++ Trier: Waldbesetzern droht Räumung durch Polizei – Aktivisten wollen Wald „räumungssicher machen“ ++

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Foto: besch bleibt

Am vergangenen Donnerstag haben sogenannte „Klimaaktivist*innen“ in einem Waldstück zwischen Zewen und Igel vier Baumhaus-Plattformen errichtet. Ein „Angebot“ des Forst- und Ordnungsamtes, das Wald-Camp als eine offizielle Versammlung anzumelden, lehnten die Aktivist*innen ab – nun droht die Räumung durch die Polizei.

Aktivistin Moni Ziegler sagt dazu: “Wir machen uns angesichts einer bevorstehenden Räumung große Sorgen. In der Vergangenheit kam es durch fahrlässiges Handeln der Polizist*innen bei solchen Einsätzen immer wieder zu Verletzten.​ Auch befürchten wir, dass es bei der Räumung durch die Polizei zu Schäden an Bäumen kommt. Da das Gelände für Hebebühnen nicht geeignet ist, werden Einsatzkräfte direkt an den Bäumen hochklettern. Aus Erfahrung werden dabei Äste abgesägt und die empfindliche Rinde beschädigt.”

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Trotzdem wollen die Aktivist*innen nicht zu einer offiziellen Versammlung werden. Das hieße unter anderem, den Wald nachts zu verlassen und die Bäume nicht mehr zu beklettern zu können,

Ziegler weiter: “Wir wollen hier im Wald nicht nur gegen den Moselaufstieg protestieren, sondern auch demokratischere Formen des Zusammenlebens ausprobieren. Eine Versammlungsleitung, die alle Entscheidungsmacht über das Camp hat, widerspricht diesen Ideen. Wir besetzen den Wald, um zu signalisieren: wir sind widerständig und wir werden nicht zulassen, dass dieser Wald zerstört wird. Die Auflagen des Ordnungsamts sind für uns unhaltbar, die Androhung einer Räumung unverhältnismäßig. Deshalb sind wir jetzt schon hier und wir bleiben, auch auf den Bäumen, auch in der Nacht. Wir bleiben und schreien den Verantwortlichen ins Gesicht: denkt nicht mal daran, hier eine Straße zu bauen!“

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Aufgrund der drohenden Räumung, hoffen die Aktivist*innen vor Ort auf einen Solidarisierungseffekt und rufen andere „Gleichgesinnte“ auf, vorbeizukommen und den „Wald räumungssicher“ zu machen. „Wir brauchen Unterstützung beim Bauen und Klettern, aber auch Menschen die tagsüber und nachts im Wald sind und Unterstützung von außen geben, indem sie z.B. Menschen von Polizeiwachen abholen oder im Ernstfall Essen für uns kochen“, heisst es in einem Aufruf.

Hintergrund der Aktion ist die geplante “Westumfahrung Trier”, besser bekannt als Moselaufstieg. Im Bundesverkehrswegeplan von 2016 ist das Bauprojekt als “vordringlicher Bedarf” eingestuft. Die Bundesstraße soll dabei durch ein geschlossenes Waldgebiet führen.

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