Elversberg nach verpasstem Aufstieg: Bleiben die Geldgeber im Hintergrund geduldig? 

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Foto: Unsplash

Der SV Elversberg ist in der Relegation gegen den FC Heidenheim gescheitert und verlor in wortwörtlich letzter Sekunde die entscheidende Partie des Rückspiels der Relegation. Noch im Hinspiel hatten die Elversberger ein 2:2 gegen den Bundesligisten geschafft und machten sich zu Recht große Hoffnungen auf den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse.  

Der Traum ist damit geplatzt und jetzt heißt es wieder arbeiten, die Mannschaft wieder aufbauen, die Spieler ermuntern und gegebenenfalls Lücken durch Abgänge schließen, um auch in der kommenden Saison wieder möglichst weit oben zu landen.  

Für ein Team wie Elversberg ist es enorm wichtig, dass die Sponsoren und Geldgeber im Hintergrund an Bord bleiben und auch in der nächsten Saison in der zweiten Liga genug finanzielle Mittel bereitstellen, dass womöglich erneut eine derartige Leistung möglich ist. Dabei stellt sich die Frage, ob die Geldgeber dabei bleiben oder ob sich die Wege nun trennen und das Team eventuell auseinanderbricht, 

Der Trainer ist weg – was passiert jetzt in Elversberg? 

Der Vater des Erfolgs, Trainer Horst Steffen, verlässt Elversberg und wird ab sofort den SV Werder Bremen trainieren. Somit ist der Trainer den Schritt in die erste Liga auch ohne seine Mannschaft gegangen und wird nächste Saison in der ersten Liga am Start sein. Dadurch sind die Elversberger dazu gezwungen, jetzt einen passenden Nachfolger für Steffen zu finden, der die Mannschaft erneut unter die ersten drei der Tabelle führen kann.  

Laut einstimmigen Medienberichten soll Vincent Wagner ein sehr heißer Kandidat auf den Posten des Cheftrainers sein. Die Gespräche laufen und Nils Ole Book, der Sportvorstand der Saarländer, ist momentan in den Verhandlungen mit dem Wunschkandidaten des SVE. Der 39-Jährige arbeitet allerdings im Moment bei der TSG aus Hoffenheim und trainiert dort die zweite Mannschaft der Kraichgauer.  

Mit der Reserve der TSG Hoffenheim gewann Wagner in der abgelaufenen Spielzeit den Titel in der Regionalliga und bewies damit, welches Potenzial in dem jungen Trainer schlummert. Das dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass sich die Elversberger so ernsthaft um den neuen Trainer bemühen. In Elversberg hätte er die Chance, Großes zu erreichen und nach dem Meistertitel in der Regionalliga sogar in die erste Bundesliga aufzusteigen. Der Vertrag des 39-Jährigen ist allerdings noch bis 2027 datiert und er muss noch seine Pro-Lizenz beim DFB machen, damit er vollends bereit ist für die neue Aufgabe.  

Finanziell gut aufgestellter Zweitligist 

Der SVE steht finanziell ziemlich gut da als Zweitligist. Dafür sorgen unter anderen Sponsoren wie HYLO, ein Unternehmen, das Augentropfen herstellt und seit mehreren Jahren den SVE finanziell trägt. Dadurch, dass Unternehmen Geld in den Verein pumpen, war es überhaupt erst möglich, diesen großen Erfolg der letzten Saison zu feiern und so gut dazustehen, wie man es aktuell tut. HYLO hat außerdem die Lizenzrechte an der URSAPHARM-Arena und ist nebenbei auch noch ein Werbepartner des Rekordmeisters aus München.  

Seit einem Jahr hat der SVE außerdem eine sehr wichtige Partnerschaft mit dem Unternehmen Löwen Entertainment, das vor allem im Heimstadion Werbebanner und die Bandenwerbung ziert. Dadurch fließt Geld in die Kassen, die die Elversberger für neue Verpflichtungen und vor allem die Gehälter benötigen. Das Unternehmen ist vor allem für sein Casino bekannt, das Fans des Glücksspiels auf jeden Fall ein Begriff sein dürfte. 

Die Sponsoren sind glücklich mit ihrem Engagement bei den Saarländern, denn der Verein sorgt für positiv Schlagzeilen und das ist das Ziel jeder Marketingbemühung. Mit der Teilnahme an der Relegation gab es so in der vergangenen Saison zwei Spiele, die im Fernsehen übertragen wurden und die damit viele Zuschauer auf den kleinen Verein aus dem Saarland aufmerksam machten.  

Deshalb ist auch davon auszugehen, dass es genau so weitergehen wird in Elversberg, denn zufriedene Sponsoren sind ein wichtiger Baustein eines erfolgreichen Vereins, vor allem, wenn man das Ziel hat im nächsten Jahr in die höchste deutsche Spielklasse aufzusteigen.  

Frische Spieler für einen Neustart im Saarland 

Der Sommer ist jung, doch in Elversberg wird längst an der Zukunft gefeilt. Während andere Vereine noch mit dem Saisonfazit ringen, stellt die SVE schon die Weichen für ein neues Kapitel und das mit einem Händchen für spannende Personalien. Eines der auffälligsten Puzzlestücke hört auf den Namen Felix Keidel. Der Linksverteidiger kommt aus Ingolstadt und bringt trotz seiner erst 21 Jahre ein bemerkenswertes Entwicklungstempo mit. Dass Elversberg ihn gleich bis 2028 gebunden hat, spricht für das Vertrauen, das man in seine Fähigkeiten setzt und für den Plan, ihn nicht nur als Lückenfüller, sondern als langfristigen Baustein für die Defensive zu etablieren.  

Doch Keidel bleibt nicht der einzige Neuzugang, der frischen Wind ins Team bringen soll. Auch Jason Ceka, ein flinker Offensivmann mit reichlich Zweitliga-Erfahrung, heuert an der Kaiserlinde an und seine Vita liest sich wie die eines Spielers, der oft unterschätzt wird, jedoch nur selten unbeachtet bleibt. In Magdeburg wusste er mit Dynamik, Spielwitz und überraschenden Momenten zu überzeugen. Für Elversberg könnte das ein wertvoller Impuls sein, ein Akteur, der enge Spiele aufbricht und Gegner mit Unberechenbarkeit aus dem Konzept bringt. 

Neue Spieler für die Offensive 

Wer vorne für Gefahr sorgen will, braucht natürlich auch Durchschlagskraft. Hier setzt Elversberg auf Luca Pfeiffer, einen gestandenen Mittelstürmer, der zuletzt in Stuttgart unter Vertrag stand. Mit seiner Physis, seinem Instinkt im Strafraum und der Erfahrung aus mehreren Profistationen bringt er das Profil mit, das dem Team bisher an mancher Stelle gefehlt hat.  

Es handelt sich um einen klassischen Neuner, der Bälle festmachen, Räume reißen und Tore erzwingen kann. Vielleicht kein Name, der für große Schlagzeilen sorgt, doch zweifellos einer mit Substanz und genau das zählt im knallharten Zweitligageschäft. 

Während die Neuen ihre Spinde beziehen, wird auf der anderen Seite kräftig ausgemistet. Einige Leihspieler kehren zu ihren Stammvereinen zurück, während andere wie Maurice Neubauer oder Paul Stock ihr Glück künftig anderswo suchen. Das ist in gewisser Weise schmerzlich, aber es ist auch notwendig, denn wer etwas aufbauen will, muss bereit sein, Altbewährtes loszulassen, selbst wenn es unbequem ist. 

Fazit: Elversberg ist bereit für erneuten Versuch aufzusteigen! 

All das zeigt, dass Elversberg nicht klein denkt, sondern strategisch. Die Transfers wirken durchdacht, zielgerichtet und mutig. Es wird nicht wild eingekauft, es wird mit Augenmaß investiert und so entsteht ein Kader, der nicht bloß mitlaufen, sondern gestalten will.  

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Reise nach oben für den SVE noch lange nicht vorbei ist, vielmehr scheint sie gerade erst an Fahrt aufzunehmen. 

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