Alte Klosterschule in neuem Glanz

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Bildquelle: Trier.de

TRIER. Fünf lange Jahre haben Lehrer und Schüler des Auguste-Viktoria-Gymnasiums (AVG) darauf gewartet: Jetzt erstrahlt der älteste und wohl schönste Trierer Schulbau in der Flanderstraße wieder in neuem Glanz.

Mit einem großen Schulfest feierten alle Beteiligten den Abschluss der Renovierung im ehemaligen Welschnonnenkloster.
Noch heute sind Räume des Klosters in ihrer Ursprünglichkeit erhalten, zum Beispiel Bibliothek, Aula oder Musiksaal, der früher als Refektorium (Speisesaal) genutzt wurde.

1652 gründeten Augustinerinnen aus Lothringen (Welschnonnen) eine schulgeldfreie Klosterschule für Mädchen. Sie wurde seit 1870 als „Höhere Töchterschule“ genutzt und erhielt 1913 den Namen Auguste Viktoria nach der letzten deutschen Kaiserin. Später wurde daraus das gleichnamige Gymnasium, das heute eine vierzügige Bildungseinrichtung ist. Derzeit besuchen 1070 Kinder und Jugendliche das Gymnasium, das in diesem Jahr ein Jubiläum als Unesco-Projektschule feiert Seit 20 Jahren setzt es sich aktiv für Menschenrechte, Toleranz und Umweltschutz ein und engagiert sich zum Beispiel für Projekte in Entwicklungsländern.

Als im Dezember 2011 die Instandsetzung des Klostergebäudes unter der Projektsteuerung der städtischen Gebäudewirtschaft begann, hätte niemand gedacht, dass es ganze fünf Jahre dauert, bis die Arbeiten endlich beendet sind. Besonders ärgerlich war es für die Abiturjahrgänge 2014 und 2015, die ihre gesamte Oberstufenzeit in aufgestellten Containern verbringen mussten.

Neuer Dachstuhl wegen Asbest

In zwei Bauabschnitten wurde zunächst der Nord-, anschließend der Südflügel des Gebäudes erneuert. Doch gleich zu Beginn des ersten Bauabschnitts wurde Asbest in der Dachkonstruktion festgestellt, was eine Kompletterneuerung erforderlich machte. Durch den Abriss und den neu aufgestellten Dachstuhl konnten zwar großzügige Klassenräume im Dachgeschoss ausgebaut werden, doch kam es während der Arbeiten zu einem massiven Wasserschaden und nachfolgend zu einem langen Rechtsstreit mit der Abrissfirma, der mit einem Baustopp verbunden war. So konnten die Arbeiten – die in enger Abstimmung mit dem Amt für Bauen, Umwelt und Denkmalpflege erfolgten – erst Ende 2013 weitergehen. Dabei musste unter anderem ein überaltertes und teilweise desolates Leitungsnetz für Heizung und Sanitär erneuert und eine Vielzahl baurechtlicher Vorgaben bei weitgehendem Erhalt der historischen Bausubstanz beachtet werden. Dabei wurde auch der Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst und die EDV- Ausstattung für einen zeitgemäßen, optimalen Schulbetrieb modernisiert.

In Teilbereichen wurden denkmalgerechte Holzfenster, mit Isolierung nach aktuellem Standard, erneuert oder angepasst. Mit dem Einbau einer Aufzugsanlage und einer Behindertentoilette ist jetzt auch die Barrierefreiheit gewährleistet. Die Gesamtkosten der Sanierung liegen bislang bei rund 6,6 Millionen Euro. „Insgesamt gut investiertes Geld“, betonte Baudezernent Andreas Ludwig bei seinem Rundgang.

Als letzter Schritt werden in den Sommerferien die Außenanlagen erneuert. Im Eingangsbereich entsteht ein Kräutergarten mit Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten und dort, wo vormals die Schulcontainer standen, wird ein begrünter Aufenthaltsbereich mit Spielfeld für die Schülerinnen und Schüler entstehen.

Das AVG ist eines von drei Gymnasien in Rheinland-Pfalz, das von der Landesregierung als Hochbegabtenschule ausgewählt wurde. Seit 2005 fördert sie junge Menschen in ihrer Fähigkeit, sich schnell und individuell Wissen anzueignen. Der Hochbegabten-Unterricht findet sowohl im modenen Hauptgebäude als auch im Klosterbau statt. Auch Regelklassen ab der neunten Jahrgangsstufe nutzen das historische Gemäuer für den Unterricht.

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