Update: Eintracht schießt Offenbach aus dem Stadion – Sixpack gegen den Meister

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Dieses Bild passt nicht zur klasse Vorstellung der Eintracht: Protestplakat und fliegende Klopapierrollen. Foto: privat

TRIER. Der Wunsch von Trainer Peter Rubeck, zu Hause nicht nur gut zu spielen, sondern sich dafür auch zu belohnen, ging in Erfüllung. Im Traditionsderby der Fußball-Regionalliga Südwest gewann die Trierer Eintracht am Montagabend vor 3128 Zuschauern unter Flutlicht gegen die Offenbacher Kickers in der Höhe sensationell mit 6:0 (2:0).

Der Knoten im heimischen Moselstadion ist endlich geplatzt. Die bisher bescheidene Heimbilanz – in fünf Spielen hatte es nur einen Sieg gegeben – polierten die Gastgeber im Spiel gegen den Vorjahresmeister ordentlich auf. 6:0 hieß es am Ende des Verfolgerduells der Regionalliga. Bis zur 40. Minute hatte nichts auf ein solches Resultat hingedeutet. Trier war in einer ausgeglichenen Partie zwar die etwas bessere Mannschaft, Chancen blieben auf beiden Seiten aber aus.

In der 42. Minute begann dann ein denkwürdiger Abend im Moselstadion so richtig. Nach einer Ecke landete der Ball auf der anderen Seite des Strafraums bei Patrick Lienhard, der flankte nach einem Schlenker in Richtung Fünfmeterraum, wo Christoph Buchner hochstieg und per Kopf das 1:0 markierte. Und die Eintracht legte noch vor dem Pausenpfiff nach. Nach einem Solo von Benedikt Koep wurde ein Schuss von Mario Müller abgeblockt, den Nachschuss von Christopher Spang wehrte Marcel Gebers mit der Hand ab. Schiedsrichter Gaetano Falcicchio entschied zu Recht auf Strafstoß, den Patrick Lienhard flach und unhaltbar zum 2:0 ins untere linke Eck setzte.

Beim Gang die Kabinen ahnte noch niemand, dass die 05er diesem starken Schlussspurt eine furiose zweite Hälfte folgen lassen würden. In der Pause musste OFC-Coach Rico Schmitt Torhüter Daniel Endres wegen einer Muskelverletzung auswechseln. Der 20-Jährige Alexander Sebald rückte zwischen die Pfosten – und erlebte ein Waterloo. Seine erste Amtshandlung war es, den Ball aus dem Netz zu holen. Genau 17 Sekunden nach Wiederanpfiff überrannten die Trierer die unsortierte Abwehr der Hessen, Sebald kam aus dem Kasten und wurde von Daniel Hammel zum 3:0 getunnelt. Mit diesem Treffer war die Partie bereits entschieden.

Die restliche Spielzeit nutzten die Moselaner, um mit der Meinung aufzuräumen, in Heimspielen zu fahrlässig mit den herausgespielten Chancen umzugehen – sehr zur Freude von Trainer Peter Rubeck. „Wir haben das Spiel von Anfang an beherrscht. Später haben wir uns in einen Rausch gespielt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie die Sache gemeistert hat“, stellte der Coach fest.

Bevor die Gala auf dem Rasen ihrem Höhepunkt entgegen ging, gab es wieder einmal Ärger mit den Ultras. In der Fankurve wurde ein Banner mit der Aufschrift „Scheiss Sport1“ gehisst, dazu flogen Papierrollen aufs Feld. Mit dieser Aktion protestierten einige Anhänger der Eintracht gegen die „fanunfreundlichen“ Anstoßzeiten bei den Übertragungen durch den Sender. Eintracht-Geschäftsführer Jens Schug hatte im Vorfeld des Spiels darum gebeten, solche Proteste zu unterlassen – vergeblich. Nachdem das Spielfeld wieder geräumt war, wurde wieder Fußball gespielt.

Nach einer Stunde trat Benedikt Koep den Beweis an, der bisher oft als Vorbereiter, aber nicht als Vollstrecker geglänzt hatte. Nach einem tollen Solo von Christian Telch über die linke Außenbahn, bei dem er sich seinen Gegenspielern mit mehreren Übersteigern entledigte, flankte er präzise in den Strafraum, wo Koep den Ball über die Linie drückte. Aber der Torhunger war immer noch nicht gestillt. Eine Ecke von Christopher Spang landete auf dem Kopf von Torge Hollmann, der am bedauernswerten Sebald vorbei das 5:0 erzielte.

Das einzige Ausrufezeichen für die Gäste wäre besser unterblieben. In der Nähe der Trierer Eckfahne kam Martin Röser angeflogen und fegte Christopher Spang von den Beinen, ohne den Hauch einer Chance, den Ball erreichen zu können. Die Strafe des sehr guten Schiedsrichters folgte ohne Zögern: Rot für Röser, der sich noch mit dem Stinkefinger in die Kabinen verabschiedete. Spang konnte weiterspielen.

Den Schlusspunkt setzte Robin Garnier in der ersten Minute der Nachspielzeit, als er nach einem Zuspiel des starken Christian Telch das halbe Dutzend voll machte.

Rubeck holte das gesamte Ensemble nach dem Schlusspfiff wieder auf den Boden der Realität zurück: „Das 2:0 vor der Halbzeit hat uns sehr in die Karten gespielt. Nun dürfen sich Mannschaft und Trainerteam zwei Tage lang freuen. Danach müssen wir uns wieder intensiv auf die Partie in Freiburg vorbereiten. Ein 6:0 gibt auch nur drei Punkte. Es gibt keinen Grund, überheblich zu werden.“

SV Eintracht Trier 05 – Kickers Offenbach 6:0 (2:0)
Eintracht Trier: Chris Keilmann – Torge Hollmann, Matti Fiedler, Michael Dingels, Christoph Buchner (87. Julian Bidon) – Daniel Hammel, Christopher Spang, Christian Telch, Mario Müller – Patrick Lienhard (90. Oliver Laux) – Benedikt Koep (80. Robin Garnier)

Kickers Offenbach: Daniel Endres (46. Alexander Sebald) – Sascha Korb (64. Kristian Maslanka), Thomas Franke, Stefano Maier, Alexis Theodisiadis – Martin Röser, Klaus Gjasula, Marcel Gebers, Niko Dobros – Benjamin Pintol – Devann Yao (46. Markus Müller)

Tore: 1:0 (42.) Christoph Buchner, 2:0 (45.+1) Patrick Lienhard (Handelfmeter), 3:0 (46.) Daniel Hammel, 4:0 (60.) Benedikt Koep, 5:0 (76.) Christopher Spang, 6:0 (90.+1) Robin Garnier

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte (72.) für Martin Röser (Offenbach) wegen groben Foulspiels

Schiedsrichter: Gaetano Falcicchio (Fulgenstadt) – Zuschauer: 3128

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