TRIER. Die Zahl der Asylklagen in Rheinland-Pfalz wird in diesem Jahr weiter hoch bleiben. Man rechne damit, dass die Zahl von rund 7.800 Verfahren von 2025 noch leicht steigen könnte, sagte der neue Präsident des im Land zentral für diese Fälle zuständigen Verwaltungsgerichts Trier, Stefan Jakobs.
Das Gericht verzeichne derzeit hohe Eingänge von Antragstellern aus Syrien. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seien gut 2.500 Verfahren von Syrern anhängig, die im Falle einer Klage vor dem Verwaltungsgericht Trier landen könnten, sagte Jakobs. «Die Klagequote ist da immens hoch. Und da ist auch noch Potenzial für mehr.»
Derzeit gingen mehr als 200 «Syrien-Verfahren» pro Monat ein. «Das sind auch alles Verfahren, die man mündlich verhandeln muss». Die Zahl der Klagen von Syrern vor dem Verwaltungsgericht Trier habe seit November 2025 stark angezogen. Der Grund: Die Entscheidungspraxis habe sich geändert. Vorher gab es wegen der Lage in Syrien quasi einen Entscheidungsstopp.
Dritthöchste Zahl der letzten 30 Jahre
Asylanträge von Syrern werden in Deutschland inzwischen größtenteils abgelehnt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. 2025 bekamen nur 5 von 100 Antragstellern einen Schutzstatus. 2024 waren demnach noch fast 100 Prozent der Asylanträge von Syrern erfolgreich, oder es gab ein Abschiebeverbot.
Die Zahl der Asylverfahren insgesamt hatte sich von rund 5.300 im Jahr 2024 auf rund 7.800 neu eingegangene Verfahren 2025 erhöht. Dies ist nach den Spitzenjahren 2016 und 2017 der dritthöchste Wert der letzten 30 Jahre. Am Trierer Gericht gebe es inzwischen elf Kammern, von denen neun neben den allgemeinen Verfahren mit Asylklagen betraut seien, sagte Jakobs, der heute offiziell in sein Amt eingeführt wird. (Quelle: dpa)












