VELDENZ. Der Mai gilt in der katholischen Kirche traditionell als Marienmonat, was sich etwa in Maiandachten sowie auf vielfältige Weise im Brauchtum, etwa im Schmücken von Statuen und Bildnissen der Gottesmutter, widerspiegelt. Die katholische Kirche in Veldenz ist eine Marienkirche, die Mariä Namen geweiht ist.
Das Fest Mariä Namen fällt allerdings nicht in den Mai, sondern auf den 12. September. An diesem Tag dürfen nicht nur alle Trägerinnen des Vornamens Maria ihren Namenstag, sondern auch diejenigen Marienkirchen ihr Patrozinium feiern, die dies nicht an einem bestimmten Marienfest tun.
Wie kommt es, dass in Veldenz, einem hübschen Weindorf mit nicht einmal 1.000 Einwohnern, Ende des 19. Jahrhunderts gleich zwei imposante und große Kirchen erbaut wurden?
Bereits für das Jahr 1086 ist eine Unserer Lieben Frau geweihte Kirche in Veldenz, am Standort der heutigen evangelischen Kirche gelegen, bezeugt. Mit Einführung der Reformation in der Grafschaft Veldenz 1523 wurde die Kirche protestantisch, im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges für zwei Jahrzehnte als Martinskirche katholisch. Ab 1683 bestand ein Simultanverhältnis, die Kirche wurde also sowohl von Protestanten als auch von Katholiken genutzt, wobei die Versorgung für die katholischen Christen von Dusemond (heute Brauneberg) erfolgte.
1879 endete das Simultaneum. Die Protestanten brachen die baufällige Kirche bis auf den mittelalterlichen, bis heute erhaltenen Glockenturm ab und erbauten sie 1884 etwas neben der alten Stelle neu. Die Katholiken erhielten dann ebenfalls 1884/85 eine neue Kirche, die 1887 eingeweiht werden konnte. Wie das neue Gotteshaus der Protestanten wurde sie im neogotischen Stil erbaut, zeigt aber einen klassischen Aufbau als kreuzgratgewölbte Saalkirche aus Schieferbruchstein mit leicht eingezogenem Chor und quadratischem Westturm.
Die Marienkirche wurde in den letzten Jahren vorbildlich restauriert und ist ein heller, weiter, freundlicher und einladender Raum. Im Gegensatz zu der evangelischen Kirche, bei der von der ursprünglichen neogotischen Ausstattung leider nur noch der Orgelprospekt erhalten ist, ist diese in der Marienkirche glücklicherweise noch vollständig vorhanden. Links schließt sich dem Bau eine kleine Marienkapelle, rechts die Sakristei an.
Die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Pfarrei Veldenz ist seit dem 1. Januar 2022 in der neuen Pfarrei St. Matthias Rechts und Links der Mosel aufgegangen. Die Pfarrstelle übernehmen die beiden Pfarrer Bruno Comes und Dekan Peter Klauer gemeinsam („in solidum“).
Weitere Bilder sowie ausführlichere Informationen zur Kirche, ihrer Lage und weiterführende Links finden sich auf der Seite des Pastoralen Raums Bernkastel-Kues. (Quelle: Pastoraler Raum Bernkastel-Kues/Martin Schmitz)















