Reaktionen zur 1. FCK-Insolvenz: Fans erstklassig vereinstreu

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Foto: dpa-Archiv

KAISERSLAUTERN/MAINZ. Im rheinland-pfälzischen Landtag gibt es eine Reihe glühender Anhänger des 1. FC Kaiserslautern. Vor allem die Fraktionsvorsitzenden der beiden größten Parteien SPD und CDU, Alexander Schweitzer und Christian Baldauf, lassen kaum eine Gelegenheit aus, sich als Fans des Drittligisten zu outen. Einige Reaktionen auf das angekündigte Insolvenzverfahren beim krisengebeutelten Traditionsclub:

ALEXANDER SCHWEITZER: Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion spricht von einer «bitteren, aber nicht überraschenden Nachricht». «In das Gefühl von Sorge mischt sich bei mir schon auch Zuversicht ein», sagte der 46 Jahre alte Landauer der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Verein müsse wirtschaftlich wieder Grund unter den Boden bekommen, um sportlich wieder voran zu kommen. Das traue er den jetzt handelnden Akteuren zu. Der FCK müsse so aufgestellt werden, dass er in der 3. Liga bleiben könne und auch ein Aufstieg möglich sei. Er wünsche sich wieder bessere sportliche Zeiten, bleibe dem Verein aber auch in der Regionalliga treu: «Als FCK-Fan muss ich sagen, für mich kennt Liebe keine Liga.» Und: «Ich war immer FCK-Fan und werde es immer sein.»

CHRISTIAN BALDAUF hat seinem Generalsekretär GERD SCHREINER den Vortritt bei einer öffentlichen Reaktion gelassen. Schreiner sieht den FCK «als Opfer der SPD-Landesregierung». Denn: «Die Insolvenz des 1. FC Kaiserslautern steht in der Traditionslinie vermasselter SPD-Politik in Rheinland-Pfalz.» Es sei die SPD-Landesregierung gewesen, die seinerzeit ein Konzept für den FCK geschmiedet habe, das Verein und Stadt keine Luft zum Atmen gelassen habe.

«Selbstverständlich wurden auch vor Ort Fehleinschätzungen getroffen: Aber es war der Genossenfilz aus der Staatskanzlei, der den Verein mit in diese Situation gebracht hatte», betonte Schreiner. Die vielen Fans des Traditionsvereins hätten eine bessere Entwicklung verdient – finanziell wie sportlich. «Zumindest was die Unterstützung und Treue seiner Fans angeht, ist der Verein weiterhin erstklassig aufgestellt», sagte der Landtagsabgeordnete aus Mainz.

SPORTMINISTER ROGER LEWENTZ (SPD) wünscht dem FCK, dass er die Chance nutzt, die ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung biete. «Dieses Instrument gibt dem Club viele Möglichkeiten, einen Neuanfang aktiv mitzugestalten.»

BUND DER STEUERZAHLER: «Dass der 1. FC Kaiserslautern zu den ersten Profivereinen gehört, die in Corona-Zeiten die Insolvenz anmelden, überrascht uns nicht wirklich», sagte der Geschäftsführer des Bunds der Steuerzahler, Rheinland-Pfalz, René Quante. «Nun rächt es sich, dass der Stadtrat auf Kompensationen für Pachtreduzierungen und -stundungen verzichtet hat.» Und: «Was die Roten Teufel der stadteigenen Stadiongesellschaft schulden, dürfte wohl weitgehend bis komplett futsch sein.» Immerhin müssten nun endlich auch die privaten Gläubiger des FCK finanzielle Opfer bringen.

3 KOMMENTARE

  1. Es war der Größenwahnsinn des Steinfelder Elektrikers, den die hirnlosen Weintrinker immer wieder gewählt haben, der den FCK in die Sch… geritten hat. Schon fast bankrott musste der Betzenberg auf Befehl des Sonnenkönigs 2006 zum WM-Stadion werden. Und dann ging’s rapide bergab und der Sonnenkönig wurde „bauchspeicheldrüsenkrank“ zu Böhringer gelobt und hat dem Land die 3er geschenkt.
    Und jetzt geht’s uns immer besser und besser!

  2. Er kann ja noch Sonderbotschafter des Landes in Ruanda werden, der Herr Beck. Inklusive Aufwandsentschädigung für den Auslandseinsatz. Erinnert man sich noch an ex. FCK Vorstand Gerhard Herzog und dessen Amigo in der Mainzer Staatskanzlei?

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