WACHENHEIM. Ein nächtliches Durchfahrtsverbot zum Schutz wandernder Amphibien – und trotzdem rollen Autos weiter. In der Pfalz hat die Missachtung einer Straßensperre jetzt drastische Folgen: Nach dem Tod zahlreicher besonders geschützter Feuersalamander auf der Kreisstraße 16 zwischen Wachenheim und Lindenberg ermittelt die Polizei. Im Raum steht nicht nur ein Verstoß gegen den Naturschutz, sondern auch gegen das Tierschutzgesetz.
Tote Feuersalamander auf gesperrter Strecke in der Pfalz
Wie die Behörden in Neustadt an der Weinstraße mitteilten, wurden auf der wegen Amphibienwanderung gesperrten Kreisstraße 16 etliche Feuersalamander überfahren. Die Strecke zwischen Wachenheim und Lindenberg war nachts für den Verkehr gesperrt worden, um die Tiere während ihrer Wanderung zu schützen.
Doch die Sperrung wurde offenbar ignoriert – mit fatalen Folgen. Zahlreiche Tiere kamen auf der Fahrbahn ums Leben.
Polizei und Kripo ermitteln nach Missachtung des Durchfahrtsverbots
Die Polizei hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben der Behörden ermittelt die Kriminalinspektion wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz.
Das Verfahren richtet sich zunächst gegen Unbekannt. Sollten Fahrer identifiziert werden, würde der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.
Feuersalamander in Deutschland besonders geschützt
Der Feuersalamander gilt in Deutschland als besonders geschützte Art. Grundlage dafür sind die Bundesartenschutzverordnung und das Bundesnaturschutzgesetz. Gerade deshalb wiegt der Fall besonders schwer.
Die Tiere sind in vielen Regionen ohnehin unter Druck – unter anderem durch Lebensraumverlust, Krankheiten und den Straßenverkehr. Umso sensibler reagieren Behörden, wenn Sperrungen zum Schutz der Amphibien missachtet werden.
Sperrungen zum Amphibienschutz sind kein bloßer Hinweis
Solche nächtlichen Durchfahrtsverbote werden nicht ohne Grund eingerichtet. Während der Amphibienwanderung überqueren Tiere wie Kröten, Molche und Salamander in großer Zahl Straßen, um ihre Laichgewässer zu erreichen. Schon wenige Fahrzeuge können dabei zahlreiche Tiere töten.
Der aktuelle Fall in der Pfalz zeigt nun drastisch, welche Folgen Ignoranz und Rücksichtslosigkeit haben können.


















