Sexueller Missbrauch und Schläge – Projekt zu Gewalt in früherem Eifel-Internat verzögert sich

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Symbolbild. Foto: dpa-Archiv

GEROLSTEIN. Die Corona-Pandemie verzögert das Projekt zur Aufarbeitung der Gewalt in einem früheren katholischen Internat in Gerolstein in der Eifel. Es laufe nun drei Monate länger bis Ende 2021, teilte das Bistum Trier am Freitag mit. Der Abschlussbericht für Bischof Stephan Ackermann und die Öffentlichkeit werde somit im Januar 2022 erwartet. Das Projekt hatte im Oktober 2019 begonnen.

Die wissenschaftliche Projektleiterin Claudia Bundschuh erklärte, wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen sei es nicht so schnell wie erhofft zu allen Interviews mit ehemaligen Schülern gekommen. Daher werde der Zeitraum hierfür bis Juli 2021 verlängert. Auch ehemalige Beschäftigte des einstigen Bischöflichen Internats Albertinum Gerolstein könnten sich dafür noch melden.

Bundschuh sprach von Gewalterfahrungen als Alltag für viele damalige Schüler. Deren Schilderungen brächten «unmissverständlich ans Licht, dass nicht das Verhalten der Jungen dafür verantwortlich war, sondern die Bereitschaft von einigen dort tätigen Erwachsenen, ihre eigenen Interessen mit aller Macht und eben Gewalt durchzusetzen».

Zu den Vorwürfen ehemaliger Schüler in einem früheren Zwischenbericht des kirchenunabhängigen Aufarbeitungsprojekts zählten etwa sexueller Missbrauch beim Duschen, Ohrfeigen, Kopfnüsse und Stockschläge. Nicht alle Beschuldigten leben noch: Das Internat in Trägerschaft des Bistums Trier existierte von 1946 bis 1983. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft Trier sind wohl alle mutmaßlichen Taten verjährt.

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