Krisenstab für Katastrophengebiet weist Kritik zurück: «Haben viel erreicht»

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Foto: dpa

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Der Krisenstab für das Katastrophengebiet im Ahrtal hat Kritik an der Koordination der Hilfsangebote zurückgewiesen.

«Das Zusammenspiel funktioniert wirklich hervorragend», sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz, am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. «Es geht darum, den Menschen hier im Tal zu helfen. Es gibt keinen Wettbewerb zwischen Menschen in Uniform und Menschen in Traktoren oder in Lkws.»

Seit der Hochwasserkatastrophe sei viel passiert: «Wir haben in den letzten vier Wochen wirklich viel erreicht hier im Tal», sagte Linnertz. Als der Krisenstab die Einsatzleitung vom Kreis übernommen habe, sei die Infrastruktur in weiten Teilen zerstört gewesen, viele Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten, es gab kein Netz, keine medizinische Versorgung.

Durch den Einsatz von bis zu 5000 Hilfskräften täglich sei es gelungen, «diese akute Gefahrenlage aufzuarbeiten», sagte er. Ohne die freiwilligen Helfer sei das nicht möglich gewesen. Heute seien Brandschutz, Rettungsdienst und medizinische Versorgung wieder gewährleistet, alle Orte wieder zumindest notdürftig erreichbar, die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser und Verpflegung stabil. Die Öl-Schadensbeseitigung und das Abpumpen der Keller gehe voran und werde wohl Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein.

Allen sei bewusst, dass «noch wahnsinnig viel zu tun» sei. «Und dass wir auch weiterhin die Hilfe von den Freiwilligen, den Unternehmern, den Landwirten, den Lohnunternehmern und den Bauunternehmer und irgendwann auch von den Handwerkern brauchen werden, die massiv im Tal zu Arbeiten kommen müssen, um die Menschen zu unterstützen.»

Linnertz reagierte auf Kritik von freiwilligen Helfern und der CDU-Landtagsfraktion. Helfer hatten kritisiert, es gebe keine zentrale Koordination bei Leistungen von Bauern oder Bauunternehmern, die ins Tal kämen, um zu helfen. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sprach sich dafür aus, auf das Angebot der Bundeswehr einzugehen und Offiziere mit Erfahrungen in der Bewältigung von Katastrophen stärker in die Führungsarbeit des Krisenstabs einzubinden.

Bei der Flut im Ahrtal waren 133 Menschen ums Leben gekommen, 766 wurden verletzt. Es werden noch drei Menschen vermisst. Am 14. und 15. Juli hatte extremer Starkregen eine Flutwelle ausgelöst und weite Teile des Tals unter Wasser gesetzt und zerstört.

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