Eilantrag abgelehnt: Hunsrück-Hängeseilbrücke „Geierlay“ bleibt gesperrt

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Foto: privat

MÖRSDORF. Trotz stark gesunkener Corona-Fallzahlen bleibt die beliebte Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück vorerst gesperrt – ein Rechtsstreit geht wohl in die nächste Runde.

Das Verwaltungsgericht Koblenz lehnte nach Mitteilung vom Donnerstag einen Eilantrag der Gemeinde Mörsdorf ab (Az. 3 L 512/21.KO). Ihr Bürgermeister Marcus Kirchhoff sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden Rechtsmittel einlegen.“ Das wäre eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Die einst jährlich von Hunderttausenden Ausflüglern genutzte Fußgängerbrücke war vom Rhein-Hunsrück-Kreis als „Freizeitpark ähnliche Einrichtung“ eingestuft worden, die nur unter Einhaltung der entsprechenden Corona-Regeln von Touristen betreten werden dürfte. Mörsdorf argumentierte dagegen im Eilantrag, die Geierlay sei nur Teil eines Wanderwegs und ähnele keinem Freizeitpark. Das Dorf konnte laut Kirchhoff personell nicht wie bei Freizeitparks alle Mindestabstände und Masken kontrollieren und alle Adressen erfassen. Daraufhin habe die Polizei die Brücke mit Natodraht abgesperrt.

Bürgermeister Kirchhoff sagte, einerseits könnten sich mittlerweile wieder Tausende Menschen durch Stadtzentren drängen, auch die Außengastronomie sei voll. Andererseits werde die Geierlay als eine Art Freizeitpark angesehen, obwohl es keine Kassen, Tore und Zäune gebe. Das erschwere eine Kontrolle. „Der Bürgermeister will nicht verantwortlich sein, wenn nachts etwas passiert“, betonte Kirchhoff. Er drohte: „Vielleicht kommen wir auch zu dem Schluss, dass wir das Ding verschrotten.“ Vorerst bleibe die Brücke abgeriegelt.

Nach früheren Angaben der Tourist-Information Kastellaun hatten vor der Sperrung die Besucher „die Corona-Maßnahmen ignoriert. Auf der Brücke wurde kaum Abstand gehalten, für Selfies haben die Leute ihre Masken abgenommen. So konnte das niemand verantworten, die Brücke musste geschlossen werden.“

Laut dem Verwaltungsgericht Koblenz gehört die Geierlay einer Befragung der Deutschen Zentrale für Tourismus zufolge „zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands“, wo viele Ausflügler aus verschiedenen Regionen zusammenkommen könnten. „Neue, nicht nachvollziehbare Infektionsketten“ müssten daher mit geeigneten Corona-Auflagen wie Masken und Mindestabständen verhindert werden. 2020 sollen 320 000 Menschen die rund 350 Meter lange Hängeseilbrücke über einem tiefeingeschnittenen Bachtal besucht haben.

1 KOMMENTAR

  1. Momentmal… Was bitteschön soll denn jetzt diese Posse? Die Geierlay- Hängebrücke ist tatsächlich Teil des Wanderwegs. Und warum soll ausgerechnet dieses Jahr nicht funktionieren, was vergangenes Jahr sehr gut funktioniert hat: stündlich wechselseitiger Zutritt, Abstand und Maske?
    Das war doch schon sehr kontrolliert. Zudem ist das Infektionsrisiko an der frischen Luft sehr gering und immer mehr Menschen lassen sich impfen.
    Macht bitte die Brücke wieder auf!

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