Grüne enttäuscht: Vorerst nur ein Fahrradstreifen auf der Trierer Römerbrücke

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Wenn der Autoverkehr wieder fließt, bleibt die Nutzung der Furt bis auf weiteres die einzig sichere Möglichkeit für Radlerinnen und Radler, von der Römerbrücke in die Karl-Marx-Straße zu queren; Foto: Rathaus-Zeitung

TRIER. Obwohl es im Baubeschluss für den neuen Kreisel vorgesehen war, wird es auf der Römerbrücke zunächst keine beidseitigen Spuren für den Fahrradverkehr geben. Aus Sicht des Baudezernats im Rathaus gibt es für diese umstrittene Zwischenlösung gute Gründe, wie die Stadt Trier in der Rathaus-Zeitung mitteilt.

Wenn der Verkehr auf der Römerbrücke Ende dieser Woche nach rund 16 Monaten wieder in beide Richtungen freigegeben wird, gelten für den Fahrradverkehr zunächst folgende Regeln: In Richtung Trier-West werden die Radlerinnen und Radler auf der Fahrbahn mitgeführt. Ab Brückenmitte wird ein Fahrradschutzstreifen markiert. In Richtung Innenstadt wird der Gehweg für den Radverkehr freigegeben. Hierfür wird an der Bushaltestelle am westlichen Römerbrückenkopf eine Auffahrtsmöglichkeit geschaffen.

Mittelfristig ist geplant, dass für den Radverkehr beidseitig durchgehende Schutzstreifen markiert werden. Dafür müssen aber aus Sicht des städtischen Baudezernats zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

Umbauten am östlichen Römerbrückenkopf: Damit Radfahrer von der Römerbrücke sicher weiter in die Karl-Marx-Straße gelangen, müssen sie vor der Kreuzung wieder auf den Gehweg geführt werden, um von dort weiter per Ampelschaltung die Moseluferstraße zu überqueren. Auf der Fahrbahn wäre das zu gefährlich, da es keine Geradeausspur gibt, die in die Karl-Marx-Straße führt. Rechtsabbiegende Pkws und geradeausfahrende Radler würden sich in die Quere kommen. Es müsste also eine Auffahrt auf den Gehweg gebaut und die Mittelinsel der Moseluferstraße vergrößert werden. Hierfür gibt es aber noch keine Detailplanung und keine Finanzierung.

Entlastung der Römerbrücke: Wenn ein Schutzstreifen Richtung Innenstadt markiert wird, fällt dadurch ein Fahrstreifen für Pkws weg, die nach rechts auf die Moseluferstraße abbiegen. Bei den momentanen Verkehrsmengen wird diese Spur aber benötigt, weil sich sonst in den Stoßzeiten ein Rückstau bis in den neuen Kreisel auf der Westseite bilden würde. Erst wenn die neue Verbindungsstraße in Trier-West, der Ausbau der Hornstraße und die neue Bahnüberführung zur Eurener Straße fertiggestellt sind und die Schienenweststrecke in Betrieb gegangen ist, werden sich laut Prognose die Verkehrsströme so verlagern und verringern, dass auf der Römerbrücke Platz für beidseitige Radfahrstreifen geschaffen werden kann.

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich enttäuscht über die Planungen für den Radverkehr, da im Baubeschluss von 2017 beidseitige Schutzstreifen vorgesehen waren. Im Zusammenhang mit dem neuen Kreisel an der westlichen Auffahrt zur Römerbrücke sollten laut Beschluss auch die Baumaßnahmen auf der Innenstadt-Seite angegangen werden. Allerdings war der Baudezernatsausschuss schon im Februar 2020 darüber informiert worden, dass die Arbeiten auf der östlichen Seite zurückgestellt werden.

Nachdem ein Versuch der Grünen, das Thema nachträglich auf die Tagesordnung des Stadtrats zu setzen, wegen fehlender Dringlichkeit nicht zum Tragen kam, debattierte am Tag darauf der Dezernatsausschuss ausführlich über verschiedene Optionen, wie die Situation für den Fahrradverkehr auf der Römerbrücke doch noch kurzfristig verbessert werden kann. Diese Debatte soll in der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Radverkehr vertieft werden.

(Ralph Kießling // Rathaus-Zeitung)

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17 KOMMENTARE

    • Man könnte doch wie in Bullay eine Ebene oben drauf setzen, von mir aus auch verbunden mit einem Haltepunkt für eine Seilbahn vom Petrisberg zum Weißhaus.

      • Die Grünen sind immer über irgendetwas “enttäuscht “, weil es zu deren Ideologie gehört. Die sehen ihre einzige Lebensaufgabe darin, gegen alles zu sein, was andere bewerkstelligen. Es ist ja so einfach, selbst nichts auf die Reihe zu bekommen und immer nur “dagegen” zu sein. Selbst wenn die Römerbrücke ausschließlich für den Fahrradverkehr freigegeben wäre, würden diese Spinner sich ihr unterentwickeltes Hirn verrenken, um noch etwas zu finden, wo man dagegen sein könnte.

  1. man man man. Mensch Grüne ,wann wollt ihr begreifen das aus Trier nie eine Fahrradstadt werden kann, weil hier alles zu eng ist und we ist schuld an dem übel, natürlich die alten Römer, die hatten auch keinen Plan genau so wie die Grünen.

  2. Heute war eine Fahrraddemo bezüglich dieses Themas und ich ging zufällig zu Fuß über die Römerbrücke. Hab mich kaum noch zurückhalten können, dass ich nicht laut zu lachen anfing.
    Großdemo mit ca. 40 Fahrrädern und einem Motorrad der Polizei. Das spiegelt ungefähr das öffentliche Interesse wieder. Einige wenige laute Personen möchten etwas was viele leise Personen unwichtig finden oder eben nicht wollen.

    Und das ist mittlerweile normal geworden. Schade, schade.

    • Sie vergessen dass es ein Sonntag war. Wäre die Großdemo an einem Freitag gewesen, hätten sicher wesentlich mehr daran teilgenommen. Schließlich ist freitags allgemeiner Demo- Tag. Sonntag geht auf gar keinen Fall weil der Tag ja für die meisten frei ist.

      • @Deichbuddler: diejenigen, die Freitags demonstrieren haben doch leider keine Fahrräder. Die werden doch morgens von Mutti im SUV bis vor den Eingang der Schule gefahren.
        Aber eventuell wären es an einem Freitag doch 42 geworden, wer weiss das schon?

        • „…Die werden doch morgens von Mutti im SUV bis vor den Eingang der Schule gefahren.“

          Ach, das sind die vielen „übermotorisierten Autos“, von denen Herr Fahrradklaus sprach… 😀

  3. Ich war auch dort , mit meinem Elektro-Mountainbike, mit dem ich die Wälder unsicher mache, kleinste Käfer und andere Kriechtiere überfahre. Nach meinem “harten ” Training schmeiß ich dann mein , von dem umweltfreundlichen akkubetriebenes 8500 € teures Gefährt , auf meinem 5,7 ltr V8 PickUP Truck und fahre die 12 KM nach Hause.
    Aaaaaaaaber …..ich war auf der Demo !

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