MAINZ. Der Landeselternausschuss für Kitas Rheinland-Pfalz (LEA RLP) sieht im Koalitionsvertrag von CDU und SPD wichtige Signale für Familien und frühkindliche Bildung. Positiv bewertet der LEA insbesondere das erklärte Ziel, Rheinland-Pfalz zum kinderfreundlichsten Bundesland zu machen oder auch das Bekenntnis zu verlässlichen Kita-Angeboten und die geplante Ausweitung der Sprachförderung.
Gleichzeitig mahnt der LEA an, frühkindliche Bildung konsequent vom Kind aus zu denken und nicht primär unter schulischen Leistungsanforderungen zu betrachten. Nachbesserungsbedarf gäbe es insbesondere beim Personalschlüssel, bei Inklusion, der Trägerqualität und dem geplanten verpflichtenden Vorschuljahr.
„Kinder brauchen stabile Beziehungen, individuelle Förderung und emotionale Sicherheit und nicht immer neue Erwartungen und zusätzlichen Leistungsdruck“, erklärt Annegret Neugschwender, Vorsitzende des LEA RLP. Frühkindliche Bildung dürfe sich nicht an möglichst früher Leistungsfähigkeit orientieren, sondern müsse die individuelle Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder in den Mittelpunkt stellen.
Kritisch bewertet der LEA insbesondere die Pläne für ein verpflichtendes Vorschuljahr mit Fokus auf sogenannte Vorläuferkompetenzen. „Die Probleme beim Schulstart entstehen nicht durch fehlende Verpflichtungen der Familien, sondern vor allem durch unzureichende Rahmenbedingungen in den Kitas, wie Personalmangel, zu große Gruppen und fehlende Zeit für individuelle Förderung“, so Neugschwender. So mahnt der LEA-Vorstand u.a. verbindliche Verbesserungen beim Personalschlüssel an. Dass dieser im Koalitionsvertrag nicht ausdrücklich genannt werde, sei „ein fatales Signal gegenüber Familien und Fachkräften“. Gerade angesichts sinkender Geburtenzahlen müsse die Chance genutzt werden, die Qualität in den Kitas endlich spürbar zu verbessern.
Positiv bewertet der LEA das klare Bekenntnis zur Beitragsfreiheit und zu verlässlichen Kita-Angeboten. „Dass gleiche Bildungschancen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern inzwischen parteiübergreifend getragen werden, ist ein wichtiges Signal für Familien“, betont Neugschwender.
Der neuen Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig bietet der LEA-Vorstand eine konstruktive Zusammenarbeit an. „Gute Bildungspolitik gelingt nur gemeinsam. Gerade die frühkindliche Bildung braucht einen offenen Dialog, mutige Investitionen und Entscheidungen, die sich konsequent am Wohl der Kinder orientieren“, erklärt Neugschwender. Die Elternmitwirkung in Rheinland-Pfalz sei in der Vergangenheit bundesweit beispielhaft gewesen – daran wolle der LEA gemeinsam mit der neuen Ministerin anknüpfen. (Quelle: Landeselternausschuss für Kitas Rheinland-Pfalz)














