Der Stürmer – eine Heldenfigur?

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Symbolbild "Fußball"

Fußball ist wahrscheinlich der berühmteste Mannschaftssport der Welt. Dennoch sind es vor allem einzelne Charaktere, die in einem Team deutlich hervorstechen. Diese Spieler drücken der Mannschaft einen Stempel auf und werden zum Aushängeschild für den Spielstil und die Erfolge. Gute Verteidiger und ballsichere Mittelfeldspieler bezeichnet man gerne als verlässliche Arbeiter, während es vor allem die Stürmer sind, die zu den Superstars avancieren, denen die Menge frenetisch zujubelt.

Doch wieso ist das so? Wieso wird der EM 2021 Torschützenkönig nach dem Turnier zu einem der gefragtesten Spieler aufsteigen und seinen Marktwert nochmals deutlich steigern, während dem zweikampfstärksten Spieler des Turners weitaus weniger Beachtung geschenkt wird?

Große Fußballlehrer sind sich sicher, dass ein Spiel nicht im Sturm, sondern in der Verteidigung gewonnen wird. Manche Mannschaften, ja sogar ganze Ligen, wie die italienische Serie A sind auf einer durchdachten Taktik und sicherem Verteidigen aufgebaut. Am Ende steht aber doch der Stürmer im Mittelpunkt, wenn es ihm gelingt, den Ball trotz aller Verteidigungsmaßnahmen in das Netz zu befördern.

Tore sorgen für Punkte

Wer sich nur auf das Verteidigen konzentriert, der kann vielleicht durch Kontern Tore erzielen. Das Spiel ist aber vor allem für die Fans, wenn es so ausgelegt wird, äußerst langweilig. Schneller Fußball, der vor allem vorne innovativ kombiniert und zu Toren führt, schaut man gerne an. Der Stürmer, der in den meisten Fällen den sozialen Medien sei Dank, auch beim Thema Lifestyle zu einer Ikone wird, setzt dem Spiel seiner Mannschaft die Krone aus. Am Schluss ist es das eine Tor mehr, das darüber entscheidet, ob man eine Mannschaft niederringt. Die Arbeit des Stürmers ist maßgebend dafür, ob man mit drei, einem oder gar keinen Punkten nach Hause fährt.

Da der Fokus dermaßen auf die Stürmer gerichtet ist, wundert es kaum, dass die Individualauszeichnungen zumeist an die offensiv ausgerichteten Spieler geht. Trifft ein Stürmer regelmäßig ins gegnerische Tor, so ist das in den meisten Fällen sinnbildlich für das Spiel einer Mannschaft. Die Kommunikation muss zwischen dem Torwart, den Verteidigern, dem Mittelfeld und dem Sturm funktionieren, damit ein Spielzug erfolgreich abgeschlossen werden kann. Der beste Stürmer ist nichts wert, wenn er keine Mitspieler hat, die ihm die passenden Vorlagen geben. In manchen Fällen sieht ist ein Stürmer sogar mit einer Mannschaft gesegnet, die ihn Vorlagen gewissermaßen auf dem Silbertablett servieren. Das ist zumeist bei großen, nicht unbedingt schnellen, dafür Kopfball- und Schuss-starken Strafraumstürmern der Fall. Diese bewegen sich zumeist an der Grenze zum Abseits und lauern permanent auf die Chance. Eine einzige reicht dabei bei einem hervorragenden Stürmer schon aus, um ein Spiel zu drehen. Das macht die Qualität eines verdienten Offensivspielers aus. Vielleicht ist dieser das halbe Spiel kaum sichtbar, doch kommt der richtige Moment, so ist schnell vergessen, dass die vorherigen Duelle gegen die Verteidiger verloren wurden oder dass man bislang kaum Ballkontakte hatte. Ein einzelner Moment der Genialität reicht aus, um die eigene Klasse unter Beweis stellen zu können.

Tor oder kein Tor. Die Welt der Stürmer kann glorreich, aber auch grausam sein. Somit ist es irgendwie auch gerechtfertigt, wirft man einen Blick auf das Ranking des Vereins, dass die Stürmer, die einen entscheidenden Beitrag zu den Erfolgen leisten, derart im Mittelpunkt der Fußballwelt stehen.

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