Kritischer Bauwerkszustand – bei den Trierer Brücken stehen wichtige Generalsanierungen an

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Foto: Dpa-Archiv

Die Brücken im Trierer Stadtgebiet werden regelmäßig einer Inspektion unterzogen: Jedes Jahr ist nach den gesetzlichen Vorschriften eine Kon­troll-Besichtigung fällig, alle drei Jahre eine einfache Prüfung und alle sechs Jahre eine aufwändige Hauptuntersuchung. Vergangene Woche wurde mit der 1973 eingeweihten Konrad- Adenauer-Brücke ein Bauwerk geprüft, das zu den stark belasteten Verkehrsachsen in Trier gehört.

Bei großen Brücken ist für die Inspektionen das Brückenuntersichtgerät unverzichtbar. Für die einfache Prüfung der Konrad-Adenauer-Brücke kam vergangene Woche ein rotes Spezialfahrzeug nach Trier. Mit einem dreiteiligen Kran werden die Prüfer in einem Korb nach unten befördert, um die Brücke aus direkter Nähe zu inspizieren. Die Experten klopfen unter anderem einzelne Teile des Bauwerks mit einem Hammer ab, denn bereits dieses Geräusch verrät dem Fachmann, ob mit der Betonkonstruktion noch alles in Ordnung ist. Probleme können zum Beispiel auftreten, wenn sich durch eindringende Feuchtigkeit das Volumen des Stahls im Inneren der Betonkonstruktion ausdehnt. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung sind der Zustand der Fahrbahn sowie die Sicherheit und Standfestigkeit des Geländers. Auch wird ein Blick in das Innere der Brücken geworfen, was mitunter ganz schön eng sein kann.

Wie in der Schule endet die Prüfung mit einer Note für das Bauwerk. Note 1 bedeutet sehr guter Zustand, bei schweren Schäden wird eine 4 vergeben, dann sind auch Vollsperrungen möglich. Die Zustandsnote setzt sich aus den einzelnen Noten der verschiedenen Teilbauwerke zusammen. Bei den aktuellsten Prüfungen der drei Moselbrücken schnitten die Konrad-Adenauer-Brücke mit der Zustandsnote 2,2 bis 3,0 und die Kaiser- Wilhelm-Brücke mit 2,3 bis 2,9 am besten ab. Die Römerbrücke erhielt die Note 3, was den Beginn eines kritischen Bauwerkszustands markiert.

Edit: Eine Zustandsnote von 3,0 bis 3,4 (nicht ausreichender Bauwerkszustand) bedeutet allerdings nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung des Bauwerkes, sondern ist ein Indikator dafür, dass in näherer Zukunft eine Instandsetzungsmaßnahme zu planen ist, wobei die Zustandsnote keinen. Werden Mängel festgestellt, legt das Amt StadtRaum die Reihenfolge der Reparaturen fest.

Die Abteilung Unterhaltung Verkehrswege ist für die Instandhaltung von insgesamt rund 270 Ingenieurbauwerken im Stadtgebiet verantwortlich. Davon handelt es sich bei 149 um Brücken, aber auch Stützbauwerke, Lärmschutzwände oder Gewölbe zählen dazu.

Bevor die Konrad-Adenauer-Brücke saniert werden kann, steht zunächst eine Generalsanierung der Kaiser- Wilhelm-Brücke ab frühestens 2024 an. Dabei wird die Anzahl der Fahrbahnen nicht verändert. Der aktuelle, langfristige Investitionsplan sieht danach eine Generalsanierung der Römerbrücke vor. Dies soll frühestens 2026 geschehen. Nach der erfolgten Generalsanierung der anderen beiden Moselbrücken wäre dann eine Sanierung der Konrad-Adenauer-Brücke ab 2029 möglich. Bevor die Generalsanierungen stattfinden, müssen vorher objektbezogene Schadensan­alysen durchgeführt werden, woraus anschließend Sanierungskonzepte entwickelt werden.

(Text: Rathaus-Zeitung)

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