Umsiedlung des Edeka-Marktes Trier-Nord – Zustimmung des Stadtrats mit Bauchschmerzen

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Der Edeka-Markt an der Schöndorfer Straße befindet sich in der rund 120 Jahre alten Reithalle der früheren Maximinkaserne. Jetzt gibt es Pläne für eine Umsiedlung und Vergrößerung des Nahversorgers.

TRIER. Wird der Edeka-Markt im Kasernenhof an der Schöndorfer Straße bald zweihundert Meter nach Südosten auf die andere Seite der Bahngleise verlegt? Dieser Plan für eine brach liegende Gewerbefläche an der Ecke Schönborn- und Güterstraße sorgte im Stadtrat für wenig Begeisterung. Dennoch stimmte eine Mehrheit der Aufstellung eines Bebauungsplans zu.

Das fragliche Grundstück befindet sich, ebenso wie das nicht weit entfernte Areal des ehemaligen Kürenzer Walzwerks, im Besitz der Triwo AG. Für die Bebauung hat es bereits mehrere Ansätze gegeben. Bis 2017 favorisierte das Rathaus die Umsiedlung und Erweiterung des derzeitigen Nahkauf-Markts in der Gartenfeldstraße. Dessen Betreiber hatte sich aber letztlich für den Verbleib am bisherigen Standort entschieden. Stattdessen soll nun der bestehende Edeka-Markt an der Schöndorfer Straße geschlossen und am neuen Standort mit einer Verkaufsfläche von 2200 Quadratmetern neu eröffnet werden. Grundlage für diese Planung ist das 2015 beschlossene Einzelhandelskonzept, das für die Stadtteile Gartenfeld und Alt-Kürenz eine Verbesserung der Nahversorgung vorsieht.

Neben der Ansiedlung des Lebensmittelmarkts sollen im Bebauungsplan BK 24 („Zwischen Schönborn- und Güterstraße“) weitere Ziele zum Tragen kommen. Geplant ist ein mehrgeschossiges Gebäude mit dem Edeka im Erdgeschoss und Büros ohne größeren Publikumsverkehr in den oberen Etagen. Das Nahversorgungszentrum soll fußläufig gut erreichbar sein, das Umfeld mit Grünflächen gestaltet werden. Als Verkehrsanbindung ist eine neue Zufahrt aus der Güterstraße geplant.

Stimmen der Fraktionen

Der Stadtrat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans mit 38 Ja-Stimmen der CDU, SPD, UBT und FDP gegen elf Stimmen der Grünen und Linken bei zwei Enthaltungen der AfD. „Wir stimmen mit Ja, aber nur, damit eine Diskussion in Gang kommt“, verdeutlichte Thomas Albrecht (CDU) die Vorbehalte seiner Fraktion. Hauptproblem sei der zusätzliche Verkehr in der Güter- und Schönbornstraße: „Das ist ein gordischer Knoten, den wir vielleicht gar nicht zerschlagen können.“ Während Tobias Schneider (FPD) durch das Nahversorgungszentrum eine Aufwertung des Quartiers erwartet, meldete Sven Teuber (SPD) ebenso wie Christiane Probst (UBT) noch großen Diskussionsbedarf an. Scharfe Kritik äußerte Dominik Heinrich (B‘90/Grüne): Das geplante Gebäude bezeichnete er als „häßliche Hutschachtel“, die den „Hinterhofcharakter“ der Güterstraße noch unterstreiche. Für die Nahversorgung des Gartenfelds sei das neue Zentrum nicht erforderlich, zumal das Konzept auf Kunden ausgerichtet sei, die mit dem Auto unterwegs sind und damit die Verkehrsbelastung des Stadtteils verschärfen.

Vor der Stadtratsdebatte hatten sich drei Ortsbeiräte mit dem Bebauungsplan beschäftigt und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Mitte/Gartenfeld lehnte die Planung einstimmig ab. Kürenz votierte fraktionsübergreifend für die Vorlage. Auch Trier-Nord stimmte mehrheitlich zu, verbunden mit Sorgen um den alten Edeka-Standort an der Schöndorfer Straße. Sollte die Umsiedlung kommen, könnte das Auswirkungen auf den Erzeugergroßmarkt haben, der ebenfalls in der ehemaligen Kaserne angesiedelt ist.

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6 Kommentare

  1. Ich wollte nie umsiedeln,man hat mir den Markt als 2.Geschäft angeboten.Der Standort im Gartenfeld sollte immer erhalten bleiben.Allerdings nach ausgiebigen Analysen, hatte ein zusätzliches Nahversorgungszentrum an dieser Stelle keine Aussicht auf Erfolg. Und deshalb, weil ich als Privatperson, 800000 € in ein Objekt das von vorne herein als Risikoreich gilt investieren sollte, habe ich abgelehnt. Wie gesagt es war nie die Rede das Gartenfeld zu verlassen. Sollte aber der Umzug des Edeka Marktes stattfinden,stehen einige Existenten auf dem Spiel.
    Genauso so wenig wurde erwähnt das in die erste Etage die Sparkasse eine neue Filiale einrichtet, nachdem die Filialen Gartenfeld und Domänenstr. Geschlossen werden sollen. Es gibt nur 2 die gewinnen der Investor und der Ortsvorsteher von Kürenz.

  2. Ich frage mich auch was der Umzug des Edeka Marktes bringt, vielleicht eine etwas grössere Verkaufsfläche, aber verkehrstechnisch liegt er jetzt besser , können am neuen Markt so viele Parkplätze gebaut werden wie es sie am alten Standort gibt ? Die Anfahrt wird sich auch verschlechtern.
    Ich vermute mal dass der Investor den Edeka braucht damit sich der Bau und Vermietung des neuen Gebäudes überhaupt rechnet, denn der alte Markt hat unseren Ansprüchen 20 Jahre als Kunden genügt und das mit einer Neugestaltung auch weiterhin.

  3. Und der Kunde gewinnt Herr Surges und kann sich an 2200 qm Verkaufsfläche, in modernem Ambiente + Parkplätze ( wie viele Parkplätze können sie eigentlich nachweisen? ) erfreuen. Auch stellt sich die Frage warum der Altkürenzer Bürger in seinem Zentrum keinen Frischmarkt haben sollte? Dieses ungepflegte Areal nahe der Bahn erfährt eine richtige „Aufwertung“ und das sehe ich als sehr erfreulich an. Leider kommt der Discounter „Penny“ nicht nach Trier, so könnte man um einen Anbieter mehr, zwischen den Sonderangeboten switchen. Meine Hoffnung zuletzt liegt ja bei Globus.

  4. https://www.youtube.com/watch?v=I7RtVh5FSJ8, hier Herr Surges sehen sie, das der Kunde nicht nur den Bedarf seines täglichen Lebens abdecken möchte, der Kunde mag auch ein Event. Ihre Art von Markt ist vielleicht nicht mehr in Anno 2019, vielleicht mal ein Pfund Butter oder einen Liter Milch, weil es gerade schnell her muss dafür sehe ich ihren Markt gut aufgestellt. Durch weniger Frequentierung ihres Marktes sehe ich zumal die Gartenfeldstasse als „entlastest“ an was absolut zu begrüßen ist. Warum sollte der Kunde ( Trier Ost, immer schon etwas, naa anders ) auf etwaiges, tolles, vielfaches verzichten oder gar Preise vergleichen können? Stellen sie sich doch einfach gut auf dann wird ein Teil ihrer Kundschaft doch bleiben. Herr Surges, das nennt man soziale Marktwirtschaft

  5. Egal was jetzt viele zum Thema Event-Shopping ablassen muss man doch einfach feststellen:
    Wer heutzutage kaufen geht möchte schnell und unkompliziert am liebsten bis ans Regal mit den teilweise Überbreiten SUV ranfahren können ohne langes aussteigen.
    Und nicht zu vergessen soll es möglichst billig und schnell auf dem Heimweg zu erreichen sein.
    Die einzigen die nicht auf Parkplätze angewiesen sind in Trier sind Leute die eh größtenteils im Ökoladen einkaufen oder in einem neuen Edeka seltenst ankommen weil im Kaufland ostallee das Pennerglück-bier deutlich günstiger ist

  6. @Rainer Kreutzer „Durch weniger Frequentierung ihres Marktes sehe ich zumal die Gartenfeldstasse als „entlastest“ an was absolut zu begrüßen ist.“
    Kann ich mir kaum vorstellen. Ich fahre ständig durch die Gartenfeldstrasse (Fahrrad) und kaufe auch regelmäßig im REWE Gartenfeld ein. Meiner Erfahrung nach, kommen 70%+ Kunden zu Fuß/mit Fahrrad zum REWE. Man sieht wirklich nur selten jemanden mit dem Auto kommen/gehen.
    Die allermeisten Fahrzeuge in der Gartenfeld, kommen aus Richtung Ostallee und biegen in die Güterstrasse ab. Viel „Entlastung“ würde es nicht geben, ganz im Gegenteil: Mit einem EDEKA Markt am ende der Güterstrasse, würden noch mehr Fahrzeuge die Route Gartenfeld -> Güterstrasse nehmen und nicht den Weg über die hochfrequentierte Ostallee nehmen, um in die Schönbornstrasse abzubiegen.

    Diesem Zitat aus dem Artikel kann ich nur Zustimmen: „Für die Nahversorgung des Gartenfelds sei das neue Zentrum nicht erforderlich, zumal das Konzept auf Kunden ausgerichtet sei, die mit dem Auto unterwegs sind und damit die Verkehrsbelastung des Stadtteils verschärfen.“

    Die Lage des momentanen EDEKA’s in der Schöndorfer/Kürenzerstrasse ist Verkehrstechnisch weitaus besser, für Kunden wie auch für den Laden selbst. Solch ein Laden muss auch beliefert werden. Regelmäßig dicke LKW’s zur Anlieferung sind dort auch besser aufgehoben. Zudem ist der alte und der neue Standort 500m voneinander entfernt, das würde für Kunden kaum einen Unterschied machen, für die Verkehrsbelastung schon.

    Notiz am Rande: Der REWE Markt von Herrn Surges und seinem Team möchte ich an dieser Stelle in der Gartenfeld nicht missen. Die einzige Kritik: Manche Produkte sind einfach aus dem Sortiment verschwunden die ich gerne gekauft habe (obwohl es sie weiterhin in anderen REWE Märkten gibt, liegt aber anscheinend am Konzern REWE selbst, die nur bestimmte Produkte aus einem Katalog für bestimmte Läden anbietet wie mir eine Mitarbeitern mal sagte)

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