Ahr-Flut: Staatsanwaltschaft bezieht weitere Gutachten ein

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Blick auf einen zerstörten Gasthof am Ufer der Ahr in Dernau drei Monate nach der Flutkatastrophe. Foto: Boris Roessler/dpa

KOBLENZ. Nach bald zehnmonatigen Ermittlungen wegen der tödlichen Ahr-Flut bezieht die Staatsanwaltschaft Koblenz weitere Gutachten ein. Dazu zählt die Studie des Heidelberger Juristen Bernd Grzeszick, wonach das Land Rheinland-Pfalz bei extremem Starkregen in mehreren Regionen und knappen Ressourcen automatisch für die Einsatzleitung zuständig sein kann, wie Oberstaatsanwalt Dietmar Moll mitteilte. Nach der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 mit 134 Toten im Ahrtal hatte das Land erst Tage später die Einsatzleitung vom Kreis Ahrweiler übernommen.

Die Staatsanwaltschaft will laut Moll Grzeszicks Gutachten auswerten und mit ihren bisherigen Erkenntnissen abgleichen, «auch wenn es fraglich erscheint, ob es in rein rechtlicher Hinsicht maßgeblich von anderen als den hier zugrunde gelegten Voraussetzungen ausgeht».

Die Dauer der Ermittlungen gegen Ex-Ahrweiler-Landrat Jürgen Pföhler (CDU) und ein Mitglied seiner früheren Einsatzleitung wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen lässt sich Moll zufolge noch nicht vorhersagen. «Die genaue Rekonstruktion des Hergangs ist noch nicht abgeschlossen», erklärte der promovierte Oberstaatsanwalt.

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse beruhten nicht unerheblich «auf Wahrnehmungen oder Wertungen von mitunter verständlicherweise psychisch stark belasteten Zeuginnen und Zeugen». Diese Erkenntnisse könnten somit «naturgemäß subjektiv und von traumatisierenden Umständen geprägt sein». Die Staatsanwaltschaft wolle daher ihre bisherigen Ergebnisse mit einem hydrologischen Gutachten abgleichen.

Darüber hinaus erläuterte Moll mit Blick auf weitere Zeugen: «Eine abschließende Aussage dazu, ob und gegebenenfalls welche Politiker noch zu vernehmen sein werden, kann im Moment noch nicht getroffen werden. Weitere Vernehmungen sind aber nicht ausgeschlossen.» (dpa)

1 Kommentar

  1. „Weitere Vernehmungen sind aber nicht ausgeschlossen.»

    Tolle Sache. Vielleicht könnte der Experte auch einmal herausfinden, warum die Ahrtalüberlebenden immer noch keine relevanten Entschädigungen bekommen haben, während die Milliarden für Indien, Ukraine,Syrien (Liste kann beliebig erweitert werden) ohne Antragsformulare völlig unbürokratisch fliessen?

    Könnte man daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass der „länger hier Lebende“ nur noch als Nutzvieh zum Abdrücken von Steuern und Abgaben benötigt wird? Er darf nix kosten, das merken ja auch die vielen Rentner, die nach jahrzehntelangem Einzahlen in die Rentenversicherung jetzt Flaschen sammeln oder zur Tafel müssen. Letzteres aber häufig nur mit Boosterung!

    Zitat Jesus: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ oder „Sie predigten Wasser und tranken Wein“. In diesem Sinn ein Prosit an Frau Dreyer, Frau Spiegel und wie die allen heissen ….

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