ZWEIBRÜCKEN. In Zweibrücken hat ein Mann ein Grundstück mit einer Wohnstraße ersteigert und bietet sie den Anwohnern nun zum Kauf an. Ansonsten würde er die Straße sperren und damit für die Anwohner den Zugang zu ihren Häusern verwehren.
Das berichtet die Online-Ausgabe der „Welt“ am Freitag.
Laut dem Magazin Focus, das ebenfalls von dem kuriosen Fall berichtete, erhielten die Anwohner Anfang diesen Monats (über 30 Parteien in 14 Häusern) einen Brief von dem Mann mit einer „Bekanntmachung“ und einer Forderung darin.
In dem Brief gab der Mann bekannt, seit Juli 2022 der neue Eigentümer des Grundstücks „Siebenpfeifferstraße“ in Zweibrücken zu sein. Wenn die Anlieger weiterhin Zugang zu ihren Grundstücken und Parkplätzen haben wollten, könnten sie ihm die Straße abkaufen. Da keine Wege- oder Überfahrtsrechte der Anwohner im Grundbuch eingetragen seien, sei seine Forderung auch rechtens. Das ganze krönte der Besitzer der Straße mit dem Tipp, die Anwohner könnten sich ja den Kaufpreis für die Straße teilen. Er, der neue Besitzer, erwarte Angebote für die Straße bis zum 3. Mai 2023, sonst würde er sich gezwungen sehen, die Straße zu sperren.
Eine Preisvorstellung für die Straße nannte der Mann in seinem Schreiben nicht.
Wie das Magazin Focus weiter schreibt, hatte der Mann tatsächlich das Grundstück bei einer Versteigerung in Köln für 2500 Euro erworben. Die Stadt Zweibrücken hatte auf ihr „Aneignungsrecht“ verzichtet, so dass das Grundstück zur Versteigerung frei war.
Laut dem Bericht wäre die Übernahme der Straße für die Stadt aufgrund der Haushaltslage der Stadt Zweibrücken nicht möglich. Es würden zum Beispiel bald eine Kanalsanierung und eine Straßensanierung notwendig werden, die für die Stadt und die Bewohner nicht unerhebliche Kosten verursachen würde. Diese Kosten seien momentan nicht tragbar.
Mittlerweile haben die betroffenden Anwohner in Zweibrücken einen Anwalt eingeschaltet. Dieser soll sie im Kampf gegen den neuen Straßeneigentümer beraten. Die Anwohner hoffen, dass die Stadtverwaltung Zweibrücken eine Sperrung der Straße unterbindet und für unzulässig erklärt.
Laut swr Aktuell möchte die Stadt Zweibrücken nun auch gegen eine mögliche Sperrung der Straße vorgehen und zwischen den Parteien – dem Investor und den Anwohnern – vermitteln.
(Quelle: focus.de / welt.de)













