Unfälle im Stadtgebiet – Hier kracht es in der Stadt am meisten

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Zwei Verletzte und hohen Sachschaden verursachte dieser Unfall in der Trierer Südallee.

TRIER. Durch kleine Änderungen bei der Verkehrsführung konnten in Trier letztes Jahr einige unfallträchtige Bereiche entschärft werden. Dies stellte die Unfallkommission aus Experten von Tiefbauamt, Planungsamt, Straßenverkehrsamt, Polizei und Landesbetrieb Mobilität fest, die sich auf Einladung der neuen Abteilungsleiterin der Straßenverkehrsbehörde Trier, Jutta Metern, traf. Die Kommission nimmt jedes Jahr Bereiche unter die Lupe, an denen sich in einem Jahr mehr als fünf gleichartige Unfälle ereignen, sogenannte Unfallhäufungsstellen.

Die Kreuzung Martinsufer/Ausoniusstraße ragt in der Statistik 2016 mit 47 Unfällen heraus, zumeist sind sie durch Spurwechsel bedingt. Gute Ergebnisse brachte letztes Jahr das Anbringen eines größeren Rotlichts für Verkehrsteilnehmer aus Fahrtrichtung Konz. Hierdurch sank die Zahl der Unfälle von neun auf zwei. Auffällig oft krachte es hingegen bei Spurwechseln im Bereich Kaiser-Wilhelm-Brücke Richtung Konz. Hier wird die Polizei als Handlungsgrundlage für Maßnahmen der Unfallkommission in Zukunft statistisch erfassen, ob Ortsfremde oder Ortskundige betroffen sind. Auf der Westseite der Kaiser-Wilhelm-Brücke zählte die Polizei 26 Unfälle, die meist auf Unachtsamkeit zurückzuführen waren.

Sehr erfreut zeigten sich die Experten, dass im Kreuzungsbereich Georg-Schmitt-Platz/Ascoli-Piceno-Straße die Zahl der Unfälle von 25 auf 21 zurückging. Sie hatten im Vorjahr eine der beiden Rechtsabbiegerspuren von der Lindenstraße auf die Ascoli-Piceno-Straße gesperrt. 2016 ereigneten sich daraufhin an dieser Stelle keine Unfälle mehr (2015: 9). Dafür nahmen die Unfälle von Verkehrsteilnehmern, die aus der Lindenstraße stadteinwärts links abbogen, deutlich zu. Auch diese Unfälle sind auf Spurwechsel zurückzuführen, weshalb die Kommission beschloss, die Markierungen zu verdeutlichen.

Die Kreuzung Sankt-Barbara-Ufer/Südallee ist mit 37 Unfällen scheinbar besonders gefährlich (2015: 33), bei 40.000 Fahrzeugen, die täglich auf der Uferstraße unterwegs sind, ist sich diese Zahl jedoch laut Ansicht der Experten nicht auffällig hoch. Eine 2016 durchgeführte Maßnahme wirkte sich positiv auf die Verkehrssicherheit aus: Die Schutzzeit beim Linksabbiegen in die Südallee wurde erhöht, was zu weniger Unfällen aufgrund von Rotverstößen führte. Eine Optimierung der Ampelanlagen brachte auch auf der Zurmaiener Straße in Richtung Innenstadt Effekte: Dank eines vergrößerten Rotlichts ging die Zahl der Unfälle sowohl an der Kreuzung zur Zeughausstraße als auch auf Höhe der Castelforte-Straße zurück.

Bei der Abfahrt der Autobahn am Verteilerkreis Nord in Richtung Ratio kam es auch 2016 durch das Zusammentreffen mehrerer Spuren zu vielen Zusammenstößen (29). Kürzlich wurde deshalb die Markierung in diesem Bereich erneuert und die Spurführung teilweise verändert. Von der Autobahn kommend wurde eine einspurige Führung markiert und die Vorfahrtsberechtigung für Rechtsabbieger geändert.

4500 Unfälle verzeichnete die Polizei 2016 im Trierer Stadtgebiet. Im Vergleich zu 2015 ereigneten sich 60 Unfälle weniger aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit. Die Polizei wertet dies als eine positive Folge der verstärkten Geschwindigkeitskontrollen, die die Stadt seit Februar 2016 durchführt.

Die Unfallhäufungsstellen 2016 mit der Zahl der verzeichneten Unfälle:

St.-Barbara-Ufer/Südallee/Kaiserstraße/Römerbrücke: 37
Pacelliufer/Pellinger Straße: 11
Südallee/Saarstraße: 16
Martinsufer/Ausoniusstraße: 47
Georg Schmitt Platz / Lindenstraße: 21
Kaiser-Wilhelm-Brücke Westseite: 26
Kölner-/Hornstraße: 13
Kohlen-/Bonifatiusstraße: 6
Verteiler Nord/Parkstraße: 11
Loeb-/Dasbachstraße: 7
Abfahrt A602/Zufahrt Richtung Ratio: 29

( Text – Rathaus-Zeitung)

6 KOMMENTARE

  1. Die geänderte Verkehrsführung im Bereich Ausfahrt A602 – Verteilerkreis – Aldi ist meines Erachtens völlig daneben: Wenn ich von der Autobahn kommend rechts in Richtung Aldi abbiegen will, dann habe ich dort seit der Änderung nicht mehr Vorfahrt wie früher sondern mir bevorrechtigt ist der Verkehr links vom Verteilerkreis kommend. Dieser Querverkehr vom Verteilerkreis ist jedoch selbst nicht bevorrechtigt gegenüber dem Verkehr der von der Autobahn kommend geradeaus weiterfahren will.
    Wenn ich nun rechts abbiegen will und links aus Richtung Verteiler steht einer, dann weiß ich nicht, ob der nicht fährt weil er einfach pennt oder ob er wartet, weil er jemanden durch lassen muss. Ich muss also nicht nur auf den verkehr direkt von links achten sondern auch noch auf den von hinten der evbentuell links an mir vorbei fährt. Falls da nämlich einer kommt der ja Vorfahrt hat vor dem aus dem Verteiler darf ja fahren. Alles in allem ziemlich unübersichtlich.
    Auf lange Sicht bei stetig wachsendem Verkehr hilft an der Stelle eigentlich nur eine Ampelanlage rund um den Verteilerring an allen Einfahrten. Die kann dann je nach Verkehrslage entweder immer nur eine Einfahrt auf grün schalten oder vielleicht auch zwei gegenüberliegende.

    • Ich habe das heute auch gesehen, wer in der Verwaltung hat sich das ausgedacht, ich unterstelle mal dass derjenige keinen Führerschein hat oder nicht aktiv am Strassenverkehr teilnimmt, wie dort beschildert wurde ist völlig unnötig , warum hat der Linksabbieger Vorfahrt, der Rechtsabbieger aber nicht ? Das wird wohl noch zu Missverständnissen führen, Die Ummarkierung geht in Ordnung aber warum wurde hier mit der Beschilderung dermassen verschlimmbessert ?

    • Stimmt. Die Markierung vom Kreis her kommend am Stoppschild macht Sinn, aber die Regelung von Autobahn her kommend richtung ALDI/ Boost hab ich mir angeguckt und kann den Sinn nicht verstehen.
      Halten mehr als 1/4 der Fahrzeuge überhaupt am Stoppschild an? Ich glaube nicht. Was wãre hier Geld fürs Land zu verdienen. Jeder Verstoß kostet ja mind. 80 €

  2. Der Spitzenreiter fehlt! Am meisten kracht es im Moment, wenn die Touristen-Köppe auf der Sim und auf dem Hauptmarkt zusammenprallen. Die Stadt Trier war ja so clever, während der Saison da alles aufzureißen und das Pflaster neu zu legen bzw. auf dem Hauptmarkt diese kotzverdächtig schönen neuen Laternen anzubringen. Betrachtet man das von oben, wirken die Absperrungen dafür wie ein Richtungsgatter für Schafe… und da kommt es schon mal zu Rangeleien… Cleveres Trier halt.

  3. Was wollen Sie an Sachverstand erwarten,bei den Gehältern die hier von der Stadt Trier gezahlt werden? Wie das Gehalt,so die Kompetenz, leider!

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