Kurzmeldungen: Ludwig kommt nicht – Britten widerspricht Becker – Humboldt-Sanierung teurer 

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Andreas Ludwig kommt nicht zur Expertenrunde.

TRIER. Die CDU wollte ihn nicht, die Grünen luden ihn ein, doch Triers Ex-Dezernent Andreas Ludwig kommt nicht zu der für den 27. April angesetzten Expertenrunde zur Anmietung von Flächen auf dem Energie- und Technikpark (ETP) der Stadtwerke Trier. Nach Informationen unserer Redaktion hat sich in Gesprächen zwischen mehreren Ratsmitgliedern und Ludwig ergeben, dass die Anwesenheit des ehemaligen Baudezernenten bei der Experten-Anhörung nicht notwendig ist – so der aktuelle Sachstand. Auch in der offiziellen Beschlussvorlage für die Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag taucht der Name Ludwig nicht mehr auf. 

Eingeladen sind demnach nur noch Dirk Bach von der Kanzlei Atax in St. Ingbert (auf Vorschlag der Freien Wähler), Sebastian Hamm von der Kanzlei Otting Zinger in Hanau (CDU-Vorschlag), ein Vertreter des Mainzer Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration sowie Martin Schulte von der ADD (jeweils von den Grünen). Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, Verträge mit den vorgenannten Fachleuten abzuschließen. Die Kosten für die Experten-Runde werden vom Rathaus auf 30.000 Euro taxiert. 

Die Berufung des CDU-Mannes Ludwig in die Experten-Runde durch die Grünen ist einigen Christdemokraten in den vergangenen Tagen übel aufgestoßen. Sie zweifelten seine Objektivität und Unabhängigkeit an. Dass Ludwig zur Verfügung steht, sollte der Rat ihn in seiner morgigen Sitzung dennoch laden, ist allerdings weiterhin möglich. Bei der Anhörung am 27. April vor dem Haushaltsausschuss sollen nun alle Anmietungen der Stadt im ETP durchleuchtet werden – sowohl jene für das Theater als auch für das Amt StadtRaumTrier, das im Dezernat von Thilo Becker angesiedelt ist.  

Britten kontert Becker 

Neue Details zu den umstrittenen Anmietungen des Becker-Dezernats im ETP: CDU-Dezernent Ralf Britten widerspricht seinem Stadtvorstands-Kollegen Becker. Sein Immobilien-Amt sei in die vorzeitige Anmietung von Flächen im ETP-Areal für das Amt StadtRaumTrier im Becker-Dezernat nicht eingebunden gewesen. Das geht aus einer E-Mail von Britten-Amtsleiter Jochen Strack an seinen Dezernenten hervor. 

Becker hingegen hatte in seiner E-Mail vom 9. April an die Ratsfraktionen behauptet, „dass das Amt StadtRaumTrier seit der zweiten Jahreshälfte 2025 in Absprache mit dem Vermieteramt (Britten-Dezernat, Anm.d.Red.) und den SWT kleine Teilbereiche des ETP beziehungsweise BHG-Geländes im Rahmen des Winterdienstes als Abstellflächen für Fahrzeuge und die Zwischenlagerung von Materialen genutzt hat.“ 

Somit steht Aussage gegen Aussage in dieser für Becker durchaus heiklen Angelegenheit. Denn für die Anmietung der ETP-Flächen fehlt dem von den Grünen nominierten Dezernenten bis heute ein entsprechender Stadtratsbeschluss. Nun sagt Becker-Kollege Britten zudem, sein Vermieter-Amt sei nicht involviert und vom Becker-Dezernat auch nicht beauftragt gewesen. 

Zur Erklärung: Im sogenannten Viermieter-Mieter-Modell der Stadt fungiert das Immobilien-Amt von Britten als „Vermieter“, alle andere Ämter, die externe Flächen und Gebäude anmieten müssen, als „Mieter“. Heißt: Das Mieter-Amt meldet den Bedarf beim Vermieter-Amt an, das dann Verträge mit den externen Vermietern aushandelt und gegebenenfalls abschließt. In seiner E-Mail schreibt Britten-Amtsleiter Strack nun wörtlich: „Wir waren als Vermieteramt in die Absprachen zwischen SRT (StadtRaumTrier, Anm.d.Red.) und den SWT zu einer vorzeitigen Nutzung von noch nicht angemieteten Flächen nicht eingebunden. Wir waren auch nicht vom Nutzeramt beauftragt, hierfür einen temporären Mietvertrag abzuschließen.“ 

Das bedeutet ferner: Das zuständige Britten-Amt war folglich auch nicht hinsichtlich der Auftragsbestätigung des Becker-Dezernats vom Mai 2025 gegenüber den SWT informiert. Die Stadtwerke sehen dieses Schreiben ihrerseits jedoch als vertragliche Vereinbarung an und stellten der Stadt jüngst eine Rechnung über rund 187.000 Euro für die vom Becker-Amt genutzten Flächen aus. 

Dazu schreibt Britten-Amtsleiter Strack: „Im Rahmen eines Ortstermins bei SRT konnten wir uns […] im März 2026 davon überzeugen, dass die Flächen zu diesem Zeitpunkt nicht genutzt waren. Die Absprachen zwischen SRT und den SWT für die Zeit davor entziehen sich unserer Kenntnis. Das hatte ich auch im Ausschuss des Dezernates V entsprechend geantwortet.“ Doch um eben diese Zeit geht es: Becker hatte jüngst selbst eingeräumt, dass die Flächen im ETP temporär genutzt worden waren. 

Humboldt-Sanierung wird teurer 

Auch bei den laufenden Schulsanierungen gibt es schlechte Nachrichten für Becker. Die Kosten für die Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums am Augustinerhof steigen noch einmal – um rund 1,2 Millionen Euro. Somit erhöht sich das Gesamtvolumen für den Anbau von rund 15,8 Millionen Euro auf gut 17 Millionen Euro. Die entsprechende Vorlage soll der Schulträgerausschuss in seiner Sitzung am 23. April beraten. 

Becker war erst jüngst in die Kritik geraten, weil die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) der Stadt 4,8 Millionen Euro an Fördergeldern gestrichen hatte. Grund: Die Baumaßnahmen an der Egbert-Schule, auf dem Wolfsberg und eben am Humboldt-Gymnasium waren nicht fristgerecht zum 31. Dezember 2025 abgeschlossen worden. Hier zeigt der Dezernent sich jedoch zuversichtlich, weitere 3,7 Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KI 3.0) des Landes zu erhalten. 

Die dafür notwendigen sogenannten Schlussverwendungsnachweise, die bis zum 31. März bei der ADD eingereicht werden mussten, habe sein Dezernat bereits zum 27. März erstellt und der ADD fristgerecht übergeben. In Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde sei es zudem gelungen, Kostensteigerungen aus den Jahren 2020 bis 2025 geltend zu machen. Damit seien inzwischen rund 92 Prozent der ursprünglichen Fördermittel bei der ADD beantragt, so Becker. Allerdings steht die endgültige Entscheidung der Aufsichtsbehörde zur Aufstockung der Fördermittel noch aus. (et) 

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1 Kommentar

  1. Welche Möglichkeiten hat man, um einen unfähigen Dezernenten besser auszubilden? Kann man von ihm erwarten, noch einmal die Schulbank zu drücken? Macht hier Qualifizierung noch Sinn oder ist es zu spät? Wäre in diesem Fall nicht ein Austausch des Dezernenten die bessere Wahl? Im Rahmen der Fürsorgepflicht wären die Stadträte gut beraten, den Baudezernenten zu schützen und aus den Spiel zu nehmen, bevor er sich zur vollkommenen Lachnummer gemacht hat und für den Arbeitsmarkt unbrauchbar geworden ist. Im eigenen Interesse sollte Dr. Thilo Becker seinen Hut nehmen und sich neuen Herausforderungen stellen. Zu seinem Wohl, dem seiner Familie und seiner Gesundheit. Und zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger.

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