Hörmagazin für Blinde und Sehbehinderte: Trierische Tonpost gibts jetzt auch als App

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TRIER. Während das Älter-Werden und ein runder Geburtstag für einige vielleicht kein Grund zum Feiern sind, ist es dieser 50ste Geburtstag ganz bestimmt: Die Trierische Tonpost, das Hörmagazin für blinde und sehbehinderte Menschen aus dem Bistum Trier, wird ein halbes Jahrhundert alt. Jetzt geht das bundesweit verschickte Magazin, dass sich im Laufe der Jahre immer an die jeweiligen Medien angepasst hat, neue Wege: Eine App soll künftig den Hörerinnen und Hörern den Zugang zu den Angeboten der Arbeitsstelle Medien für blinde und sehbehinderte Menschen erleichtern.

Mit der „Tonpost App“ können die Abonnenten künftig alle Inhalte des Hörmagazins Trierische Tonpost sowie die gelesene Bistums-Wochenzeitung Paulinus, das 14-tägige Fernsehprogramm, und die Zeitschrift „Behinderung und Beruf“ abrufen und auch in der App anhören. Produziert werden die Inhalte von der „Arbeitsstelle Medien für blinde und sehbehinderte Menschen“ im Bistum Trier. Damit ist Trier einzigartig aufgestellt: Kein anderes deutsches Bistum unterhält eine solche Arbeitsstelle im Rahmen seines Kommunikationskonzeptes. Die Tonpost erscheint seit 1969 – damals noch auf Tonbändern, dann auf Kassette, später auf so genannten DAISY-CDs, einem Standard für digitale Hörbücher. 600 Hörerinnen und Hörer haben das monatliche Magazin abonniert, eine Ausgabe umfasst rund sechs Stunden. Das Jahresabo ist, genau wie die Hör-Ausgabe der Bistums-Zeitung Paulinus, kostenlos. „Die Ausgaben beginnen mit einem Gebet und Beiträgen zum aktuellen Monat, dazu gibt es wichtige Informationen aus dem Blindenwesen in Deutschland, Tipps der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, aber auch Beiträge aus Kirche und Gesellschaft in unserem Magazin“, beschreibt Martin Ludwig, Leiter der Arbeitsstelle, das Angebot. Unterstützt werden Ludwig und die hauptamtlichen Mitarbeiter von rund 50 ehrenamtlichen Leserinnen und Lesern. „Wir sind natürlich immer froh über neue Stimmen, die sich gerne für eine gute Sache engagieren möchten“, sagt Ludwig. Produziert werden von der Arbeitsstelle auch ein 14-tägiges Fernsehprogramm mit 17 Sendern sowie die Zeitschrift „Behinderung und Beruf“, die sich mit Arbeitsschutz, Arbeitsrecht und Schwerbehinderung befasst.

Die neue Tonpost-App und auch die Internet-Plattform, auf der die Inhalte bereitgehalten werden, haben blinde Software-Spezialisten entwickelt. Derzeit befindet sich die App noch im Testlauf bei den Tonpost-Hörern und den Redaktionsmitgliedern. Finanziert wurde die App aus dem Investitionshaushalt des Bistums. Für Ludwig ein besonderes Engagement: „Wir müssen mit der Zeit gehen und haben uns gefragt: Sollen wir aufhören oder mit einer modernen Zugangsform weitermachen? Ich finde es ein wichtiges Zeichen, dass das Bistum hier investiert.“ Die Tonpost werde es zunächst auch noch weiter auf CD geben, nach und nach sei aber geplant, die Produktion zurückzufahren.

Zum 50-jährigen Bestehen der Tonpost lädt die Arbeitsstelle am 7. Dezember zum Jubiläumsfest mit Musik einer blinden Musikergruppe, einer Hörspielwerkstatt, ei-nem einzigartigen Märchenerzähler und Führungen im Museum am Dom ein. Weite-re Informationen zur Tonpost gibt es auf www.tonpost.de

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