Geringe Nutzung, hohe Kosten: Trierer Kombi-Ticket für Kulturveranstaltungen steht vor dem Aus

0
Viele Veranstaltungstickets städtischer Kultureinrichtungen in Trier wurden ab September 2021 VRT-Kombi-Tickets. Damit konnten Besucher kostenlos mit Bus und Bahn zu ihrer Veranstaltung fahren. Im Bild von links nach rechts: Manfred Langner (Intendant Theater), Norbert Käthler (Trier Tourismus und Marketing GmbH), Barbara Schwarz (Geschäftsführerin des VRT), Herbert Müller (Verwaltungsdirektor Theater), Elvira Garbes (Vertreterin der städtischen Kultur), Jana Schröder (stellv. Geschäftsführerin Tufa), Andreas Ludwig (VRT-Verbandsvorsteher) und Arnd Landwehr (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft: Arena, Europahalle). Foto: VRT

TRIER. Das Trierer Kombi-Ticket für Kulturveranstaltungen soll vorerst nicht verlängert werden. Über einen entsprechenden Beschluss soll der Stadtrat im Mai entscheiden. Das Ticket läuft Ende Juni aus.

Nur geringe Nutzung trotz hoher Kosten

Das Kombi-Ticket wurde 2021 eingeführt. Eintrittskarten für Veranstaltungen im Theater, in der Tufa sowie bei Angeboten der MVG und der TTM konnten gleichzeitig als Fahrausweis im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.

Eine Evaluation der Universität Trier zeigt nun jedoch: Das Angebot wird nur sehr begrenzt genutzt. Knapp 75 Prozent der Besucherinnen und Besucher reisen demnach mit dem Auto an. Nur 10,5 Prozent nutzen den ÖPNV. Gerade einmal 3 Prozent gaben an, tatsächlich mit dem Kombi-Ticket anzureisen.

Mehr als 232.000 Euro Kosten im Jahr 2025

Gleichzeitig entstehen erhebliche Kosten. Für rund 357.000 ausgegebene Eintrittskarten wurden 2025 mehr als 232.000 Euro an den Verkehrsverbund Region Trier gezahlt.

Aus Sicht der Verwaltung steht dieser Aufwand derzeit nicht in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung. Auch in Verhandlungen mit dem VRT konnte keine wirtschaftlich bessere Lösung erreicht werden.

Stadt will Alternativen prüfen

Das Aus des bisherigen Modells bedeutet laut Stadt nicht, dass das Ziel klimafreundlicher Anreisen aufgegeben wird. Vielmehr sollen alternative Modelle geprüft werden.

Kulturdezernent Markus Nöhl erklärt: „Wir wollen weiterhin Kultur und Klimaschutz zusammenbringen.“ Ziel sei ein Modell, „das tatsächlich Wirkung zeigt“.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.