Erweitere Parkzone Trier-Süd: „Sparen“ sich viele den Bewohnerparkausweis?

14
Foto: dpa / Illustration

TRIER. Wie von lokalo.de berichtet, wird die Bewohnerparkzone Süd (S) zum 1. Februar stark erweitert. Auf Beschluss des Stadtrats erstreckt sie sich nun in Richtung Osten bis zur Bahnlinie und in Richtung Süden bis zur Aulstraße.

Baudezernent Dr. Thilo Becker begründete den Schritt im Dezember damit, dass es „in den Wohngebieten von Trier-Süd viele Fremdparker“ gebe, „deren eigentliches Ziel die Innenstadt ist.“ Insgesamt werden 32 Straßen neu in die Bewohnerparkzone Süd aufgenommen.

Die nicht für Bewohner reservierten Stellplätze werden bewirtschaftet. Das bedeutet, dass in den Nebenstraßen eine Parkscheibe benutzt werden muss. Nur dort, wo ein Zusatzzeichen der Beschilderung die Bewohnerinnen und Bewohner von der Bewirtschaftung befreit oder die Parkplätze für die Bewohner reserviert sind, dürfen diese auch mit Bewohnerparkausweis parken. Dieser kostet pro Jahr stramme 200 Euro.

Laut einem aktuellen Bericht des Volksfreunds wurden aber erstaunlicherweise für die stark erweiterte Bewohnerparkzone, in der sich rund 1600 Stellplätze befinden, für das Jahr 2025 lediglich 175 Ausweise neu beantragt. Dies ist überraschend wenig, wenn man bedenkt, dass laut amtlicher Statistik Anfang 2024 knapp 3800 Autos in Trier-Süd zugelassen waren. Selbst wenn man bedenkt, dass ein Teil der Fahrzeuge südlich der Aulstraße zugelassen sind und auch manche PKW-Besitzer über private Stellplätze verfügen, so ist das Missverhältnis doch offensichtlich.

Es ist daher zu vermuten, dass viele sich die Gebühr für den Bewohnerparkausweis sparen, und es „darauf ankommen lassen“, also darauf setzen, dass eher wenige Kontrollen stattfinden und dementsprechend nur ein geringes Risiko besteht, gebührenpflichtig verwarnt zu werden. Doch das könnte sich als Fehlkalkül erweisen, denn die Stadt hatte schon bei der Vorstellung der Erweiterung intensivere Kontrollen angekündigt. Für eine Übergangsphase sollen allerdings erstmal lediglich sog. „Null-Euro-Tickets“ verteilt werden, so ein Sprecher der Stadt Trier. (Quelle: Trierischer Volksfreund)

Vorheriger ArtikelVereinbarung: Notfallversorgung in der Region Hermeskeil für die kommenden Jahre gesichert
Nächster ArtikelTrier: Mit Schlagstock auf Flüchtenden eingeprügelt – Prozess gegen Bundespolizisten

14 Kommentare

  1. Hervorragend we scharfsinnig das Team um Dr.Becker die Situation erfasst hat. Hier kann man an die Verwaltung nur nachhaltig dafür plädieren jeden Verstoss knallhart zu ahnden. Wo kommen wir denn dahin wenn die Leute offensichtlich nach dem Motto „Legal,illegal,scheissegal“ handeln. Das stellt unsere wunderbare Rechtsordnung in Frage, dagegen muss mit aller Härte vorgegangen werden.

    Ich setze hier alle meine Hoffnungen auf Herrn Dr. Becker! Bitte sorgen Sie dafür dass hier keine weitere Anarchie Einzug hält.

  2. 200€ pro Jahr bedeutet ca. 0,55€ pro Tag.
    Objektiv betrachtet ist das ein geringfügiger monatlicher Zusatzbeitrag.
    ABER
    Es bleibt immer weniger Netto vom Brutto.
    Die Teuerungsrate für das normale Leben ist für manche Menschen schwer zu bewerkstelligen. Menschen, die auf notwendige Hilfsmittel (Bille, Zahnersatz,…) angewiesen sind „erfreuen“ sich hoher Zuzahlungen.
    Die Gebühren für das Anwohnerparken sind eine zusätzliche Belastung und in in dieser Höhe ist vollkommen überzogen zumal es KEINE Stellplatzgarantie gibt.
    In Städten mit deutlich besserer Infrastruktur werden Anwohner weniger belastet.

    Berlin 10,20€
    Hamburg 70€
    München 30€

    Die „Verkehrswende“ wird dadurch nicht gefördert. Mobilität ist wichtig. Die wenigsten haben ein Auto aus Spaß vor der Tür stehen. Menschen müssen problemlos zur Arbeit kommen, flexibel und mobil sein. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das in dieser Region nicht gewährleistet.

    Parallel frage ich mich wie es sich mit den Fahrzeugen von Handwerksbetrieben, der häuslichen Krankenpflege,… verhält.
    Diese Personen müssen ihre Arbeit verrichten ohne Gefahr zu laufen Post von der Bußgeldstelle zu erhalten.

    Parken in Trier ist generell unverschämt teuer.
    Das hält den ein oder anderen definitiv ab seine Einkäufe vor Ort zu erledigen. Die Folgen sind bekannt. Die Städte sterben aus, der Onlinehandel boomt.

  3. Wie kommt denn Dezernent Dr. Becker zu der Behauptung, dass es sich bei den Parkenden in Trier-Süd um „viele Fremdparker“ handelt? Gibt es dafür Beweise? Stützt er sich dabei auf Erhebungen oder gar Befragungen von Parkenden? Kann er Zahlen vorlegen? Wenn in dem Gebiet 3800 Fahrzeuge zugelassen, aber nur 1600 Stellplätze ausgewiesen sind, dann wird doch deutlich, dass auf jeden Stellplatz mehr als zwei Fahrzeuge kommen. Da braucht es keine Fremdparker, dass es in den Parkräumen eng wird.
    Solange Becker seine Aussage nicht belegt, kann sie eigentlich nur als eine unbewiesene Vermutung angesehen werden. Sie führt aber dazu, dass die Menschen sich gegenseitig beobachten, ob dort jemand zu Recht parkt. Solche Aussagen sind dazu geeignet, die Leute gegeneinander aufzubringen, Anwohner gegen angebliche Fremdparker. Solche Aussagen stiften Unfrieden zwischen den Bürgern. Wollen Sie das, Herr BEcker? Wollen Sie, dass sich die Bürger gegenseitig anfeinden? Dabei ist es doch ein offenes Geheimnis, dass es dahinter um andere Interessen geht: Die Stadt braucht Geld.

    Wir bitten alle betroffenen Bürger, besonnen zu bleiben. Bitte lassen Sie sich nicht von solchen unbewiesenen Behauptungen gegen einander aufbringen.
    Wehren Sie sich mit uns zusammen gegen Versuche, Feindschaft zu säen und den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Unterstützen Sie unsere Bürger-Initiative „Parkgebühren runter“. Unterschreiben Sie unsere Petiton
    https://www.openpetition.de/petition/blog/parkgebuehren-runter-3
    Es ist schon alles teuer genug.

  4. Das ist doch wohl ein klarer Beleg dafür,dass die Erweiterung von den Anwohnern abgelehnt wird.
    Das Argument mit den Fremdparker ist sowas von lächerlich… Niemand parkt dort um in die Innenstadt zu kommen , und wenn es so wäre, würde es doch nur belegen, dass es der Innenstadt an nahem Parkraum fehlt.
    Anwohner dafür abzukassieren wird Herrn Beckers Problem in jdf nicht lösen.
    Und der ausblutenden Innenstadt hilft es auch nicht.
    Es füllt nicht einmal die Stadtkasse, da der Verwaltungsaufwand die Einnahmen verschlingt.

  5. Ehrlich… 200€ pro Jahr ist ein Witz.
    Soviel müssen wir jährlich für die Straßenreinigung zahlen. Die findet etwa alle 2 Wochen statt und dauert dann gerade mal eine Minute.
    Kurzum, ich fände sogar 5€ pro Tag für Anwohnerparken angemessen!

  6. Ich habe 15 Jahre in der Hohenzollernstraße gewohnt. Da kam doch tatsächlich fast täglich ein Fremdparker und fuhr mit seinem, auf dem Träger mitgebrachten FAHRRAD (Herr Doktor Becker), Richtung Innenstadt. Ich selbst habe in dieser Zeit immer einen Parkplatz für mein Auto im Bereich um mein Wohnhaus gefunden. Mein Besuch und auch der Besuch der Nachbarn, hatte ebenfalls nie Probleme einen Platz für ihr Kfz. zu finden. Grüner ideologischer Blödsinn, egal wo man hinschaut. Oder einfach nur Abzocke.

  7. Richtig so. Schön ausserhalb der Zone parken. Wenn man dann mal beim Ausladen der Einkäufe erwischt wird zahlt man die 5€ Strafe. Man kann sich also 40x erwischen lassen. Das schafft Arbeitsplätze im Ordnungsamt. Mit den Knöllchen macht die Stadt Trier schon 4.1 Mio Miese im Jahr wenn sch den Rechenschaftsbericht runterläd… Das Bearbeiten und Aufnehmen kostet unmengen an Personal. Dr Becker hat sann viele freie Parkplätze und kann vor dort zur Simeonstrasse laufen und seine Poller bewundern, wer dort seine Einkäufe ausladen will hat es nicht besser.

  8. @peter
    Zum Glück gehts nicht nach Leuten wie Dir, die ständig anderen etwas aufhalsen wollen. Neidig? Missgünstig? Ich finde auch, dass DU für den Müll, den Du hier immer wieder verbreitest, viel mehr Reinigungsgebühren zahlen müsstest. Noch besser fände ich, wenn DU den Müll der anderen wegmachen müsstest. DAs würde Gebühren der Stadtreinigung senken.

  9. Dass Becker sich selbst als Fremdparker betätigt haben soll, ist eine interessante Information und wäre sicherlich eine passende Frage an ihn für die nächste Stadtratssitzung am Mittwoch, den 5.2. um 17 Uhr.
    Unsere Bürgerinitiative wird ihn auf jeden Fall mit zwei Fragen konfrontieren, die für die Anwohner der Parkzonen wichtig sind:
    1. Wird es bei der Aussetzung weiterer Erhöhungen bleiben?
    Bisher ist nur in diesem Jahr die ursprünglich geplante Anhebung der Gebühren von 200 auf 240 Euro ausgesetzt worden.
    2. Gibt es Überlegungen oder gar konkrete Pläne, weitere Stadtteile in Anwohnerparkzonen umzuwandeln?
    Angesichts der Finanznöte und der Mittelverschwendung durch teure Beschlüsse einiger Rathausfraktionen lässt die Stadt keine Gelegenheit aus, über weitere Gebührenerhöhungen zusätzliche Einnahmen zu gewinnen. Das gilt nicht nur für die Parkgebühren sondern auch für andere Sondernutzungsrechte.

    Und dann hängt auch die neue Grundsteuer wie ein Damoklesschwert über den Bürgern, die auch teilweise durch die Kommunen gestaltet wird. Diese wird nicht nur die Hausbesitzer betreffen, sondern auch die Mieter, auf die diese neuen Steuern mit Sicherheit umgelegt werden.

    Wir bitten die Betroffenen der Anwohnerzonen, soweit es ihnen zeitlich möglich ist, an der Ratssitzung teilzunehmen. Man muss dort keine Fragen stellen, aber kann durch seine Anwesenheit zum Ausdruck bringen, dass man mit dieser Politik der Verwaltung nicht einverstanden ist. Die Ratssitzung beginnt zu einer wenig arbeitnehmerfreundlichen Zeit um 17 Uhr. Wir von der BI treffen uns um 16:45 Uhr vor dem Eingang und gehen dann geschlossen in den Sitzungssaal. Wer erst später Zeit hat, sollte trotzdem kommen.
    https://www.openpetition.de/petition/blog/parkgebuehren-runter-3
    Es geht um IHR Geld!

  10. Warum soll man fürs Parken überhaupt was zahlen?
    Die Straßen/Bürgersteige/Parkplätze sind doch in den meisten Fällen ohnehin vom Bürger gezahlt.

    Der öffentliche Raum gehört jedem, also warum Gebühren für dessen Nutzung verlangen?

    Ach. Mist. Stimmt wir leben ja im Steuer und Gebührenwunderland. Keine Idee klingt zu bescheuert, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Ich hätte da noch eine tolle Idee. Wegezoll für jeden der in die Innenstadt möchte, um dort einkaufen zu gehen, damit wir endgültig alle Geschäfte dichtmachen können. Bringt dann zwar keine Einnahmen mehr, aber ey 10-20 städtische Arbeitsplätze sind bestimmt drin.
    Zusätzlich könnten dann die Anwohner auch wirklich auf ihren Parkplätzen parken.

  11. Frage : Warum soll man fürs Parken überhaupt was zahlen?
    Die Straßen/Bürgersteige/Parkplätze sind doch in den meisten Fällen ohnehin vom Bürger gezahlt.

    Dies ist auch ein Ansatz. Danach ist das Anliegerparken komplett abzuschaffen, da ja alle Bürger die Straßen/Bürgersteige/Parkplätze bezahlt haben. Vorteil: Sparen der Verwaltungskosten bei der Stadt und Wegfall der Bevorzugung von Anliegern bezüglich der Parksituation :-).

    Sollte die Bevorzugung von Anliegern allerdings nicht abgeschafft werden, finde ich es nur fair dass hier auch ein Preis für diese Bevorzugung genommen wird und zwar möglichst ein kostendeckender und marktgerechte Preis.

    Und es ist doch völlig klar, wenn man die betroffene Klientel zu Änderungen befragt, dass denen dies in den seltensten Fällen gefällt und auf Widerstand stößt. Von den Betroffenen wird dann häufig nach dem Motto agiert „wer laut ist bekommt seinen Willen getan“ – und leider ist dies dann auch immer häufiger so.

Antworte auf den Kommentar von Rüdiger Rauls Antwort abbrechen

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.