TRIER. Die Baugeschichte des Trierer Doms St. Peter ist in den vergangenen Jahren umfassend erforscht worden. Nun wurde die daraus entstandene, mehr als 700 Seiten starke Monografie offiziell vorgestellt. Das Werk fasst die Ergebnisse eines seit 2015 laufenden Forschungsprojekts zusammen und liefert neue Erkenntnisse zur Entwicklung der ältesten Bischofskirche Deutschlands.
Umfangreiche Forschung seit 2015
Die Untersuchung wurde vom Domkapitel in Auftrag gegeben und mit modernen Methoden der Bauforschung durchgeführt. Bei der Vorstellung im Dom betonte Dompropst Weihbischof Jörg Michael Peters die besondere Kontinuität des Bauwerks: Der Dom sei seit über 1.600 Jahren als Ort des Gottesdienstes genutzt worden.
Er würdigte die Arbeit des Hauptautors Dr. Dominik Jelschewski sowie aller Beteiligten und sprach von einer umfassenden Erforschung des Gebäudes in einer Form, „wie sie in ihrer Gesamtheit bisher nie vorgelegen hat“.
Kombination aus klassischen und modernen Methoden
Das Forschungsprojekt verband Archivrecherchen mit klassischen Methoden der Bauforschung und moderner Technik. Dazu gehörten unter anderem Laserscans, Drohnenaufnahmen und Fotogrammetrie, mit denen dreidimensionale Modelle erstellt wurden.
Professor Manfred Schuller von der Technischen Universität München bezeichnete den Dom als baugeschichtlich außergewöhnliches Objekt. Die Vielzahl erhaltener Zeugnisse aus verschiedenen Epochen über einen Zeitraum von mehr als 1.600 Jahren sei weltweit einzigartig.
Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte
Die Untersuchung brachte mehrere neue Erkenntnisse hervor. So wurde unter anderem die Einwölbung des Doms als bedeutendes Bauprojekt des 13. Jahrhunderts eingeordnet, das bislang in der Forschung wenig beachtet worden sei.
Zudem zeigte sich, dass ein bislang als gotisch geltender Turm tatsächlich aus der Zeit um 1720 stammt und damit deutlich jünger ist als angenommen.
Erstmals bietet die Publikation auch einen umfassenden Überblick über die Veränderungen während der großen Domrenovierung zwischen 1962 und 1974.
Ergebnisse auch für Laien zugänglich
Trotz des wissenschaftlichen Umfangs richtet sich das Werk auch an interessierte Laien. Insgesamt 89 3D-Visualisierungen veranschaulichen die einzelnen Bauphasen und ermöglichen einen anschaulichen Zugang zur Entwicklung des Doms.
Beiträge aus verschiedenen Fachbereichen
Neben der Bauforschung flossen auch Erkenntnisse aus Archäologie, Dendrochronologie und Kunsttechnologie ein. So konnte beispielsweise durch Holzanalysen eine neue Datierung einzelner Bauabschnitte vorgenommen werden.
Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler wurden insgesamt 125 Proben ausgewertet, die eine genauere zeitliche Einordnung der Baugeschichte ermöglichen.
Auch kunsthistorische Untersuchungen lieferten neue Ergebnisse, etwa zu einem romanischen Fries aus dem Jahr 1037.
Bedeutung für Forschung und Denkmalpflege
Die Publikation soll künftig als wichtige Grundlage für weitere Forschungen dienen. Gleichzeitig liefert sie neue Erkenntnisse für die Denkmalpflege des Doms, der seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes ist.
Buchinfo
Die Monografie „Der Dom zu Trier. Baugeschichte und Bauforschung“ von Dominik Jelschewski ist im Rahmen der Reihe „Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte“ erschienen.
Das Werk umfasst 720 Seiten und ist zum Preis von 99 Euro im Buchhandel erhältlich.














