spermaspende sichergestellt und je nach Ausgangslage eine Eizelle entnommen. Auch notwendige vertragliche Vereinbarungen werden im Rahmen des Ukraine-Besuches getroffen. Der Kultivierung von Embryonen schließt sich die Schwangerschaft an, die von Medizinern begleitet und unterstützt wird. Vor dem voraussichtlichen Geburtsdatum reist das bisher kinderlose Paar in die Ukraine, um die Entbindung in vielfacher Hinsicht zu begleiten. Nach der Geburt werden abschließende Untersuchungen vorgenommen und die Ausreiseunterlagen für das Neugeborene ausgestellt. Die Geburtsurkunde weist die Namen der biologischen Eltern aus. Sofern eine Spendereizelle in Anspruch genommen wurde, werden seitens der Agentur die rechtlichen Voraussetzungen für die Eintragung der Frau als Mutter geschaffen. Die Förderung für Behandlung kinderloser Paare in Rheinland-Pfalz kann bei einem Leihmutterschaftsprogramm nicht in Anspruch genommen werden.

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