MAINZ. Politische Personalie mit Jackpot-Faktor: Christian Baldauf wird neuer Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz. Offiziell ist sein Gehalt bislang nicht veröffentlicht. Doch der Blick auf die Vergütung seines Vorgängers zeigt: Der frühere CDU-Landeschef dürfte künftig in einer Gehaltsliga spielen, die selbst kommunale Spitzenämter deutlich übertrifft.
Baldauf übernimmt Spitzenjob bei Lotto Rheinland-Pfalz
Neuer Posten, neues Machtzentrum, neues Gehaltsniveau: Der frühere CDU-Landeschef und langjährige Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf wird neuer Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz.
Der Aufsichtsrat stimmte seiner Bestellung nach übereinstimmenden Berichten einstimmig zu. Baldauf soll das Unternehmen ab dem 1. Juni 2026 führen. Er folgt auf Jürgen Häfner, der Ende Mai nach rund zwölf Jahren an der Spitze ausscheidet.
Lotto Rheinland-Pfalz ist dabei alles andere als ein unbedeutender Nebenbetrieb. Laut Geschäftsbericht hält das Land Rheinland-Pfalz 51 Prozent der Anteile. Weitere Gesellschafter sind die regionalen Sportbünde Rheinland, Pfalz und Rheinhessen.
Was verdient Baldauf künftig?
Die spannendste Frage bleibt bislang unbeantwortet: Wie viel verdient Christian Baldauf als neuer Lotto-Chef?
Offiziell veröffentlicht wurde die konkrete Vergütung bisher nicht. Klar ist aber: Der Posten gilt als hoch dotiert. Nach Angaben aus einem Wirtschaftsprüfungsbericht für das Jahr 2024, auf den sich mehrere Medien berufen, kam der bisherige Geschäftsführer Jürgen Häfner mit Grundvergütung und erfolgsabhängiger Zahlung auf zusammen knapp 200.000 Euro im Jahr.
Solange Lotto Rheinland-Pfalz oder der Aufsichtsrat keine abweichenden Vertragsdetails öffentlich machen, liegt die Vermutung nahe: Auch Baldauf dürfte sich in einer ähnlichen Gehaltsklasse bewegen.
Mehr als Triers Stadtspitze
Damit bekommt die Personalie auch einen interessanten regionalen Dreh. Denn diese Größenordnung liegt deutlich über dem, was selbst politische Spitzenämter auf kommunaler Ebene einbringen.
Aus einem offiziellen Trierer Amtsblatt geht hervor, dass das Amt des Oberbürgermeisters in Trier nach der Höherstufung in B8 liegt. Beigeordnete beziehungsweise Dezernenten wurden in Trier mit B4 ausgewiesen (Gehaltssprung in Trier: Baudezernent Dr. Thilo Becker soll künftig mehr verdienen).
Nach der aktuellen rheinland-pfälzischen Besoldungstabelle bedeutet das:
Oberbürgermeister B8: 12.418,16 Euro Grundgehalt pro Monat
Dezernent B4: 10.149,51 Euro Grundgehalt pro Monat
Aufs Jahr gerechnet entspricht das rund 149.018 Euro für den OB-Grundbezug und rund 121.794 Euro für einen Dezernenten – jeweils ohne mögliche Dienstaufwandsentschädigungen.
Der mögliche Lotto-Chef-Verdienst von knapp 200.000 Euro liegt damit spürbar darüber.
Politische Personalie mit viel Gesprächsstoff
Dass Baldaufs neuer Job für Diskussionen sorgt, liegt nicht nur am Namen. Der ehemalige CDU-Spitzenmann war über Jahre eines der bekanntesten Gesichter der Landespolitik. Nach internen Machtkämpfen in der CDU rückt er nun an die Spitze eines Unternehmens, an dem das Land mehrheitlich beteiligt ist.
Zwischenzeitlich stand sogar eine Doppelspitze mit einem zweiten Geschäftsführer im Raum. Diese Pläne wurden nach massiver Kritik wieder kassiert. Jetzt soll Baldauf allein an die Spitze.
Damit wird aus der Lotto-Personalie ein politischer Aufreger: Ein früherer CDU-Landeschef übernimmt einen einflussreichen Spitzenjob – und dürfte dabei ein Gehalt beziehen, das viele kommunale Top-Ämter deutlich hinter sich lässt.
Offiziell bleibt die genaue Summe offen
Wichtig bleibt die saubere Einordnung: Die konkrete Vergütung von Christian Baldauf ist bislang nicht offiziell bestätigt. Öffentlich bekannt ist vor allem die Gehaltsgrößenordnung des bisherigen Geschäftsführers.
Doch schon diese Größenordnung reicht aus, um die Debatte anzuheizen. Denn eines ist klar: Der neue Lotto-Job ist politisch prominent, wirtschaftlich attraktiv – und finanziell mutmaßlich ein echter Spitzenposten.


















