TRIER. 821 Kinder von fünften und sechsten Klassen aus der Region Trier-Saarburg waren mit ihren Lehrkräften in der Europahalle zu Gast, als das interaktive Theaterstück „Trau Dich!“ schon zum sechsten Mal aufgeführt wurde. Es greift sensible Themen wie Gefühle, Vertrauen, Kinderrechte, Gewalt und sexualisierte Gewalt auf.
Mit viel Fingerspitzengefühl, Offenheit und altersgerechter Sprache machen die Schauspielerinnen und Schauspieler diese schwierigen Inhalte dem jungen Publikum zugänglich. Organisiert wurde die Aufführung von Lena Stamm, Koordinatorin des Netzwerks „Gemeinsam für den Kinderschutz“ im Landkreis Trier-Saarburg, und Elke Burchert, städtische Koordinatorin des Netzwerks. Unterstützt wurden sie von Fachkräften des Arbeitskreises gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen.
Bei „Trau Dich!“ werden die Schulklassen durch interaktive Elemente in die Handlung einbezogen. Besonders wichtig ist am Ende die Botschaft an die Kinder: „Euch wird geglaubt“ und „Wir sind für euch da“ als zentrale Aussagen des Kinderschutzbundes und von Pro familia. Zur Vorbereitung der Aufführung waren 41 Lehrerinnen und Lehrer sowie 55 Väter und Mütter geschult worden. Ziel war, Erwachsene im Umgang mit dem sensiblen Thema zu stärken, Gespräche mit Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen und Handlungssicherheit für mögliche Notsituationen zu vermitteln. Auch während der Aufführung war für eine gute Begleitung gesorgt: Fachkräfte der beteiligten Einrichtungen standen bei Fragen, für Gespräche und mit Info-Material zur Verfügung. So war sichergestellt, dass Kinder bei möglichen Belastungen oder Triggerwirkungen aufgefangen wurden. Zum Abschluss erhielten sie Armbänder mit stärkenden Botschaften wie „Ich weiß, was ich kann!“, „Ich bin, wie ich bin!“ und „Be proud of yourself!“.
Der Kinderschutz hat derzeit für Schulen eine besondere Bedeutung. Bis 2028 sind sie angehalten, eigene Schutzkonzepte zu entwickeln. Präventionsangebote wie „Trau Dich!“ können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Kinder frühzeitig stärken, für ihre Rechte sensibilisieren und Erwachsene in einem sicheren Umgang mit Verdachts- und Krisensituationen unterstützen. In Hessen wird das Theaterstück bereits erfolgreich an Schulen eingesetzt, die von dem „Startchancen“-Förderprogramm des Bundes profitieren, so Regisseurin Katharina Fertsch-Röver. Mit großer Begeisterung verfolgte nun auch Nina Mörschbächer, Koordinatorin des „Startchancen“-Programms in Trier, die Aufführung in der Europahalle. Der Ansatz, Kinder frühzeitig zu stärken und für ihre Rechte zu sensibilisieren, knüpft an zentrale Zielsetzungen des Förderprogramms an. (Quelle: Stadt Trier)


















