DRK-Hochwasserhilfe in der Region Trier: Vom Hochwasser, komplizierten Anträgen und Plüschtieren

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Foto: DRK Trier

TRIER. Das DRK Trier-Saarburg betreibt seit Oktober eine mobile Hochwasserberatung und hat auch schon 354.000 Euro aus DRK-Spendenmitteln unmittelbar an Betroffene in der Region Trier ausgezahlt.

Seit dem 01.10.21 ist Theresa Sauerwein vom DRK-Kreisverband Trier-Saarburg in der Hochwasserhilfe tätig. Ihr Kollege Sascha Kremer stieß am 01.11.21 zum Team dazu. Möglich wurde dieses Projekt durch eine Förderung des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Rahmen der Hochwasserhilfe.

Gemeinsam fahren Sauerwein und Kremer regelmäßig mit ihrem gut erkennbaren DRK-Bus nach Ehrang, Kordel und Ralingen, um den Hochwasseropfern Hilfestellung bei den Anträgen der Investitions-und Strukturbank (ISB) Rheinland Pfalz sowie den DRK Finanzhilfen II zu gewähren, Sachspenden zu verteilen und auch psychosoziale Unterstützung zu leisten.

Dabei ähneln sich viele Geschichten der Betroffenen.

Nach wie vor befinden sich viele Betroffene der Hochwasserkatastrophe vom Juli im Wiederaufbau ihrer Häuser und Wohnungen. Die von der Flutnacht vom 14. / 15. Juli betroffenen Menschen stehen zum Großteil weiterhin inmitten von Baustellen und für viele ist es noch ein langer Weg zurück zur Normalität.

Während in einigen Haushalten erste Sanierungen stattfinden konnten und die Trocknung vorangeht, stehen immer noch viele Menschen vor der großen Herausforderung, ihr Zuhause wieder bewohnbar zu machen. Dazu ist insbesondere finanzielle Hilfe notwendig.

Die Antragsstellung dafür ist für viele Menschen kompliziert und mühsam. Hinzu kommt die nach wie vor belastende Situation der Familien und Betroffenen.

Für alle Betroffenen bietet das Deutsche Rote Kreuz des Kreisverbandes Trier-Saarburg seit November die mobile Beratung in Ehrang, Kordel und an der Sauer an. Hierzu fährt der Beratungsbus vor Ort in die betroffenen Gebiete. Angeboten wird die Unterstützung für die Antragsstellung von Finanzhilfen (ISB-Anträge, DRK-Finanzhilfen II), psychosoziale Beratung und die Verteilung von Sachspenden.

Kremer erinnert sich an folgende Schilderung einer Frau aus Kordel:

“Ich sah dieses kleine Bächlein vor meinem Haus. Es kam erstmal langsam.

Und dann schoss es nur eine Stunde später auf einmal aus dem Keller raus.

Das muss wie eine riesige Welle fast zwei Meter auf einmal höher gewesen sein. Und dann kam es aus allen Ecken.

Ich wurde glücklicherweise von der Feuerwehr aus dem Obergeschoß meines Hauses evakuiert.

Ich habe in dem Haus mein gesamtes Hab und Gut verloren. Viele für mich sehr wertvolle Erinnerungsstücke wurden einfach von der Flut unwiederbringlich weggerissen.

Nun ist es Winter, ich habe immer noch keine Heizung. 

Nicht nur ich, mir geht’s wie vielen anderen. Es hört sich vielleicht merkwürdig  an, aber das einzige, was uns jetzt noch helfen kann, ist Geld.

Und für mich ist es auch – wie für viele andere – schlimm, wenn man immer für sich selbst gesorgt hat, nie irgendwas beantragt hat- auf einmal ist man auf fremde Hilfe angewiesen.”

Sauerwein ergänzt:

Viele-vor allem ältere-Menschen haben große Hemmungen, die ihnen zustehende Hilfe bei der ISB auch in vollem Umfang auszuschöpfen, weil sie niemandem etwas wegnehmen möchten.

Dazu kommt, dass für viele Menschen aus allen Altersschichten speziell die ISB-Anträge eben nicht unkompliziert und unbürokratisch sind. Wenn man z.B. keine Steuer ID vorlegen kann, kann man auch keinen Antrag stellen. Alle Anträge müssen zudem online gestellt werden. Hierzu benötigt man natürlich funktionierendes Internet.

Doch es gibt natürlich auch schöne Momente in der Arbeit von Sauerwein und Kremer.

Letzterer berichtet:

Weihnachten steht vor der Tür.

Viele Flutopfer haben schlichtweg nicht die Mittel, um ihren Kindern Geschenke zu kaufen. Bei unserem letzten Besuch in Ehrang haben wir an alle anwesenden kleinen Kinder gespendete Plüschhasen verteilt.

Die Kinder nahmen die Häschen mit leuchtenden Augen in die Arme und haben sie fest geknuddelt.

Wir konnten ihnen somit wenigstens eine kleine Freude bereiten.

In solchen Momenten macht unsere Arbeit so richtig Spaß…!

Die Mitarbeiter*innen des DRK-Kreisverbands Trier-Saarburg unterstützen Sie vor Ort bei Finanzanträgen und haben auch gerne ein offenes Ohr für Anliegen aller Art.

Ansprechpartner*innen sind für die Hochwasserhilfe Theresa Sauerwein (0175/1112837) und Sascha Kremer (0151/53173518). Zudem können jederzeit über hochwasserhilfe@kv-trier-saarburg.drk.de per Mail Anfragen gestellt werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Ein Dankeschön an Frau Sauerwein und Herrn Kremer, dass sie den betroffenen Menschen so helfen. Unter diesen Umständen auch noch die Bürokratie zu überwinden, ist eine schwierige Aufgabe, die jetzt hilfreich unterstützt wird.

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