Echternacher Springprozession: Schwerpunkt auf Pilgern aus der Eifel

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Foto: Luca Peranni

ECHTERNACH. Wenn sich am Dienstag nach Pfingsten Hunderte in weißen Hemden und dunklen Hosen auf dem Hof der Abtei Echternach versammeln, kann dies nur heißen: Es ist wieder Echternacher Springprozession. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen kamen über 30 Gruppen und viele Einzelpersonen in der luxemburgischen Stadt zusammen, um springend durch die Straßen zu ziehen.

Begleitet wurden sie von Musikern, die die traditionelle Polka der Springprozession spielten. Auch das Bistum Trier war durch Gruppen vertreten – selbst Bischof Stephan Ackermann und Weihbischof Jörg Peters sprangen bei der Prozession mit.

Für die Luxemburger hat die Springprozession ganz unterschiedliche Bedeutungen“, erklärt Alex Langini. Seit 1993 ist er Konservator im Abteimuseum Echternach und verfasste mehrere Texte zu Geschichte und Kunstgeschichte der Stadt. „Es sind ganz bestimmte Pfarreien, die seit Jahrhunderten an der Prozession teilnehmen.“ Ein nationales Phänomen wie etwa die Octave in der Stadt Luxemburg sei die Echternacher Springprozession jedoch nie gewesen.

Ein Schwerpunkt liege auf den Pilgerinnen und Pilgern aus der Eifel. Die Pfarrei Waxweiler im heutigen Pastoralen Raum Prüm sei bereits im 15. Jahrhundert als erste im Zusammenhang mit der Prozession erwähnt worden. „Die Prozession hat einen ausgesprochenen regionalen Charakter. Für die Echternacher ist das ein Hochfest.“ Die Aufnahme in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes im Jahr 2010 habe den internationalen Charakter der Prozession noch verstärkt, berichtet Langini, der auch für die Betreuung der geladenen Diplomaten zuständig ist. In den vergangenen Jahren seien auch immer Vertreter aus Irland vor Ort gewesen, wo der heilige Willibrord wo er als Mönch lebte. Sein Grab in der Abteikirche von Echternach ist jedes Jahr das Ziel der Springprozession.

Die Route Echternach

Eine besondere Veranstaltung im Rahmen der Echternacher Springprozession ist die Route Echternach. Seit 40 Jahren kommen Jugendgruppen aus der Grenzregion Luxemburg-Deutschland zusammen und pilgern durch die Nacht von Pfingstmontag auf den folgenden Dienstag nach Echternach. 130 Anmeldungen gingen bei Jugendpfarrer Peter Zillgen in diesem Jahr ein. Beim abschließenden Gottesdienst um 5 Uhr morgens vor der Prozession waren es dann sogar 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anna (15) aus der Nähe von Schweich wurde durch ihre Mutter inspiriert, teilzunehmen. Diese sei früher selbst öfter bei der Route Echternach mitgelaufen. „Ich finde das ist eine Erfahrung, die man einmal gemacht haben sollte.“ Sie blicke positiv auf die Nacht zurück. „Es war sehr spannend mit den Leuten durch den Wald zu wandern und es gab auch viel Zeit zum Nachdenken und Reflektieren.“ „Es war eine total schöne Erfahrung, weil man sich in der Gemeinschaft unterhalten und auf dem Schweigepfad wandern konnte und dann dieses Ziel hier gemeinsam erreicht hat“, sagt Hannah (16) aus der Nähe von Bitburg. Sie ist die Route Echternach schon einmal mitgelaufen. Es sei eine schöne Gelegenheit, gemeinsam mit Freunden zu wandern und sich mit dem Glauben zu beschäftigen. Für Theo (14) aus der Nähe von Ehrang war es zwar schon die dritte Springprozession, aber auf der Route Echternach pilgerte er zum ersten Mal: „Wir hatten immer Raststationen. Dort haben wir reflektiert und auch Bibeltexte gehört und es war einfach eine schöne Nacht, bei der man zusammen wandern konnte.“ Es sei ideal als Abschluss für Pfingsten, denn „man kommt zusammen und es macht Spaß mitzuspringen. Ich finde, dass das ein sehr schönes Gemeinschaftsfest ist.“ Carlo Morbach, Pfarrer in Echternach, war im Studium als die Route Echternach vor 40 Jahren ins Leben gerufen wurde. „Dass heute immer noch so viele dabei sind, gerade Jugendliche, das ist einfach nur wunderbar – dass wir mit so vielen Leuten feiern können.“ (Quelle: Bischöfliches Generalvikariat Trier)

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