TRIER. Wasserstoff gilt als ein Baustein der Energiewende. In der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung von Juni 2020 heißt es: „Wasserstoff ist ein vielfältig einsetzbarer Energieträger. Er kann zum Beispiel in Brennstoffzellen die wasserstoffbasierte Mobilität befördern und zukünftig als Basis für synthetische Kraft- und Brennstoffe genutzt werden.“
Da die Abfallsammelfahrzeuge derzeit in Deutschland größtenteils noch mit Dieselmotoren betrieben werden, hat sich A.R.T. Verbandsdirektor Dr. Maximilian-G. Monzel in Berlin mit Dr. Stefan Kaufmann zur Nutzung von Wasserstoffantrieben bei Abfallsammelfahrzeugen ausgetauscht, wie der Verband mitteilt. Als Innovationsbeauftragter “Grüner Wasserstoff“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist Kaufmann als „Mister Wasserstoff“ eine treibende Kraft beim Transfer dieser Technologie von der Forschung in die Praxis. Wasserstoff ist dann grün, wenn er mit erneuerbaren Energien hergestellt wurde.
Kommunale Fahrzeuge sollen mittelfristig möglichst mit erneuerbaren Energien betrieben werden. So sieht es die am 5. Mai 2021 im Bundestag beschlossene Umsetzung der EU-Richtlinie aus dem Jahr 2019 vor. Fahrzeuge mit Wasserstofftechnologie sind prinzipiell Elektrofahrzeuge. Im Gegensatz zu einem reinen Elektrofahrzeug ist hier jedoch eine Brennstoffzelle mit Wasserstofftank verbaut. Diese Brennstoffzelle erzeugt dann wiederum den Strom für den Antrieb. Erste Praxiserfahrungen bei Abfallsammelfahrzeugen zeigen, dass die Brennstoffzellen-Technologie nicht zu vergleichbaren Einschränkungen in der Gebrauchstauglichkeit führt, wie das häufig bei rein elektrischen Nutzfahrzeugen oder bei LKW, die mit Erdgas betankt werden, der Fall ist. Reine Elektroantriebe sind aufgrund von Faktoren wie kurzer Reichweite, langer Ladezeiten und fehlender Ladeinfrastruktur für die Abfallsammlung im ländlichen Raum nicht geeignet.
Erdgasantriebe sind für Nutzfahrzeuge wenig verfügbar, da sie nicht über ausreichend Motorleistung verfügen. Wasserstoffantriebe hingegen sind klimafreundlicher als der Diesel, sehr leise und können eine Reichweite von 500 bis 700 Kilometern erreichen. Auch das Tanken dauert nur wenige Minuten. Allerdings gibt es auch Nachteile. So wird Wasserstoff derzeit überwiegend nicht mit erneuerbaren Energien hergestellt, sondern und über Erdgasspaltung produziert. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten ihn zu gewinnen, beispielsweise mittels Biogas. Hinzu kommt, dass die Sammelfahrzeuge sehr teuer sind. Sie kosten zwischen 800.000 und 1.000.000 Euro pro Fahrzeug. Entsprechende Tankstellen gibt es bisher in der Region Trier keine.
„Wir sind sehr daran interessiert, unsere Fahrzeugflotte umweltfreundlich umzubauen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt wird die Entwicklung von praktikablen Alternativen dringender denn je,“ erklärt Monzel. „Im Gespräch haben sich wichtige Impulse ergeben, welche Voraussetzungen – auch infrastrukturell – geschaffen werden müssen, damit innovative Antriebstechniken auch in unserer Region eingesetzt werden können. Hier geht es nicht nur um die Abfallwirtschaft, auch die Fuhrparks anderer kommunaler Betriebe stehen vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam und mit Unterstützung auf Landes- und Bundesebene gemeistert werden können.“
In anderen Bereichen des A.R.T. wurde bereits der Einsatz alternativer Antriebe sowie die dafür notwendige Infrastruktur realisiert. Für die Elektro-/Hybridfahrzeuge erfolgte im vergangenen Jahr die Errichtung von Ladesäulen an mehreren Standorten. Mittlerweile handelt es sich bei 20% der PKW-Flotte um Elektrofahrzeuge. An zwei Standorten in Mertesdorf und Trier sollen Ladepunkte für weitere Fahrzeuge entstehen.















