SAARBRÜCKEN – Das Saarland entwickelt laut Umweltministerin Petra Berg (SPD) als erstes Bundesland zusammen mit dem Katastrophenschutz ein «neuartiges und innovatives» Hochwasser- und Starkregen-Frühwarnsystem.
«Ich bin schon stolz, dass wir damit sicherlich auch Vorbild für andere Bundesländer sein werden, denn es geschieht unter dem Einsatz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, praktischer Erfahrungen und modernster Technik», sagte sie.
«Das Pfingsthochwasser war keine Ausnahme», erklärte Berg. «Auch die Experten beim zweiten Saarländischen Klimakongress in der vergangenen Woche haben uns gesagt, es sei nicht die Frage, ob etwas passiert, sondern nur wann und wo etwas passieren wird.» Gerade weil man um diese Gefahren wisse, arbeite man auch in Zukunft weiter daran, das Land krisensicher zu machen und an die klimatischen Verhältnisse anzupassen.
Das Klimagefahrenabwehrsystem «KliGAS» ermögliche eine realitätsnahe Prognose zu Überflutungsflächen und Pegelständen, sodass Einsatzkräfte möglichst früh entsprechende Vorbereitungen treffen können. Langfristig soll es nach Angaben eines Ministerium-Sprechers auch eine Bürger-App geben, um die Gefahrensituation noch einfacher greifbar zu machen.
Schon jetzt finden Bürger online im Geoportal des Landes Gefahrenbewertungskarten, die erstmals zeigen, welche Gebiete in einem «Worst Case» betroffen wären. Künftig soll dies auch in einer 3D-Darstellung plastisch deutlich werden.
Zukunftsplan nach dem Pfingsthochwasser
Das Hochwasser vor zwei Jahren hatte einen Schaden von rund 46 Millionen Euro an der kommunalen Infrastruktur angerichtet. Die Umweltministerin stellte nun den aktuellen Stand des Zukunftsplans Hochwasserschutz vor, der seitdem erarbeitet worden sei. Er umfasse neun Punkte, die bereits umgesetzt wurden oder sukzessive anlaufen und optimiert werden sollen: von Beratungs- und Informationsangeboten über höhere Förderquoten bis zur Modernisierung des Hochwassermeldedienstes und Entlastung der Kanalsysteme.
«Das Saarland war gut vorbereitet und wird noch besser werden», sagte Berg. «Wir stärken die Vorsorge, die Infrastruktur und die Warnfähigkeit für Menschen, für Einsatzkräfte, für Kommunen und für das Land.»
Seit August 2025 unterstütze ein Hochwasserberater die Kommunen dabei, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Zudem sei die Hochwassermeldezentrale personell, räumlich und technisch verbessert worden. Kommunale Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes fördere das Umweltministerium – mit einer zusätzlichen Unterstützung aus dem Finanzministerium -nun mit 90 statt bisher 70 Prozent.
Seit dem Pfingsthochwasser hätten sich weitere Kommunen intensiv mit dem Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorge beschäftigt. 40 von ihnen hätten bereits Starkregen-Gefahrenkarten, die restlichen bereiteten sie vor.
Seit März liefen zudem die Arbeiten für das saarlandweite Starkregen-Frühwarnsystem KliGAS. Dazu wurden bereits lokale Frühwarnsysteme entlang der Blies in den drei Landkreisen Sankt Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis errichtet. In der zweiten Stufe würden diese nun zusammengeführt, bevor das System bis spätestens 2030 landesweit ausgerollt werden soll.
Zudem sei die Ausstattung des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) aufgestockt worden: Für etwa 1,8 Millionen Euro wurden Fahrzeuge und Geräte angeschafft.
















