„Eine große Sache“ – Mehr als 200 Messdiener bei den Heilig-Rock-Tagen

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TRIER. Während der Heilig-Rock-Tage 2015 sind rund 200 Messdienerinnen und Messdiener im Einsatz. Allein am am vergangenen Samstag sind fast 100 Kinder und Jugendliche in den Trierer Dom gekommen, um im Jugendgottesdienst, dem Weihbischof Dr. Helmut Dieser vorstand, zu ministrieren. Für viele Messdiener ein besonderes Erlebnis.

„Ich bin sehr aufgeregt, weil es ist ja eine große Sache, hier mit dabei zu sein und vor so vielen Leuten zu dienen“, sagt der 12-jährige Kristian aus Düppenweiler kurz bevor der Gottesdienst beginnt. Sein Messdiener-Kollege Lukas hat an diesem Tag seinen dreizehnten Geburtstag – das hat ihn aber nicht davon abgehalten, sich für den Dienst im Dom zu melden. „Hier kann man nur einmal im Jahr hin. Eine Geburtstagsfeier kann man auch verschieben“, stellt er fest. Bisher hat er sich den Dom „nur mal angeguckt“. Er freut sich auf den Gottesdienst, denn „im Gegensatz zu Düppenweiler passen hier viel mehr Leute rein und es sind viel mehr Messdiener dabei“.


Der 12-Jährige Lukas aus Cochem war schon im letzten Jahr als Messdiener bei den Heilig-Rock-Tagen. Das hat ihm so gut gefallen, dass er dieses Jahr wieder mitkommen wollte. Denn im Dom habe er „einen ganz anderen Blickwinkel“ als in seinem Heimatort. Und „wenn man so viele andere Ministranten neben sich hat, macht es viel mehr Spaß“. Lisanne (10) aus Kotten findet es cool, mit einem Weihbischof zu dienen. Außerdem sei die Atmosphäre ganz anders als zu Hause: Die Gesänge seien lauter und wegen der vielen Leute gebe es mehr Stimmung.

„Es ist etwas Besonderes, denn heute sieht man, wie viele Messdiener es gibt“, sagt Sandro (10) aus Gilzem. Er dient zum ersten Mal im Dom. Hier habe man „eine besondere Rolle als Messdiener“. Auch die 9-jährige Zoe aus Prümzurlay hat im Trierer Dom noch nie ministriert. Sie wollte das einfach mal ausprobieren und findet das total schön, dabei zu sein. Denn mit so vielen anderen Kindern und Jugendlichen war sie noch nie im Dienst.

Ein Tag voller Augenblicke – Jugendgottesdienst und „meet and greet“

Um einen Augenblick festzuhalten, dafür müssen viele Menschen heutzutage nur noch ihr Handy zücken. Ihr Smartphone sogar im Trierer Dom zu benutzen, dazu wurden die Gläubigen beim Jugendgottesdient zum Thema „Augenblick“ am gestrigen Samstag aufgefordert.

„Es gibt Augenblicke im Leben, die wir festhalten wollen“, sagte Weihbischof Dr. Helmut Dieser. Viele Erlebnisse würden beim Betrachten der Bilder wieder fassbar und sie zeigten Personen, zu denen man eine Beziehung habe. Doch die Menschen sollten nicht vergessen „auch Gott ist in diesen Augenblicken dabei“.

In Trier hätten die Menschen ein besonderes Bild von Jesus: den Heiligen Rock. Er sei ein Bild für die Einheit von Jesus, der Jünger und der Kirche. Er sage jedem Gläubigen, dass er zu Jesus passe und sorge dafür, dass das „Leben ins Gute geht“. Und jeder Mensch gebe an seine Mitmenschen Augenblicke weiter, in denen er ihnen Freude bereite oder sie tröste. Dieser Gedanke wurde auch bei den Fürbitten aufgegriffen. Die Gläubigen sollten an Menschen denken, die sie gerne im Blick hätten. Auf einer Postkarte konnten sie ihre Wünsche oder ihren Dank direkt an diese Menschen formulieren. Oder einen Brief an Gott schreiben, um für sie zu bitten.

Um auch diesen Gottesdienst lange im Gedächtnis zu behalten, wurden die jungen Leute aufgefordert, ihre Handys herauszuholen, und so auch in diesem Augenblick festzuhalten, was ihnen wichtig ist. Sebastian (15) aus Leitzweiler fand es „spannend“, das Handy mal im Gottesdienst zu benutzen. Das sei eine „Abwechslung zur normalen Kirche“. Auch der 16-jährige Jannis aus Rhens fand es toll, dass das Moderne und das Alte so „gut kombiniert“ wurde.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die Abteilung Jugend zu einem „meet and greet“ eingeladen. In einem Zelt auf dem Hof des Priesterseminars kamen noch einmal viele Jugendliche und junge Erwachsene zusammen. Beim „Kennenlernbingo“ kamen sie immer wieder mit anderen Leuten ins Gespräch und stellten Fragen: „Trägst du etwas Selbstgemachtes?“, „Warst du in den letzten drei Monaten auf einem Konzert?“, „Weißt du, wer den Heiligen Rock nach Trier gebracht hat?“ Es galt, in einem 5×5-Kästchengitter eine Reihe oder Spalte mit Unterschriften von Personen zu füllen, die die jeweilige Frage mit „ja“ beantworten können. „Es ist total cool, so neue Leute kennen zu lernen oder auch genauere Details über meine Freunde zu erfahren“, sagte die 17-jährige Franziska aus Lebach. „Es war total locker: Jeder hat sich einfach mit jedem unterhalten. Man hatte gleich das Gefühl einer Gemeinschaft.“

Auf einem Tisch waren dieselben Postkarten verteilt, die bereits im Gottesdienst zum Einsatz kamen. Die 21-jährige Louisa aus Trier schrieb eine Karte an ihre Mutter, „weil es um gemeinsame schöne Augenblicke geht und ich mit ihr die meisten hatte“. Für diese Momente wollte sie einfach einmal „danke“ sagen

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