Menschen im Blick – Jahresbericht der Lebensberatungsstelle Trier

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Bildquelle: Alexandra H. / pixelio.de

TRIER. Trennung, Scheidung, Sorgerechtsstreitigkeiten und Partnerschaftskonflikte der Eltern sind die häufigsten Gründe, weshalb Kinder und Jugendliche Rat und Unterstützung bei der Lebensberatung Trier suchen. Und auch bei Erwachsenen sind Partnerschaftsprobleme das zweitwichtigste Thema.

Insgesamt haben 1.386 Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Beratungsangebot im vergangenen Jahr wahrgenommen. 979 Personen nahmen darüber hinaus an weiteren Angeboten der Lebensberatung teil, zum Beispiel an Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Jahresbericht 2015 der Beratungsstelle Trier hervor. Dieser hebt auch die positiven Erfahrungen des neuen präventiven Gruppenangebots „Kinder im Blick“ – kurz KIB – für getrennte Eltern hervor, das es seit dem vergangenen Herbst gibt.

Das Trainingsprogramm KIB gibt getrennt lebenden Partnern unabhängig voneinander die Möglichkeit, sich mit anderen Elternteilen auszutauschen. Sie lernen ein besseres Konfliktverhalten im Umgang mit dem anderen Elternteil, stärken die Sensibilität für die Bedürfnisse der Kinder und für eine gute Selbstfürsorge. Damit soll Stress reduziert und das Wohlbefinden gefördert werden.

Neben den Trennungs- und Scheidungsgründen waren Probleme im Erziehungsverhalten, Entwicklungsauffälligkeiten und Eltern-Kind-Konflikte wichtige Beratungsanlässe für Kinder und Jugendliche. 52,2 Prozent aller Kinder und Jugendlichen lebten nicht in ihrer Ursprungsfamilie.

Bei Erwachsenen waren stimmungsbezogene Probleme wie zum Beispiel Depression der häufigste Beratungsgrund. Wichtige Themen waren außerdem eine problematische Ausbildungs- oder Arbeitssituation, Belastungen durch das familiäre Umfeld und Belastungen durch kritische Lebensereignisse.

Die durchschnittliche Beratungsdauer pro abgeschlossene Leistung lag bei sechs Stunden. 57,5 Prozent der Ratsuchenden kamen aus der Stadt Trier, 42,5 Prozent aus dem Kreis Trier-Saarburg. Sie nahmen insgesamt 623 Leistungen in Anspruch, bei 46 Leistungen haben sie den Zugang über die Internetplattform www.online.lebensberatung.info gewählt.

Das Team der Beratungsstelle Trier besteht aus zwei Psychologen, einer Pädagogin, einer Sozialpädagogin, zwei Heilpädagoginnen, einem Theologen und einer Verwaltungsangestellten. Hilfesuchende können kostenlos Unterstützung in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten für Fachpersonal, Verwaltung und Sachgegenstände betrugen knapp 333.000 Euro. Träger ist das Bistum Trier, das 2015 mit knapp 167.000 Euro die Hälfte der Kosten finanzierte. Dazu kamen Zuschüsse von knapp 105.000 Euro aus Kommunalmitteln der Stadt Trier, des Kreises Trier-Saarburg, der Verbandsgemeinde Schweich sowie der Verbandsgemeinde Trier-Land und knapp 61.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz. Im Bistum Trier gibt es insgesamt 20 Lebensberatungen.

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