„Bunkermentalität“: Vorstand der rheinland-pfälzischen Werte-Union zurückgetreten

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Ein Banner der Werte-Union. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

WORMS. Vor dem angekündigten Rücktritt des Landesvorstands der baden-württembergischen Werte-Union hat es schon andernorts Konsequenzen in dem Zusammenschluss konservativer Unionsmitglieder gegeben: Der Landesvorstand in Rheinland-Pfalz hat seine Ämter bereits niedergelegt. Auf den Schritt vom Juni wies am Samstagabend der bisherige Landesvorsitzende Peter Scholze hin. In der damaligen Rücktrittserklärung vom 6. Juni hieß es, Grund sei die «toxische» Wirkung des neuen Vorsitzenden Max Otte auf die Wahrnehmung und Akzeptanz der Werte-Union.

Zu befürchten sei überdies eine um sich greifende «Bunkermentalität» und eine Radikalisierung. «Eine zielführende politische Arbeit im Sinne unseres Gründungsgedankens ist aus unserer Sicht unter diesen Vorzeichen unmöglich geworden», hieß es in der Erklärung Scholzes, seiner beiden Stellvertreter und dreier Beisitzer.

Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Otte war Ende Mai im Amt des Vorsitzenden auf den Heidelberger Alexander Mitsch gefolgt, der seinen Rückzug angekündigt hatte. Innerhalb der Werte-Union löste die knappe Wahl Ottes großen Streit aus. Der Fondsmanager war noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewesen.

Ebenfalls am Samstag war bereits die bayerische Werte-Union aus dem Bundesverband ausgetreten. Und auch in Baden-Württemberg kündigte der Landesvorstand aus Protest gegen die Wahl Ottes fast geschlossen seinen Rücktritt an. (dpa)

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