Trier: Ungebrochene Solidarität mit der Ukraine seit Kriegsbeginn — ukrainische Fahne vor dem Rathaus

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Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

TRIER. Am 24. Februar jährt sich zum vierten Mal der Start des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der bis heute unvermindert andauert und schon zahlreiche Opfer forderte. Daher weht an diesem Tag die ukrainische Fahne vor dem Trierer Rathaus.

In den letzten vier Jahren gab es viele Aktionen, die die Gesten der Solidarität zu einer konkreten Unterstützung weiterentwickelten. Wenige Tage nach Kriegsbeginn fand eine Protestdemonstration mit rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor der in den ukrainischen Nationalfarben angestrahlten Porta Nigra statt. OB Wolfram Leibe brachte dabei als Mitglied des internationalen Bündnisses „Mayors for Peace“ den Protest gegen die russische Aggression zum Ausdruck. In den nächsten Monaten nahm Trier viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine auf, half ihnen bei den ersten Schritten in der neuen Umgebung, stellte Kita- und Schulplätze für die Kinder der Familien zur Verfügung und leistete durch das Anbieten von Sprachkursen einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Daneben ging es aber auch immer wieder darum, den Menschen, die in der Ukraine bleiben wollten oder mussten, Anteilnahme und konkrete Hilfe zukommen zu lassen. Ein anschauliches Beispiel waren die Ferienlager, die in den Sommerferien 2024 und 2025 für Jugendliche aus Isjum stattfanden und die von der Trierer Stadtverwaltung federführend organisiert und finanziert wurden. Dieses Projekt, das mit zahlreichen Partnern umgesetzt wurde, ist auch ein konkretes Ergebnis der am 21. Mai 2024 in Trier besiegelten Städtepartnerschaft mit dem ukrainischen Isjum, die der Stadtrat vorher beschlossen hatte. Die zweisprachigen Urkunden wurden in einer Feierstunde im Rathaussaal unterzeichnet.

Die ukrainische Delegation war zwei Tage zu Gast in der Region. Bei dieser Vertiefung der Städtefreundschaft spielen die ukrainischen Vereine und Hilfsorganisationen der Region eine wichtige Rolle, darunter die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Trier, der Netzwerkhafen Ukraine, der Ukrainisch-Deutsche Verein in der Region Trier (DACH e. V.), die Deutsch-Ukrainische Kulturbrücke und der Verein „Viele Hände für die Hoffnung“, deren Vertreter an der Zeremonie teilnahmen. Isjum liegt im Osten des Landes in der Nähe der russischen Grenze und etwa 600 Kilometer östlich von Kiew. Im Februar 2022 wurde die Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe und war mehrere Monate besetzt.

Von Anfang an spielten nicht nur bei dem bürgerschaftlichen Engagement für die Menschen in der Ukraine Hilfsgüter eine zentrale Rolle. In den nächsten Monaten treten weitere ihren Weg von Trier in die Ukraine an. Das ist eine logistische Herausforderung, denn diese Fracht ist nicht nur enorm groß und schwer, sie muss auch bis weit in den Osten geliefert werden. Vorher gab es eine enge Abstimmung mit der Stadtverwaltung in Isjum.

Bei den Hilfsgütern handelt es sich um zwei Pakete: Das erste umfasst ausgemusterte Fahrzeuge der Stadtverwaltung – voraussichtlich einen Pkw und vier Lastwagen mit Doppelkabine und Pritsche. Diese voll funktionstüchtigen Fahrzeuge vom Amt StadtRaum werden voraussichtlich im Frühsommer überführt, sobald die Neufahrzeuge, durch die sie ersetzt werden sollen, in Trier eingetroffen sind. Das zweite Hilfspaket besteht aus Sachgütern, die die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) für ukrainische Kommunen beschafft hat und deren deutsche Partnerstädte den Transport organisieren und finanzieren.

Isjum hat sich für einen Multifunktionsradlader im Wert von 61.000 Euro und eine Multisportanlage mit einer Umzäunung aus Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff für rund 47.500 Euro entschieden. Der Radlader und die Sportanlage sollen im Frühjahr eintreffen. Die Stadtverwaltung trägt die Transportkosten und die Fördergelder für die Hilfsgüter kommen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. (Quelle: Stadt Trier)

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