TRIER – Im Interkulturellen Vielfaltsgarten im Trierer Tempelbezirk hat am 24. Mai die erste „Blind-Gardening“-Begegnung in Rheinland-Pfalz stattgefunden.
34 Menschen aus Deutschland, Guinea, Togo, Burkina Faso und Iran – darunter blinde, sehbehinderte und sehende Teilnehmende sowie eine Rollstuhlfahrerin – kamen zusammen, um Natur mit allen Sinnen zu erleben und gemeinschaftlich zu gärtnern.
Der Garten als Ort gelebter Inklusion
Menschen aus verschiedenen Ländern, Generationen und mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen können sich schon länger im Vielfaltsgarten begegnen – mit der Blind-Gardening-Aktion wurde das um den Aspekt Inklusion erweitert. Statt Pflanzen nur anzuschauen, konnten die Teilnehmenden an kleinen Erlebnisstationen Kräuter und Blätter ertasten, Düfte wahrnehmen und Naturgeräusche bewusst erleben.
Besonders eindrucksvoll waren Gartenrundgänge mit verbundenen Augen unter Anleitung von Emilie Mawuco Valentin (Viba Vision). Viele sehende Teilnehmende berichteten anschließend, die Natur dadurch völlig neu wahrgenommen zu haben.
Das Summen der Insekten, das Rascheln trockener Gräser oder der Duft frischer Minze wurden plötzlich bewusst wahrgenommen.
Auch praktische Aktionen standen auf dem Programm: Gemeinsam wurden Tomaten umgetopft, Kräuter entdeckt und Methoden nachhaltigen Gärtnerns vorgestellt – etwa Mulchen, Foodsharing oder die Herstellung von Bokashi als natürlichem Bodenverbesserer.
Für musikalische Begleitung sorgte die Trommelgruppe Palongo. Am Ende der Aktion gab es viele positive Rückmeldungen. Beim gemeinsamen Pflanzen, Trommeln, Tanzen oder den Verkostungen seien Gespräche zwischen Menschen entstanden, die sich im Alltag vielleicht nie begegnet wären.
Organisiert wurde die Begegnung gemeinsam mit zahlreichen Partnern, darunter das Bistum Trier mit der Trierischen Tonpost, Foodsharing Trier und der Stadtverband der Kleingärtner Trier. Schirmherr Norbert Freischmidt, Vorsitzender des Stadtverbandes der Kleingärtner Trier, eröffnete die Veranstaltung. Der Vielfaltsgarten habe an diesem Tag eindrucksvoll gezeigt, wie Inklusion, Nachhaltigkeit und gemeinschaftliches Lernen im Grünen zusammenwirken können, waren sich die Organisatoren einig.















