Transparent an Autohaus in Trier: Polizei fahndet wegen Hausfriedensbruch – Klimaaktivisten bekennen sich

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TRIER. Nachdem mehrere Personen widerrechtlich ein Stofftransparent an der Fassade eines Autohauses in Trier in der Eurener Straße befestigten, sucht die Polizeiinspektion Trier nun nach den flüchtigen Tatverdächtigen.

Wie die Polizei Trier berichtet, wurden die Personen von Mitarbeitern des Autohauses dabei beobachtet, wie sie heute, gegen 12.00 Uhr, ein selbst gemaltes Transparent aus Gardinenstoff aufhängen wollten.

Als die Polizei an der Einsatzörtlichkeit eintraf, hatten sich die Tatverdächtigen bereits entfernt. Hier sucht die Polizei nun Zeugen.

Unterdessen haben sich die Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ zu der Aktion bekannt. Nach eigenen Aussagen wollte die Gruppe so durch „die symbolische Besetzung eines Mercedes-Autohauses“ die Autohersteller dazu auffordern, umweltfreundlichere und CO2-ärmere Fahrzeuge zu produzieren.

Vor dem Autohaus hatten sich ebenfalls Mitglieder der Klimabewegung mit Bannern und Schildern versammelt und forderten in einer Stellungnahme den Mercedes-Vertragshändler auf, „ab sofort bei dieser Form von Erdzerstörung nicht mehr mitzumachen, und den Verkauf von neuen SUV zu bremsen und Einfluss zu nehmen“.

In der Pressemitteilung der Gruppierung zu der Banneraktion heißt es:

„Pressemitteilung von Extinction Rebellion Symbolische Besetzung eines Mercedes-Autohauses

Am 21. November 2020 pünktlich um 12 Uhr fiel es: Das Banner von Extinction Rebellion mit der Aufschrift „Mercedes, fahr die Welt nicht gegen die Wand!“. KlimaaktivistInnen der Bewegung sind zuvor auf das Dach des Ausstellungshauses geklettert und hingen das Banner auf. Die Gruppe wollte so die Autohersteller dazu auffordern, umweltfreundlichere und CO2-ärmere Fahrzeuge zu produzieren. Mercedes hatten sie sich für ihre Aktion  ausgesucht, da diese mit dem „Mercedes GLS“ 2020 den Goldenen Geier von der Deutschen Umwelthilfe für das klimaschädlichste Auto bekommen haben. „Während die Massenproduktion von Pkw mit Verbrennungsmotor ohnehin schnellstmöglich heruntergefahren und eine echte Verkehrswende eingeleitet werden muss, um ein Überleben auf diesem Planeten noch möglich zu machen, ist die exzessive Vermarktung riesiger, schwerer Pkw mit entsprechender Ressourcenvergeudung in Produktion und Betrieb ein besonderer Skandal, der sofort abzustellen ist“, erklärt Margitta Kauffmann von Extinction Rebellion. „Der Lobbyismus der deutschen Autoindustrie verhindert seit Jahren ein Tempolimit, was der Atmosphäre jährlich 5 Mio. Tonnen CO2 einträgt“, ergänzt sie.

Foto: Extinction Rebellion

Vor dem Autohaus haben sich ebenfalls Mitglieder der Klimabewegung mit Bannern und Schildern versammelt. In ihrer Stellungsnahme heißt es: „Die willfährige Politik der Bundesregierung sabotiert angemessen reduzierte Flottenverbrauchsregeln in Europa. Dies alles, um den Absatz toxischer Produkte zu maximieren, und gegen den Geist Europas deutsche Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Firmen wie die Daimler AG betreiben das miese Geschäft vorgeblich aus Sorge um „Arbeitsplätze“. Tatsächlich aber geht’s um Profite, denn sonst wäre Daimler längst auf einem nachhaltigen Entwicklungspfad, der langfristig Jobs und Standorte sichern würde, mit der Produktion kleiner, leichter Fahrzeuge mit hohem Anteil alternativer Antriebe. Aber so, wie es leider immer noch läuft, können sich Sindelfingen und Wolfsburg wohl schon einmal mit der städtebaulichen Zukunft von Detroit anfreunden.“

„Das Lieblingsargument der SUV-Hersteller – „der Kunde will es“ – akzeptieren wir nicht“ meint Elisabeth Schander, „hier wird durch Werbemaßnahmen aller Art von Product Placement bis zur gewöhnlichen Journalistenbestechung gezielt Nachfrage erzeugt. Die relativ hohen Preise dieser Fahrzeuge sichern ihren Platz als Statussymbol in immer mehr Garageneinfahrten. Laut Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) stiegen die CO2-Emissionen der weltweiten SUV-Flotte seit 2010 um 0,55 Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen. Stärkere Beiträge zum Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen hat nur der Energiesektor geleistet.“ Abschließend sagen sie: „Wir fordern den Mercedes-Vertragshändler auf, ab sofort bei dieser Form von Erdzerstörung nicht mehr mitzumachen, den Verkauf von neuen SUV zu bremsen und Einfluss zu nehmen auf eine rasche Änderung der selbstmörderischen Unternehmensstrategie von Daimler.“

8 KOMMENTARE

  1. Ja das interessiert die Welt, wenn ein paar verstörte Kinder in Trier ein Autohaus mit Transparent behängen!

  2. Auffällig ist, dass bei solchen Aktionen aus dem linken Milieu von Aktionisten geredet wird, solche vom rechten Rand sind Radikale. Komische Welt.

  3. Ich dachte, in Euren werden nur LKW und Sprinter verkauft. Wenn diese sogenannten Aktivisten ( ansonsten sind die wohl nicht produktiv aktiv) die nötige Kohle hätten, führen sie auch gerne einen SUV. Da sie aber nichts auf der Naht haben, können sie sich auch kein überteuertes Elektro-Auto leisten. Also spielt man eben Weltverbesserer………..mit welchem Recht eigentlich?

  4. Ich hoffe sie sind zufrieden wenn sie Deutschland vom Industrieland ins Mittelalter zurückversetzt haben.
    Dann ist die Luft zwar sauberer aber wir haben nichts mehr zu essen !
    Mich würde mal interessieren was das für Leute sind , letztendlich aber kotzen mich diese Aktionen einfach nur noch an .

  5. Uuuuh, ne bemalte Gardine aufgehangen, wie süß. Lieber mal Beweise vorbringen wie diese bösen SUVs soviel schädlicher sind als „normale“ Autos.

    Besser wäre es über solche „Aktionen“ gar nicht erst zu berichten. Dann gäbe es auch keine Aufmerksamkeit und der Gardinenstoff müsste jetzt nicht umweltschädlich entsorgt werden.

  6. Solche Aktionen sind einfach nur kindisch und absolut inakzeptabel. Das sind vermutlich die Menschen, die ohne Strom und Zivilisation im Wald leben.

  7. ich sehe hier nicht des Volkes Meinung sondern eine radikale Randgruppe, Aktivisten welche uns allen auf die Nerven geht und aus der linken Szene kommen. Wäre hier eine Mischung aller Parteimeinungen, eine Mischung des Volkes Meinung, ich würde es ernst nehmen. Erinnert an die 80er, gegen “ Atomkraft“ die 68er kann ich nicht so beurteilen. Faktum es kam immer alles aus der linken Ecke. Ihre Masche ist stets die gleiche, für Empörung und Aufruhr sorgen, nur sie haben Recht. Es lohnt auch nicht in den Austausch zu gehen. Einfach ignorieren, keine Plattform anbieten.

  8. Na ihr Lieben Kinderlein, was macht ihr denn als nächstes? Die Porta bemalen oder das Exhaus streichen,wär doch mal was anderes! Hätte zwar keinen Einfluss auf irgendwelche politischen Entscheidungen, also genauso wie alle eure anderen Aktionen auch!

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